Heidelberger Konversionsflächen: "Bunte Linke" will mehr Wohnraum
Heidelberg. (RNZ) Auf den ehemaligen US-Flächen entstehen in den nächsten Jahren Tausende Wohnungen. Den Stadträten der "Bunten Linken" reicht das nicht: "Dem Wohnungsbau muss auf den Konversionsflächen Priorität eingeräumt werden", fordert Stadtrat Arnulf Weiler-Lorentz in einer Stellungnahme. "Zu Beginn der Planung war dies Konsens in den politischen Gremien." Betrachte man aber die Planungen heute, stelle man fest, dass fast so viele neue Arbeitsplätze vorgesehen sind, wie dort Menschen wohnen sollen. Dies werde die Einpendlerzahlen nach Heidelberg nicht verringern. Es werde auch nicht den Wohnungsmarkt entlasten.
Hinzu komme, dass die Stadt seit 2005.4000 geförderte preisgebundene Wohnungen verloren habe. Deshalb hat die "Bunte Linke" einen Tagesordnungspunkt für die nächste Gemeinderatsitzung eingebracht, die Planungen auf den Prüfstand zu stellen. "Ermutigt haben uns neue Töne bei der SPD und den Grünen. Die SPD spricht inzwischen vom ,Wiener Modell’, das heißt ein hoher Anteil an kostengünstigen Wohnungen in der Hand der städtischen Wohnungsbaugesellschaft. Die Grünen haben die Erbpacht entdeckt", so Stadträtin Hilde Stolz. Bei Vergabe in Erbpacht bleiben die Flächen im Eigentum der Stadt, die sie für 99 Jahre verpachtet. Beides, "Wiener Modell" und Erbpacht, seien Forderungen, die die "Bunte Linke" bei Maßnahmen zur Konversion von Beginn an vorgetragen habe.
Auch die Zahl preisgebundener Wohnungen müsse vergrößert werden. Die Chancen stehen gut, so die "Bunte Linke", da mehr staatliche Mittel zu Verfügung stünden. Die "Bunte Linke" hat eine Bestandsaufnahme von allen Konversionsflächen und der Bahnstadt beantragt, um die Ziele zu erreichen. Sie fordert auch, ein Programm zum Ankauf von Wohnungen aufzulegen, die aus der Preisbindung fallen.