3000 Tiere, 250 Arten: Im Schauaquarium Sea Life Speyer wurde gezählt
Von Harald Berlinghof
Speyer. Einmal im Jahr wird im Schauaquarium Sea Life in Speyer gezählt. Die Profis unter den Mitarbeitern erledigen die Fischinventur mit spitzem Stift. Es soll so genau wie möglich festgehalten werden, wie viele Tiere jeder Art im Sea Life leben. In welchem Schaubecken ist der Bestand durch Nachzuchten gewachsen, in welchem ist die Zahl der Tiere durch Todesfälle, Abgaben oder Auswilderungen kleiner geworden? Aber im Sea Life wird zweimal gezählt. Einmal von den Experten und erst kürzlich durch Schüler zwischen acht und zwölf Jahren.
Auch die Kids durften mit einer Liste in der Hand von Becken zu Becken gehen, um die putzmunteren Fische zu erfassen. So manche Fischart lässt sich leicht durchzählen, weil die silbern-schuppigen Leiber still im Wasser stehen. Andere sind rastlos von links nach rechts und von oben nach unten unterwegs und bringen die Zähler fast zum Verzweifeln. Bei den Katzenhaien schwanken die Zählungen oder Schätzungen der Schüler zwischen vier und zehn. Die sind aber auch unübersichtlich im Becken unterwegs, die Biester!
Die Schüler der Aquarien-AG einer Schule aus dem rheinland-pfälzischen Nierstein, die in ihrer Schule ein Aquarium pflegen, haben schon einmal mit der Zählung begonnen, weil die 43 Schüler und Schülerinnen eines Wiesbadener Ferienprogramms Verspätung haben. Ihr Busfahrer hatte Probleme, ohne die gesperrte Salierbrücke den Weg über den Rhein zu finden. Mit einer Stunde Verspätung kommen die Kinder aus Hessen in Speyer an und stürmen das Sea Life. Angesichts der großen Becken mit vielen bunten Fischen, die sie nur aus dem Fernsehen oder Internet kennen, gehört das G-Wort mit vier Buchstaben zu den häufigsten Äußerungen, mit denen sie ihr Erstaunen ausdrücken wollen.
In 40 Großaquarien leben laut der letzten Zählung im Sea Life etwa 3000 Exemplare und mehr als 250 Arten. Zumeist sind es Fische, aber es gibt auch Wasserschildkröten, Seesterne, Garnelen und einen Kraken, der bei den Besuchern besonders gut ankommt.
Am einfachsten zu zählen sind die kleinen gezüchteten Europäischen Sumpfschildkröten, die in freier Natur fast ausgestorben sind. Rob, Dino, Kiki und Adi und wie die kleinen Schildkröten sonst noch getauft wurden, tragen nämlich Nummern auf ihrem Panzer. 23 sind es, die im Sommer, wenn sie die nötige Größe erreicht haben, ausgewildert werden sollen.
Auch wenn die fünf Schwarzspitzen-Riffhaie nur gut einen Meter lang sind, bringen sie die Kinder mit ihrer typischen Haiform zum Staunen, wenn sie hinter der Scheibe des Ozean-Panoramafensters vorbeiziehen. Im Korallenbecken wuselt es dagegen von bunten Korallenfischen. Auch Nemo ist da, ein Clownfisch, bekannt aus dem Kinofilm der weltberühmten Trickfilmschmiede Pixar. Im Berührungsbecken müssen rote Seesterne die Neugier der jungen Besucher aushalten. Zu zählen sind sie leicht, weil sie sich kaum bewegen. Genau drei sind es.