Demonstrationen: AfD gründet Jugendverband in Hessen – 1.000 protestieren
Während drinnen die Gründungsversammlung läuft, setzen draußen zahlreiche Menschen ein Zeichen gegen die Partei. Was die Polizei und die Organisatoren zur Stimmung sagen.
Begleitet von Protesten ist der hessische Landesverband der AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland (GD) in Fulda zu seiner Gründungsversammlung zusammengetreten. Vor dem Bürgerhaus im Stadtteil Johannesberg, in dem sich die AfD-Jugend versammelte, demonstrierten nach Polizeiangaben rund 1.000 Menschen gegen die Partei. Die Kundgebungen verliefen zunächst friedlich.
Die Versammlung konnte wie geplant pünktlich beginnen. Anders als bei der Gründung des GD-Bundesverbands Ende November in Gießen konnten die rund 50 Delegierten nach ersten Erkenntnissen ungehindert anreisen. In Gießen hatten rund 25.000 Menschen gegen die Gründungsveranstaltung demonstriert – die meisten friedlich. Es kam aber auch zu Zusammenstößen mit der Polizei.
Demonstration und Demokratiefest
In Fulda äußerten sowohl die Polizei als auch die Organisatoren der Gegendemonstrationen die Erwartung, dass die Kundgebungen friedlich verlaufen werden. Das sogenannte Demokratiefest vor dem AfD-Versammlungsort wurde unter anderem von dem Verein Fulda stellt sich quer und von Gewerkschaften organisiert. Zuvor beteiligten sich laut Polizei etwa 500 Menschen an einem Demonstrationszug zu dem Bürgerhaus, das von der Polizei abgesperrt worden war.
Der GD-Bundesvorsitzende Jean-Pascal Hohm forderte die hessische AfD-Jugend in seiner Eröffnungsrede dazu auf, "Innovationsmotor" innerhalb der Partei zu sein. Der hessische Co-Landessprecher Robert Lambrou gab den Delegierten als Auftrag mit auf den Weg, Ansprechpartner der jungen Leute sein.
Hessen vorletztes Bundesland mit AfD-Jugendverband
Laut Hohm zählt die GD bundesweit aktuell knapp 2.600 Mitglieder. Hessen ist der 15. Jugendverband, den die AfD gründet. Als letztes Bundesland fehle noch Baden-Württemberg.
Die GD folgt der aufgelösten Jungen Alternative (JA), die vom Verfassungsschutz als erwiesen rechtsextremistisch eingestuft worden war. Aus Sicht der Bundesregierung ist bei der GD keine Mäßigung gegenüber der aufgelösten Vorgängerorganisation zu erkennen. Anders als die JA ist die neue Jugendorganisation vollständig in die AfD eingebunden. Die JA hatte sich im Frühjahr 2025 aufgelöst, nachdem sich die AfD von ihr getrennt hatte.