Roosters gegen Adler Mannheim: Das Eis ist heiß in Iserlohn
Von Rainer Kundel
Mannheim. Es ist ja nicht so, dass die Adler Mannheim aufgrund ihres überaus gelungenen Saisonstarts mit zuletzt sechs Siegen in Folge und einem komfortablen Vorsprung von fünf Punkten die Hände in den Schoß legen. Trainer Pavel Gross und sein erster Assistent Mike Pellegrims finden immer Ansätze für Verbesserungen. Am Unterzahlspiel gab es ohnehin nichts auszusetzen, das Überzahlspiel ist dank der Präsenz bei den Nachschüssen wieder aufgeblüht - jetzt arbeiten die Trainer an einem weiteren Entwicklungsstadium.
"Ich finde, wir können unsere Arbeit in der neutralen Zone noch perfektionieren", sagt Gross bei der Wochenpressekonferenz vor den letzten Spielen vor der Liga-Pause am heutigen Freitag (19.30 Uhr) bei den Iserlohn Roosters und am Sonntag (14 Uhr) gegen die Augsburger Panther. Gross registriert, dass sich ein Schwachpunkt aus dem September bereits verbessert hat. "Wir treten wachsamer auf, das Umschaltspiel funktioniert besser". Dazu hätten Einzelgespräche bei der Arbeit auf dem Eis und Gruppenbesprechungen mit Videomaterial in der Kabine beigetragen.
Die neuerliche schwere Verletzung von Marcel Goc mit dem Bruch der Kniescheibe (Pause mindestens bis Mitte Januar) - der Routinier bestritt seit seiner Rückkehr aus der NHL nur 98 von 191 Pflichtspiele - ist die Chance für Marcus Kink und Brent Raedeke. Kink sitzt seit dem 14. Oktober auf der Tribüne, Raedeke bestritt nach enormen Trainingsrückstand aufgrund von Verletzungen in der Saisonvorbereitung erst fünf, Verteidiger-Zugang Lampl erst sechs Spiele. Ein Ausfluss der großen Konkurrenz im Kader, wie ihn die sportliche Leitung bewusst geplant hatte. Gross sieht aber, dass sich keiner der Betroffenen hängen lässt: "Wer weniger Eiszeit hat, legt im Training eine Schippe drauf und arbeitet an sich." Der Trainer betont immer wieder. auch Aktionen zu bewerten, die sich nicht wie Überzahl-Treffer oder Torwartparaden in der Statistik niederschlagen. "Wir haben vor einer Woche gegen Nürnberg in 50 Sekunden sechs Schüsse geblockt, ich schätze die Arbeit der Jungs, die diese Rolle ausfüllen, auch wenn sie nur den Schläger in einen Pass hinein halten". Auf die Frage, ob diese Opferbereitschaft aus der momentanen Erfolgswelle herrührt, weicht Gross aus. "Fragt mich in zwei Monaten noch einmal, aber ich hoffe, dass ich diese Frage nie beantworten muss".
Am Wochenende stellen sich den Mannheimern unabhängig vom Tableau zwei besonderen Herausforderungen. In ihrer heimischen Eishalle, auch "Hölle Seilersee" genannt, holten die Iserlohn Roosters als ausgesprochen auswärtsschwaches Team mit ihrem fanatischen Publikum 18 ihrer 20 Punkte. "Eine kleine Halle alter Prägung", weiß Gross, dass bei engem Spielstand der Arm des Streifendienstes schon mal schneller in die Höhe schnellt und der Heimmannschaft zu einem Powerplay verhilft. "Wenn Mannheim dort spielt, ist das wie Weihnachten", bezeichnete schon der ehemalige Adler-Manager Teal Fowler als Kenner beider Standorte die Stimmung am Seilersee.
Während in Iserlohn das Eis heiß ist, ist es beim Sonntags-Gegner Augsburger Panther das ganze Team. Nur Meister München unterbrach vor einer Woche mit einem 2:0 die Serie der Panther von sechs Siegen und inzwischen wieder zwei weiteren. Dazu reisen die bayrischen Schwaben ausgeruht zum Familientag nach Mannheim an. Sie zogen ihr Heimspiel gegen Bremerhaven (4:1) auf Mittwoch vor und sehen nach schwachen Start als Dritter im Verfolgerfeld.
Die Adler haben die Partie zum ersten Familientag dieser Saison ausgerufen, der unter dem Motto "Soziales Engagement" ein interessantes Rahmenprogramm für die Fans bietet. Neben einer Registrierungsaktion der DKMS gibt es ein Kinderschminken und ein Luftballonkünstler sorgt für Unterhaltung. Als Höhepunkt können Kinder bis zwölf Jahre zusammen mit einer volljährigen Begleitperson nach dem Spiel ein paar Runden mit den Cracks auf dem Eis der SAP Arena drehen. Im Vorfeld hat das Adler-Fanprojekt zu einer Radtour geladen. Die QuadRADetour - Keine Gnade für die Wade - führt ab 11 Uhr vom alten Eisstadion Friedrichspark zur SAP Arena, geplante Ankunft ist um 12 Uhr. Für jeden Radler spendet die Inter-Versicherungsgruppe fünf Euro an das "Rosys Kids Corner", eine Aktion des Vereins " Adler helfen Menschen" zugunsten der Kinderkrebshilfe.