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Iran und Israel feuerten Warnschüsse auf Atomkraftwerke

Von Rainer Rupp

Die Eskalation im Nahen Osten hat mit den gegenseitigen Warn-Angriffen auf Atomkraftwerke eine neue, gefährliche Stufe erreicht. Während der Hauptphase ihres brutalen, unprovozierten und völkerrechtwidrigen Angriffskriegs konnten die USA und Israel dem Iran trotz eines gigantischen Waffeneinsatzes keine entscheidende militärische Niederlage beibringen. Inzwischen haben sie ihre Reserven an Luftabwehrraketen weitgehend verschossen, vor allem, weil sich ihre zuvor über alles bewunderten teuren Abwehrsysteme gegen die neuartigen iranischen Raketen als fast komplett nutzlos erwiesen haben.

Die Tatsache, dass zum Beispiel bis zu sieben superteure US-Patriot Raketen (Stückpreis 3 bis 4 Millionen Dolar) eingesetzt wurden, um eine angreifende iranische Rakete abzufangen, dabei aber versagten, hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Vorräte an Abfangraketen schnell zur Neige gegangen sind. In einem Akt der Verzweiflung haben die USA sogar ihre in Südkorea stationierten Patriot Batterien im Eilverfahren in den Mittleren Osten verlegt. Genutzt hat das aber auch nichts!

Jetzt müssen Amerikaner und Israelis weitgehend tatenlos zusehen, wie Iran schrittweise, aber systematisch ihre eigenen Militäranlagen zerstört, die der Israelis im eigenen Land und die der US-Amerikaner in der gesamten Region des Mittleren Ostens. Da die iranischen Reserven an Raketen und deren Produktion in riesigen natürlichen, aber zweckentsprechend ausgebauten Höhlen tief unter Felsen verborgen liegen, gibt es über dem Boden kaum noch militärische Ziele, die noch nicht zerbombt wurden. In Ermangelung lohnender militärischen Ziele droht jetzt die zio-amerikanische Verbrecherbande mit der Zerstörung der existenziell wichtigen zivilen Infrastruktur. Darauf wird Iran wie bisher antworten: "Ein Auge für ein Auge. Ein Kopf für einen Kopf."

Atomkraftwerke im Visier

Vor wenigen Tagen führte Israel einen Raketenangriff, wobei das Projektil nur 350 Meter vom Reaktor im iranisch-russischen Atomkraftwerk Buschehr entfernt einschlug, wo zudem hunderte russischer Techniker und Wissenschaftler arbeiten. Der Schlag wird als der letzte "Warnschuss" Israels interpretiert. Buschehr ist nicht nur eines der wichtigsten iranischen Kraftwerke, sondern ihm kommt als gemeinsames Projekt mit Russland auch eine erhebliche symbolische Bedeutung zu. Auch Russland reagierte auf die Gefährdung seiner Staatbürger in Buschehr: Der Botschafter des Schurkenstaates Israel wurde ins Außenministerium in Moskau bestellt.

Irans Antwort an Israel kam prompt: Iranische Raketen schlugen im südisraelischen Wüsten-Städtchen Dimona ein. Dort wohnen die israelischen Techniker und Wissenschaftler, die in dem israelischen Nuklearwaffen- und AKW-Komplex arbeiten, der sich in unmittelbarer Nähe zu Dimona befindet. Am selben Tag folgten weitere Angriffe auf Tel Aviv, die schweren Zerstörungen anrichteten. Denn Iran setzt inzwischen vermehrt eine neuartige Hyperschallrakete mit multiplen Sprengköpfen ein. Diese Rakete des Typs Khorramschahr-4 kann entweder einen superschweren Sprengkopf von 1.800 Kilo tragen oder Sub-Munition mit bis zu 80 einzelnen Bomben mit je 2 Kilo Sprengstoff.

Jede dieser einzelnen Streubomben, die mit hoher Fallgeschwindigkeit einschlagen, haben laut Expertenangaben die Sprengkraft einer schweren Artilleriegranate. Beim Wiedereintritt der Rakete in die Erdatmosphäre stößt diese ihre Submunition aus und die Geschosse steuern dann gestreut und unabhängig voneinander ihr Ziel-Areal an, das sie dann – zumindest an der Oberfläche – flächendeckend zerstören. Das Resultat des Einsatzes dieser neuen iranischen Waffe, gegen die weder Israel noch die USA eine Abwehr haben, kann man gelegentlich auf Videos sehen, die trotz hoher Strafandrohung durch die israelische Zensur aufgenommen und außer Landes "geschmuggelt" werden. Sie zeigen, dass einzelne Stadtteile von Tel Aviv und anderen getroffenen israelischen Städten inzwischen wie Gaza aussehen.

US- und Israels Luftabwehr so gut wie nutzlos

Laut CNN-Berichten erwiesen sich die US-israelischen Luftabwehrsysteme als weitgehend wirkungslos. Das hat auch der in Ost und West als der Raketen-Experte bekannte emeritierte MIT-Professor Ted Postol in einem Youtube-Interview nochmals bestätigt.

