Buchpreis | Ines Geipels Buch „Landschaft ohne Zeugen“ über Buchenwald: Risse im Gedächtnisbeton
Im Sommer 1988 begleitete die Jenaer Germanistikstudentin Ines Geipel zehn Deutschlehrer aus aller Welt in die Gedenkstätte Buchenwald. Davor war sie zuletzt als Schülerin auf dem Weimarer Ettersberg gewesen. Am Abend nach dem Besuch der Gedenkstätte sei Hanna aus Wuppertal gleich zur Sache gekommen, erinnert sie sich in ihrer für den Preis der Leipziger Buchmesse nominierten Quellen- und Selbstbefragung Landschaft ohne Zeugen.
„Was das solle, fragte sie mich. Wo denn in der Ausstellung die Juden seien, die Zeugen Jehovas, die Homosexuellen, die Kriegsgefangenen und die Zwangsarbeiter.“ Sie wisse heute nicht mehr, ob sie etwas gesagt habe, räumt Geipel im Buch ein, aber sie könne sich noch an das Gefühl erinnern, „im Nichts zu stehen, in
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