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Nach Emmertsgrund-Tiefgaragenbrand: Zwei Jugendliche wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft (Update)

Heidelberg-Emmertsgrund. (tt)  Ermittlungserfolg für die Polizei: Die Beamten haben nach dem Brand, der in der Silvesternacht in einer Tiefgarage auf dem Emmertsgrund wütete, zwei Jugendliche festgenommen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurden Haftbefehle gegen einen 16- und einen 17-Jährigen erlassen. Die beiden Verdächtigen sitzen jetzt in Untersuchungshaft.

Der 16-Jährige steht in dringendem Verdacht, in der Tiefgarage eine Feuerwerksrakete gezündet und dadurch den Brand verursacht zu haben. Der 17-Jährige soll sich zum Tatzeitpunkt ebenfalls in der Tiefgarage aufgehalten und eine Schreckschusspistole dabei gehabt haben. Wegen des Brandes hatten 120 Bewohner vorübergehend aus ihren Wohnungen evakuiert werden müssen, mehrere Autos hatten gebrannt, ein Teil der Garage ist weiterhin einsturzgefährdet. Der Sachschaden beträgt mindestens eine halbe Million Euro.

Auf die Spur der Verdächtigen kam die Kriminalpolizei noch in der Silvesternacht. Zeugen lenkten den Fokus auf eine etwa zehnköpfige Gruppe von Jugendlichen, die in der Tiefgarage den Jahreswechsel feierten. Sechs der Jugendlichen konnten identifiziert werden. "Die Durchsuchungen ihrer Wohnungen führten am Donnerstag zum Auffinden von Beweismitteln, darunter auch die Schreckschusspistole, die der 17-Jährige zur Tatzeit mit sich führte", heißt es in einer Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft.

Auf RNZ-Nachfrage erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft, warum die beiden Jugendlichen in Untersuchungshaft sitzen: "Bei beiden besteht Fluchtgefahr, bei dem 16-Jährigen zudem Verdunklungsgefahr."

Denn beide sind keine unbeschriebenen Blätter: Bei dem 17-Jährigen soll es sich um einen jugendlichen Intensivtäter handeln, der bereits mehrfach vorbestraft ist und gegen den erst Mitte Dezember ein Haftbefehl wegen schwerer Körperverletzung außer Vollzug gesetzt wurde.

Der 16-Jährige soll gedroht haben, in dem aktuellen Fall auf Zeugen einzuwirken. Zudem sind gegen ihn zwei Klagen anhängig. Auch wegen des hohen Sachschadens erließ die Ermittlungsrichterin dann am Freitag die Haftbefehle.

Ein Teil der Garage gilt weiter als einsturzgefährdet und ist gesperrt. Rund 50 von 425 Stellplätzen sind nicht erreichbar. Auch der über der Tiefgarage liegende Platz vor den Häusern Emmertsgrundpassage 19 bis 23 ist gesperrt. Bei der Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz (GGH), der die Garage gehört, hofft man nun auf den heutigen Dienstag: "Um 9 Uhr haben wir einen Termin mit der Polizei, ob die Tiefgarage nach den Ermittlungen freigegeben werden kann, damit ein Spezialunternehmen mit der Brandsanierung beginnen kann", erklärte Prokurist Gerald Kraus.

Update: Montag, 20. Januar 2020, 20.44 Uhr


Heidelberg-Emmertsgrund. (pol/dpa/rl) Nach knapp drei Wochen Ermittlungen hat die Polizei zwei Verdächtige verhaftet. Die beiden Jugendlichen im Alter von 16 und 17 Jahren sollen für den Brand in der Tiefgarage im Stadtteil Emmertsgrund in der Silvesternacht verantwortlich sein, bei dem rund 500.000 Euro Sachschaden entstand. Das teilten die Staatsanwaltschaft Heidelberg und das Polizeipräsidium Mannheim mit.

Der 16-Jährige soll in der Tiefgarage eine Feuerwerksrakete gezündet und so den Brand verursacht haben. Der 17-Jährige soll sich zum Tatzeitpunkt ebenfalls in der Tiefgarage aufgehalten und dabei eine Schreckschusspistole mitgeführt haben.

Auf die Spur der beiden kamen die Brandexperten der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg bereits in derselben Nacht durch erste Zeugenaussagen, die den Fokus auf eine etwa zehnköpfige Jugendgruppe lenkten, die in der Tiefgarage gefeiert hatten. Danach konnten die Beamten insgesamt sechs Jugendliche der Gruppe identifizieren. Ob aus diesem Kreis noch weitere Tatverdächtige hervorgehen könnten, werde ebenfalls untersucht, sagte ein Polizeisprecher.

Bei Wohnungsdurchsuchungen am Donnerstagmorgen fand die Polizei unter anderem die Schreckschusspistole, die der 17-Jährige in der Nacht dabei hatte.

Die Ermittlungsrichterin am Amtsgericht Heidelberg erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heidelberg am vergangenen Freitag, 17. Januar 2020, Haftbefehle gegen die Beschuldigten. Danach wurden der 16- und der 17-Jährige in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

Der Brand war am Neujahrsmorgen kurz vor 2 Uhr in der Tiefgarage einer Emmertsgrundpassage ausgebrochen. Zunächst geriet durch die abgefeuerte Rakete ein dort geparktes Auto in Brand. Das Feuer griff dann auf weitere Fahrzeuge über.