Von der Ineffizienz der israelischen Raketenabwehr kann sich jeder selbst überzeugen, indem er sich die nachstehend verlinkten CNN-Videos anschaut. Die darin gezeigten mächtigen Explosionen in Israel schockieren vor allem die Unterstützer des US-israelischen, unprovozierten Angriffskrieges gegen Iran.

  1. Zeigt mehrere Angriffe, darunter auf Tel Aviv und den Süden, mit Bildern von Explosionen und Schäden):
    https://www.cnn.com/2026/03/22/world/video/iran-war-israel-tel-aviv-arad-dimona-strikes-vrtc-digvid

  2. Zeigt speziell den Einschlag in Dimona/Arad mit Social-Media- und CNN-Material:
    https://www.cnn.com/2026/03/21/world/video/dimona-israel-strike-digvid

  3. Zeigt die Rakete, die kleinere Cluster-Bomben über Israel / Westjordanland abwirft: → https://www.youtube.com/watch?v=p4OvXsQK8IA

Trumps Irrwitziger Kriegstanz

In dieser angespannten Lage meldete sich US-Präsident Donald Trump am vergangenen Samstagabend in einem weiteren abrupten Kurswechsel zu Wort. Tags zuvor hatte er die Straße von Hormus als irrelevant abgetan. Er betonte dabei, dass die USA Hormus nicht bräuchten, aber die Europäer und China davon abhingen, folglich sollten die sich darum kümmern, die Straße zu deblockieren. Aber bereits am nächsten Tag stellte er Iran ein 48-Stunden-Ultimatum: Wenn die Meeresstraße nicht sofort und ohne Bedrohung vollständig geöffnet werde, würden die USA iranische Kraftwerke angreifen und vollständig "vernichten". Damit drohte Trump explizit mit der Zerstörung ziviler Energieinfrastruktur, was explizit als Kriegsverbrechen gelistet ist.

Ein Sprecher des iranischen "Khatam-al-Anbiya" Hauptquartiers (das zentrale gemeinsame Einsatzführungskommando der gesamten iranischen Streitkräfte) reagierte sofort in aller Schärfe. Sollten die USA iranische Energie- oder Kraftwerke angreifen, dann werde Iran postwendend mit gleicher Münze zurückschlagen und alle lebenswichtigen, zivilen Infrastrukturanlagen der Amerikaner und ihrer Verbündeten in der gesamten Region (einschließlich Israel) zerstören. Namentlich wurden Energieanlagen, IT-Infrastruktur und vor allem Wasser-Entsalzungsanlagen im gesamten Nahen Osten benannt. Für so gut wie alle Golfstaaten ist diese Drohung existenziell, denn zum physischen Überleben sind sie auf funktionierende Entsalzungsanlagen angewiesen, um ausreichend Trinkwasser zu produzieren. Ein Ausfall wäre katastrophal. Denn zur Not kann man wochenlang ohne Elektrizität leben, aber nicht ohne Wasser.

Offensichtlich hat Trump dann doch "kalte Flüße" bekommen und am Sonntag hat er sein Ultimatum, das am Montag ausgelaufen wäre, um weitere fünf Tage verlängert. Man kann nur spekulieren, warum er das getan hat. War es Druck aus den Golfstaaten oder von US-Geschäftsleuten mit Vermögenswerten im Golf oder beides, der Trumps Entscheidung beeinflusst hat? Oder gehört das zu Trumps bekanntem Modus, den dieser Schurke sich in den Zeiten angeeignet hat, als er noch als mafiöser Immobilienhai in New York operierte? Der Abteilungsleiter beim US-Finanzkonzern Goldman, Rich Privorotsky, geht in einem Schreiben an Kunden von Letzterem aus.

Unter dem Titel "Eskalieren, um zu deeskalieren?" verweist er darauf, dass Trumps Verhalten in den letzten 72 Stunden einem bekannten Muster folge. Letzten Freitag gab er sich noch sanfter, um am Samstag zu einem extremen Ultimatum zu eskalieren. Dann am Montag habe er Bereitschaft zum Ausstieg aus der Eskalation signalisiert, um mit dieser plötzlichen Hebelwirkung von der Gegenseite eine Konzession zu erhalten, die er dann als seinen Gewinn, bzw. Sieg einrahmen kann. Nach dem gleichen Skript habe Trump in den Jahren 2017/2018 mit Nordkorea verhandelt und auch mit den Zöllen folge er diesem Muster: eskalieren, anschließend eine Frist setzen, dann einen Ausweg anbieten.

Das Problem sei nur, dass er mit dieser Masche im Umgang mit Iran womöglich kein Glück haben werde, so der Mann von Goldman. Denn Iran habe wahrscheinlich das Muster bereits erkannt und werde keine einfachen Zugeständnisse machen. Das dezentral organisierte IRGC (Iranisches Revolutionsgarde Corps) erschwere Verhandlungen strukturell. Zudem würden der Westen und die anderen Golfstaaten kein Gleichgewicht akzeptieren, wenn Iran de facto die Kontrolle über den Transit durch die Straße von Hormus behalte, so Privorotsky.

