Sinsheim: Müll, kleine Ärgernisse, Ernüchterung
Sinsheim. (tk) Was hat es mit den Ratten am Bahndamm auf sich? Wie lange klemmt’s noch für Fußgänger in der Muth- und Dührener Straße? Kommt der Holztunnel? Und wer kümmert sich eigentlich um den ganzen Müll? Die Splitter aus der jüngsten Gemeinderatssitzung.
Ernüchternd: Die Sperrung des Gehwegs an der Ecke Muthstraße und entlang der Dührener Straße stört Grünen-Rat Alex Riederer. Die Lage sei "eigentlich unzumutbar", findet er. Dies zumal die Ausgangssituation für Fußgänger aus dem Parkhaus Burgplatz sowie das Abbiegen aus Richtung Bachdamm hierdurch angespannt sei. "Wie lange dauert das denn noch?", fragte Riederer genervt. Ernüchternd die Antwort: "Acht Monate etwa", sagte Oberbürgermeister Jörg Albrecht, leider lägen in dem Gebiet nun mal zwei große Baustellen. Riederers Fazit: "Das nehme ich nicht gern zur Kenntnis."
Ärgerlich I: Die nach wie vor ungeklärte Situation rund um die Häuser 82 und 84 in der Hauptstraße stört Harald Gmelin, den Sprecher der Freien Wählervereinigung. Nachdem eines der Häuser, ein Wohn- und Geschäftshaus, lange Zeit als einsturzgefährdet galt, nun aber wohl gesichert ist, befindet sich auf dem Nachbaranwesen nach wie vor ein Bauareal. Gmelin sorgt sich um Passanten: "Nicht, dass da irgendwann mal was passiert." Sein Vorschlag: "Ein Holztunnel", wie man ihn von Großstadt-Baustellen kennt: "Kann man den Eigentümer hierzu verpflichten?", fragte der Stadtrat. Eine Antwort steht noch aus.
Ärgerlich II: "15 Ratten" will Bürger-mit-Ideen-Rätin Gitta Schäfer kürzlich zwischen dem "Aldi"-Einkaufsmarkt und dem Bahndamm gezählt haben. An dem unwirtlichen Flecken in der Peripherie der Innenstadt würden "säckeweise Nahrungsmittel entsorgt". Gitta Schäfer, die in dieser Gegend arbeitet, sprach von "blauen Müllsäcken", die oft "voll mit Brötchen und Gebäck" seien. Das Rathaus will den Sachverhalt jetzt genauer prüfen.
Noch mehr Müll wird an Waldparkplätzen entsorgt, die Meldungen häuften sich auffallend. Dies ärgerte erneut Freie-Wähler-Rat Harald Gmelin: "Wie können wir’s bekämpfen?" fragte er Sitzungsgast und Forstrevierleiter Philipp Schweigler. Dieser sagt: "Die Schranken schließen können wir schlecht - ansonsten kenne ich leider auch keinen Weg." Man habe Müllsünder in der Vergangenheit schon ahnden können. "Die Strafen sind leider oft ernüchternd."