Das Feuer beschädigte die Tiefgarage im zweiten Untergeschoss so stark, dass die Decke einsturzgefährdet ist. Insgesamt soll sich der Gesamtschaden auf mehr als 500.000 Euro belaufen.

Update: Montag, 20. Januar 2020, 12.30 Uhr


Heidelberg. (tt) Nach dem Tiefgaragenbrand im Emmertsgrund in der Silvesternacht verbreitete eine Heidelbergerin am Mittwochabend in einer Gruppe auf Facebook die Nachricht, es habe während des Einsatzes Angriffe auf Feuerwehrleute gegeben. Die Diskussion in dem sozialen Netzwerk heizte die Heidelbergerin daraufhin weiter an, als sie behauptete, Informationen zu einem solchen Angriff würden zurückgehalten.

Heiko Holler, Leiter der Heidelberger Feuerwehr, weist diese Äußerungen zurück und relativiert die Aussagen der Frau auf RNZ-Nachfrage: "Die Situation war auf einen alkoholbedingten, psychischen Ausnahmezustand einer einzelnen Person zurückzuführen. Der psychische Ausnahmezustand einer einzelnen Person, ohne größere Auswirkungen, war in diesem Fall unseres Erachtens einfach nicht berichtenswert."

Um 1.55 Uhr hatte ein Brandmelder in der Tiefgarage ausgelöst, weil in der Garage mehrere Fahrzeuge brannten. Dadurch wurden die Einsatzkräfte der Feuerwehr alarmiert, die sich zunächst an einer zentralen Stelle über die Lage des Brandmelders informieren mussten. "Dort trafen die Einsatzkräfte auf eine stark alkoholisierte Person mit einer weiteren Person in Begleitung", berichtet Holler. Der betrunkene Mann habe von der Feuerwehr Informationen zum Geschehen an der Einsatzstelle eingefordert.

Nachdem die Einsatzkräfte ihm keine näheren Informationen nennen konnten, begann er, sie zu beschimpfen und zu schubsen, so Holler. "Seine Begleitung griff schlichtend in die Situation ein und ein kurz darauf eintreffender Streifenwagen der Polizei nahm sich dann der Sache an."

Zwar seien die Kollegen von dem Mann beleidigt und kurzzeitig von der Arbeit abgehalten worden. Aber: "Entgegen der Spekulationen in sozialen Medien wurde die Feuerwehr nicht durch eine Gruppe von Personen massiv bedrängt. Die Kollegen der Polizei und des Rettungsdienstes hatten vermutlich in dieser Nacht viele weiterer solcher Fälle, verteilt über das gesamte Stadtgebiet – unabhängig von Alter, Geschlecht, sozialer Stellung oder Herkunft der Personen", unterstreicht der Feuerwehrchef.

Der alkoholisierte Mann habe von Polizeibeamten einen Platzverweis erhalten, erklärt ein Polizeisprecher auf RNZ-Nachfrage. "Meine Kollegen haben nicht festgestellt, dass es weitere Behinderungen gab. Hätte es solche Feststellungen gegeben, wären wir auch sofort eingeschritten", unterstreicht der Sprecher.


Mieter kommen nicht an ihre Autos

Die Anwohnerin ist verzweifelt: "Ich weiß nicht, wie ich an mein Auto komme", sagt sie am Donnerstagmittag der RNZ. Denn die Tiefgarage unter der Emmertsgrundpassage, in der sie ihr Auto geparkt und in der es am Neujahrsmorgen gebrannt hat, ist weiterhin gesperrt. Der Brand hat durch die starke Hitzeentwicklung einen so großen Schaden an der Bausubstanz angerichtet, dass für das Parkhaus akute Einsturzgefahr besteht.

In der Neujahrsnacht mussten deshalb schon kurzfristig 120 Menschen aus den darüberliegenden Wohnungen evakuiert werden, konnten dann aber zurückkehren. Bislang ist unklar, ab wann die 425 Stellplätze freigegeben werden und die Mieter wieder zu ihren Autos können.

"Es war wegen der Feiertage schwer, einen Statiker zu finden, der sich die Schäden noch einmal anschaut", berichtet eine Sprecherin der Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz (GGH), der die Wohnanlage und die Tiefgarage gehören. Erst am Freitag habe man einen Termin bekommen und müsse dann in Absprache mit der Polizei sehen, wie es weitergehe. Die Mieter habe man per Aushang über die Umstände informiert.

Gestern waren zwar Brandermittler der Kriminalpolizei vor Ort, konnten jedoch wegen der Einsturzgefahr nicht zur Brandstelle vordringen. "Ich kann deshalb keine Auskünfte zur Brandermittlung geben. Es ist auch noch nicht geklärt, ob das Feuer in Zusammenhang mit der Silvesternacht steht", erklärte ein Polizeisprecher auf RNZ-Nachfrage. Die Tiefgarage habe man zunächst mit Streifenwagen gesichert. "In Zusammenarbeit mit der GGH wurden die Türen zur Tiefgarage verschlossen und der Brandort weiter gesichert", so der Polizeisprecher.


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