Halloween-Tour durch Leutershausen: Kinder hatten sich ihre Süßigkeiten verdient
Von Karin Katzenberger-Ruf
Hirschberg-Leutershausen. "Mein Sohn hatte schon immer viel Fantasie", verrät Sigrid Mosetter. An Halloween ist der Filius von Ludwigshafen nach Leutershausen gekommen. Martin Mosetter ist inzwischen ein richtiger Halloween-Profi und seine "Geisterbahn" am Abend vor Allerheiligen ein beliebtes Ausflugsziel für Familien.
Dahinter steckt viel Liebe zum Detail, aber vor allem Spaß an der Sache. Auf dem Anwesen Ecke Hauptstraße/Beinpfad wird das Publikum mit flackerndem Licht und Nebelschwaden begrüßt. Dann geht es durch einen Parcours mit Unebenheiten auf dem Boden - Grusel-Masken und Plüsch-Spinnen hängen an den Wänden. Stofftiere, an Fäden aufgehängt, wecken Assoziationen an den Horror-Roman "Friedhof der Kuscheltiere" - oder geht da schon die Fantasie mit einem durch?
"Süßes oder Saures" ist der Spruch des Abends beziehungsweise derer, die an Halloween in Geister-Kostümen durch die Straßen und speziell in Leutershausen auch durch enge Gassen ziehen. Die Gespenster klingeln bei den Anwohnern in der Hoffnung, dass diese Humor und ein paar Süßigkeiten zur Hand haben.
Im Anwesen "Mosetter" müssen sich die Kinder die Süßigkeiten derweil verdienen und nach der "Geisterbahn" ein Geschicklichkeitsspiel absolvieren. Es geht darum, auf einem "Rüttelgerät" zu stehen - das ansonsten eher medizinischen Nutzen hat - und gleichzeitig mit einer Greifzange eine Nuss aus einem Körbchen zu angeln. Wer das schafft, bekommt zur Belohnung Süßes.
Das gibt es auch auf dem Nachbargrundstück. Dort haben Bernhard Adler und sein Sohn Nils für Halloween einiges vorbereitet - unter anderem liegen vier "Leichen" im Garten. Darunter eine Geköpfte, in der noch die Axt steckt und eine, die unter einem Rasenmäher liegt. Vater und Sohn brauchten für ihre Installation keine Schaufensterpuppen, sondern nur jede Menge Zeitungspapier, darunter auch so manche ausgelesene RNZ. Das Papier stopften die beiden wiederum in zum Teil abgelegte Kleidungsstücke. Die rote Farbe aus der Spraydose ersetzt bei der Installation mit dem Geköpften das Blut.
Was geht an dem Abend sonst noch so? Eine Gruppe Teenager steigt gegen 18 Uhr in die OEG, will in Heidelberg Halloween feiern. Zwei Mädchen haben sich Spinnennetze auf die Wangen gemalt, die Augen dunkel geschminkt, unter ihren langen Jacken tragen sie Netzstrümpfe. Zur gleichen Zeit startet eine ebenso bunte Gruppe, aber mit vielen kleinen Kindern im Gefolge, die Tour durch Leutershausen. "Mal sehen, was wir so alles einsammeln können", ist zu hören. Den Beinpfad samt Geisterbahn hat die Gruppe auf alle Fälle auch als Ziel. "Ich habe dieses Jahr zum allerersten Mal einen Kürbis ausgehöhlt und aus der Schale ein Gesicht geschnitzt. Das ist richtig gut geworden und steht jetzt bei mir im Garten", sagt Sabine, die sich nun erst einmal bei der Geisterbahn im Beinpfad umschauen und dort noch einen Glühwein trinken will. "Ich finde Zierkürbisse als Dekoration im Herbst total toll und habe an die 30 Stück zu Hause", verrät Andrea, die einfach nur einen Abendspaziergang macht und eher zufällig im Beinpfad gelandet ist.
Lustigerweise ist Leutershausen auch in Bezug auf private Parties fast schon eine "Halloween-Hochburg", während die evangelische Gemeinde mit der "Nacht der offenen Kirche" quasi das Kontrastprogramm bietet. "Da können unsere Gäste auch um 21 Uhr noch hingehen", heißt es im Anwesen Mosetter, wo gegen 20.30 Uhr Schluss ist. Eine junge Familie scheint dem gar nicht abgeneigt. "In der Kirche nach dem Trubel nochmal was anderes erleben, das könnten wir heute Abend einfach mal ausprobieren", lautet die Ansage.