Sinsheim: Das soll das neue Feuerwehrhaus bringen
Von Tim Kegel
Sinsheim. Das Jahr des Zuendebringens ist in Sinsheim zwar angebrochen, das nächste Großprojekt steht aber schon am Firmament: Ans neue Feuerwehrhaus, das in den kommenden Jahren auf dem Gelände der früheren Autobahnmeisterei entstehen wird, sind auch raum- und verkehrsordnerische Hoffnungen geknüpft.
Das Zehn-Millionen-Euro-Projekt soll zum einen den Anforderungen einer Berufsfeuerwehr gerecht werden, zum anderen wird bei der Erschließung des riesigen Areals und dessen Umfelds eine Trasse von der Neulandstraße zur Landesstraße 550 geschaffen. Hierdurch wird, so hofft man, der Knotenpunkt zwischen Jahn-, Neuland- und Strombergstraße entlastet, was auch Auswirkungen auf die innerstädtischen Verkehrsströme hätte. Immer wieder war es in den vergangenen Jahren dort zu Staus und zähem Verkehr bis hin zum Erliegen des Verkehrs gekommen.
Rund drei Jahre müssen die Sinsheimer Feuerwehrleute noch mindestens klarkommen mit der in den 1960er-Jahren erbauten Wache in der Dührener Straße. Der in den Jahren immer größer gewordene Fahrzeug- und Ausrüstungsfundus ist, wie Stadtkommandant und Berufsfeuerwehrmann Michael Heß schildert, am alten Standort auf mehrere Häuser und Garagen verteilt. Hierbei würden auch Teile des Nachbargebäudes benutzt, in dem das Rote Kreuz stationiert ist.
Dieser Umstand erschwere sowohl das Ausrücken bei Einsätzen als auch Nacharbeit und Wartung. Das Feuerwehrhaus ist außerdem dreistöckig; die Gebäudesubstanz ist – auch energetisch – teils noch auf dem Stand der 60er-Jahre.
Eine Sanierung des mehrfach erweiterten Gebäudes, sagt der städtische Baudezernent Tobias Schutz, mache aufgrund dieser Rahmenbedingungen wenig Sinn und sei "statisch nicht möglich". Zumal während des Sanierens ein laufender Feuerwehrbetrieb aufrechterhalten werden müsse. Dies wäre, sagt Schutz, auch dann undenkbar, wenn man das Bestandsgebäude in mehreren Abschnitten sanieren würde. Hinzu komme allerdings auch der gesetzliche Arbeitsschutz der Truppe: Dessen Vorgaben könne man im Moment nur mit notdürftig einhalten, gesteht Schutz.
"Können wir den Standort verbessern?" So habe lange Zeit die Frage gelautet, bevor man sich für einen Neubau entschieden und daraufhin auf die Suche gemacht hätte. Sieben Standorte seien in der Folge geprüft und dem Gemeinderat präsentiert worden, darunter auch das frühere "Hornbach"-Gelände und Firmenareale in der Weststadt.
Beim alten Autobahnmeistereigelände in der Schwarzwaldstraße – phasenweise Standort des Autobahnbetreibers Via 6 West und im Besitz der Immobilienagentur des Bundes – profitiere man von einem Vorkaufsrecht. Jenes gelte nur, wenn die Folgeplanung "öffentlichen Zwecken dient", sagt Schutz. Die Betriebshallen und Bürogebäude in der Schwarzwaldstraße erfüllten jedoch ihrerseits "keinerlei Auflagen", die an eine künftige Feuerwache geknüpft sind.
Auch hier habe man sich eine eventuelle Sanierung abschminken können. Immerhin sei es geglückt, "die Abbruchkosten raus zu verhandeln", rund 500.000 Euro. Die Gespräche seien weit gediehen. Eigentümer des Geländes werde die Stadt Sinsheim "voraussichtlich im ersten Quartal dieses Jahres".
Rund 100.000 Euro für ein Ausschreibungsverfahren sind in den aktuellen Haushalt der Stadt eingestellt. Gesucht wird nach einem mit Feuerwehrwachen erfahrenen Planer, den man "Ende 2020 kennen" wolle. Die Planungszeit dürfte das erste Halbjahr 2021 in Anspruch nehmen, rechnet Schutz. Läuft alles wie beabsichtigt, so rechne man mit einer Fertigstellung Anfang 2023.
Die neue Feuerwache soll 13 Boxen für Fahrzeuge, eine Atemschutz- und eine Schlauchwerkstatt sowie eine Umkleide mit so genannter Schwarz-Weiß-Trennung von sauberer und kontaminierter Kleidung enthalten. Hinzu kommen Spinde für schmutzige Feuerwehranzüge. Lager- und Büroflächen, ein Verwaltungstrakt sowie Schulungs-, Sozial- und Lagerräume für die Abteilung Stadt der Feuerwehr Sinsheim entstehen außerdem.