Erwachsenwerden: Jugendweihen beginnen - über 6.000 Jugendliche bei Feiern
Die Anziehungskraft der Jugendweihe ist ungebrochen. Mehr als 150 Feierstunden organisiert allein der Verein Jugendweihe in Mecklenburg-Vorpommern. Am Osterwochenende geht's los.
Die Jugendweihe erfreut sich auch in diesem Jahr großer Beliebtheit. Allein der Verein Jugendweihe organisiert landesweit 157 Feierstunden, in denen 14-jährige Mädchen und Jungen den Schritt ins Erwachsenenleben festlich vollziehen.
Dazu haben sich mehr als 5.600 Jugendliche angemeldet, wie Geschäftsführer Tim Raeder sagt. Die ersten Veranstaltungen finden seinen Angaben zufolge am kommenden Samstag (4. April) in Woldegk (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) und Löcknitz (Landkreis Vorpommern-Greifswald) statt.
Prominente Festredner
Auch andere Organisationen wie etwa die Volkssolidarität bieten Jugendweihe-Veranstaltungen an, so dass insgesamt von etwa 6.000 Teilnehmern im Nordosten ausgegangen werden kann. Bei einigen Veranstaltungen treten prominente Festredner auf, darunter Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD), Landtagspräsidentin Birgit Hesse, Sozialministerin Stefanie Drese (SPD), Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke) oder der CDU-Ministerpräsidentenkandidat Daniel Peters.
Jeder und jede zweite 14-Jährige feiert Jugendweihe
Die Jugendweihe bleibt in Mecklenburg-Vorpommern das mit Abstand am häufigsten gewählte Ritual auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Etwa jeder und jede zweite 14-Jährige im Nordosten entscheidet sich dafür. Dieser Wert ist seit Jahren relativ konstant.
In der DDR war die Jugendweihe fast ein Pflichtprogramm für Achtklässler und ideologisch aufgeladen. Die Jugendweihe ist aber kein DDR-Produkt, sondern viel älter. Die ersten Feiern fanden bereits Mitte des 19. Jahrhunderts als atheistische Alternative zu den kirchlichen Ritualen Konfirmation und Firmung statt.
Gut 1.000 Jugendliche bei Konfirmation und Firmung
Konfirmation und Firmung spielen in Mecklenburg-Vorpommern eine deutlich kleinere Rolle als die Jugendweihe. So rechnet die evangelische Nordkirche dieses Jahr mit rund 950 Konfirmanden landesweit, bei der katholischen Firmung waren es letztes Jahr knapp 200. Als Hauptgrund für die deutlich geringere Teilnehmerzahl gilt die geringe kirchliche Bindung der Bevölkerung im Nordosten.