Die Eskalationsspirale drehte sich weiter.

Kaum hatte Trump am Montag sein Ultimatum auf 5 Tage verlängert und erklärt, in dieser Zeit keine Energieanlagen in Iran anzugreifen, da griffen US-amerikanische und israelische Raketen wieder iranische Energieanlagen an, wie etwa die Gaspipeline-Kompressor- und -Verteilerstationen bei Isfahan.

Zugleich verdichten sich die Hinweise, dass Elemente der 82. US-Luftlandedivision, eine Spezialeinheit, mit Frachtflügen von ihrer US-Basis in Fort Bragg im Nahen Osten angekommen sind. Die Diskussion über Bodentruppen im Golf oder überhaupt im Nahen Osten, die lange tabu war, scheint plötzlich wieder auf dem Tisch zu liegen. Auch die Schiffe einer Brigade von US-Marine scheinen definitiv auf dem Weg in Richtung Persischer Golf zu sein, um dort ein Unternehmen mit hohem Verlustrisiko zu starten, nämlich auf iranischer Seite Teile der Straße von Hormus zu besetzen.

Derweil soll der beschädigte US-Flugzeugträger Gerald R. Ford, der aktuell nach Hause hinkt, durch den nach George H.W. Bush benannten Träger ersetzt werden. Dessen Passage durch das Rote Meer dürfte jedoch nicht so einfach werden, denn die Huthi-Rebellen im Jemen haben inzwischen offiziell aufseiten Irans den USA den Krieg erklärt. Sie kündigten an, amerikanische Schiffe im Roten Meer anzugreifen: "Dieser Krieg ist ein Krieg der gesamten muslimischen Umma (weltweite Glaubensgemeinschaft)", hieß es in ihrer Erklärung.

Die Lage ist hochgradig volatil. Trump steht unter massivem Druck von allen Seiten. Er dachte, nach einem Tag Bombardierung Irans könnte er den Sieg erklären und sich nach Venezuela erneut als Friedensstifter feiern. Nach einer Reihe von PR-Katastrophen und massiven Kriegsschäden in Israel und einer unbekannten aber sicherlich in die Hundert gehenden Zahl von israelischen Toten und Verwundeten braucht er dringender denn je eine Erfolgsmeldung. Das US-Militär hat jedoch zunehmend Schwierigkeiten, lohnende Ziele in Iran zu finden. Die iranische Armee hat ihre wichtigen Anlagen gut versteckt. Tief in Innere Irans vorzudringen, wird immer riskanter – zumal sich Berichte über abgeschossene US-Flugzeuge (selbst der "unbezwingbaren" F-35) – mehren.

Da bleiben Trump nur noch spektakuläre zivile Ziele wie Kraftwerke. Solche Schläge wären auf Satellitenbildern gut sichtbar und würden Schlagzeilen produzieren. Militärisch bringen sie jedoch wenig. Experten betonen, dass Irans Stromnetz extrem dezentralisiert und robust aufgebaut ist – deutlich widerstandsfähiger als viele westliche Netze. Ein Angriff würde vor allem die Zivilbevölkerung treffen und sie eher gegen die USA aufbringen als das Regime zu schwächen.

Iran hat derweil seine Taktik angepasst. Nach einer ersten Angriffsphase mit älteren, einfacheren Raketen, um die Vorräte des Gegners an Abwehrraketen zu dezimieren, setzt Teheran nun auf modernere, präzisere Systeme, die mit US-Abwehrsystemen wie Patriot Katz und Maus spielen können, wie die Financial Times jüngst berichtete. Die regionale Luftabwehr der USA im Nahen und Mittleren Osten ist bereits stark ausgedünnt.

Fazit

Der Konflikt steuert auf einen Punkt zu, an dem rationales Kalkül auf US-Seite zunehmend durch verzweifelte Inkompetenz und das stark verletzte Ego einen großen Narzissten ersetzt wird. Trump handelt zunehmend erratisch. Seine stündlich wechselnden Drohungen auf Social Media lassen nicht die Spur von einem strategischen Plan erkennen. Selbst langjährige Unterstützer wie der ehemalige Marineoffizier Matt Bracken oder Army-Oberst MacGregor sprechen von "kompletter strategischer Inkohärenz" und fordern Rücktritte von Generälen und Admiralen.

Die Welt steht am Abgrund. Ein echter Angriff auf iranische Atom- oder Kraftwerke könnte eine Kettenreaktion auslösen, die den gesamten Nahen Osten in Flammen aufgehen lässt. Schon jetzt sind die Folgen der aktuellen Situation im Golf für die Weltwirtschaft, die Energiepreise und die globale Stabilität unabsehbar. Waren die Warnschüsse auf Buschehr und Dimona der Vorgeschmack, auf den kommenden finalen Akt?

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