Heilbronn: Temposünder auf Rekordniveau
Heilbronn. (rnz) Etwa auf Vorjahresniveau liegt die Zahl der Autofahrer, die 2017 bei Tempokontrollen der Stadt Heilbronn geblitzt wurden: Insgesamt 59.717 Temposünder haben die Mitarbeiter des Ordnungsamtes erwischt, das sind knapp 2000 weniger als 2016. Die meisten Geschwindigkeitsüberschreitungen erfasste der städtische Vollzugsdienst bei mobilen Kontrollen, hier wurden 36.915 Verstöße registriert.
Weitere 22.802 Temposünder wurden mit Hilfe fest installierter "Blitzersäulen" oder "Starenkästen" überführt. Bei der überwiegenden Mehrheit der in der Jahresbilanz 2017 enthaltenen Verstöße handelte es sich um geringfügige Tempoüberschreitungen, die mit einem Verwarnungsgeld zwischen zehn und 35 Euro geahndet wurden. Bei 2401 Fahrern, die die zulässige Höchstgeschwindigkeit um mindestens 21 km/h überschritten hatten, führte der Tempoverstoß zu einem Punkteeintrag im Flensburger Fahreignungsregister.
307 Fahrzeugführer waren so schnell unterwegs, dass sie vorübergehend ihren Führerschein abgeben mussten: Bei einer Überschreitung innerorts ab 31 respektive außerorts ab 41 Stundenkilometern muss der Führerschein für ein bis drei Monate abgegeben werden. Ein Fahrverbot wird zudem angeordnet, wenn die Geschwindigkeit zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres um mindestens 26 Stundenkilometer überschritten wird - egal ob innerorts oder außerorts.
Rund 61 Prozent der mobilen Kontrollen im vergangenen Jahr wurden in Tempo-30 oder verkehrsberuhigten Bereichen vorgenommen. "Viele schwere Verkehrsunfälle könnten von vorneherein vermieden werden, wenn die Tempolimits auf den Straßen beachtet werden", appelliert Bürgermeisterin Agnes Christner an das Verantwortungsbewusstsein aller Autofahrer. "Im Interesse unser aller Sicherheit werden wir daher auch weiterhin die Kontrollen im Stadtgebiet konsequent fortsetzen." Besonderes Augenmerk legt das Ordnungsamt dabei auf polizeilich ausgewiesene Unfallschwerpunkte und besondere Gefahrenstellen wie im Bereich von Schulwegen, Kindergärten, Spielplätzen, Sportanlagen oder Seniorenheimen. Wünsche und Anregungen aus der Bevölkerung werden bei der Messstellenauswahl ebenfalls berücksichtigt.
Auch 2017 gab es wieder einzelne Verkehrsteilnehmer, die sich besonders grob über bestehende Tempolimits hinwegsetzten: In der Oststraße sowie auf der Allee gilt Tempo 50 - hier konnten die zwei höchsten Verstöße des Jahres 2017 geahndet werden. Die Autofahrer rasten mit einer Geschwindigkeit von 128 in der Oststraße und 127 Stundenkilometern auf der Allee am Messgerät vorbei. Dies entspricht einer Überschreitung von 78 beziehungsweise 77 Stundenkilometern. Die geschnappten Raser wurden mit einer Geldbuße in Höhe von 1360 Euro belegt und mussten für drei Monate auf ihren Führerschein verzichten. Zusätzlich wurden je zwei Punkte im Fahreignungsregister eingetragen.
In der Stedinger Straße - einem verkehrsberuhigten Bereich, in dem Schrittgeschwindigkeit vorgeschrieben ist - wurde ein Autofahrer mit 42 Sachen geblitzt. Mit 143 Stundenkilometern statt der erlaubten 80 wurde ein Verkehrsteilnehmer auf der L 1111 Richtung Untergruppenbach gemessen. In der Leintalstraße, in der Tempo 30 gilt, wurde ein Autofahrer mit 84 Stundenkilometern gemessen. Statt der erlaubten 50 Stundenkilometern wurde in der Hafenstraße ein Fahrer mit Tempo 121 erwischt.