Von der Kolonie zum Staat: Tunesien wird unabhängig
- warum Tunesien jahrzehntelang unter französischer Kontrolle steht, obwohl ein lokaler Herrscher im Amt ist,
- wie der Anwalt Habib Bourguiba die Unabhängigkeit mit Verhandlungen vorbereitet,
- und weshalb der junge Staat nach 1956 Reformlabor und autoritär regiertes Land zugleich ist.
Am 20. März 1956 unterzeichnet Frankreich in Paris den Vertrag über die Unabhängigkeit Tunesiens. Zuvor steht das nordafrikanische Land 75 Jahre lang unter französischem Protektorat: Der Bey von Tunis bleibt zwar formal Herrscher, doch Verwaltung, Wirtschaft und Militär liegen in französischer Hand.
Schon früh regt sich Widerstand. Der wird vor allem von einer gebildeten Mittelschicht getragen. Aus ihr entsteht eine politische Bewegung, die schließlich von dem Anwalt Habib Bourguiba geprägt wird. Statt auf bewaffneten Aufstand setzt er auf Diplomatie und schrittweise Verhandlungen mit Frankreich.
Nach Jahren in Gefängnissen und im Exil erreicht er sein Ziel: Tunesien wird unabhängig. Bourguiba wird Ministerpräsident, und kurz darauf Präsident eines neuen, strikt säkularen Staates.
Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
- Professor Dr. Rachid Ouaissa, Politikwissenschaftler Naher und Mittlerer Osten, Universität Marburg
- Professor Kmar Bendana, Historikerin für Zeitgeschichte, Universität Manouba (bei Tunis)
- Tarkan Tek: Die Entkolonisierung Tunesiens. Über die langfristigen Auswirkungen des Arabischen Frühlings, Bielefeld 2024
Weiterführende Links:
- Wie ein Gemüsehändler den Arabischen Frühling startete
- Abd el-Krim, Marokkos Freiheitskämpfer (Todestag, 06.02.1963)
- Arabische Liga gegründet (am 22.3.1945)
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Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Marfa Heimbach
Redaktion: Sefa Inci Suvak
Technik: Sarah Fitzek ]]>