Jeden Tag beantwortet ein Experte aus der t-online-Ratgeberredaktion eine Leserfrage rund ums Geld. Heute geht es um die Kosten einer Wärmepumpe für Ein- und Mehrfamilienhäuser. In Deutschland wird wieder mehr über das Thema Heizungstausch gesprochen. Anlass ist die Ankündigung der Bundesregierung , das aktuelle "Heizungsgesetz" zu kippen und in Zukunft Immobilieneigentümern wieder mehr Wahlmöglichkeiten zu bieten . So soll es grundsätzlich erlaubt sein, neue Öl- und Gasheizungen einzubauen, solange sie ab 2029 mit einer steigenden Menge an sogenannten "grünen Gasen" gespeist werden. Trotz der neuen Freiheiten entscheiden sich aber viele Eigentümer gegen den Einbau einer neuen Öl- und Gasheizung und setzen stattdessen auf die Wärmepumpe. Mehrere t-online-Leser denken offenbar ebenfalls darüber nach und wollen wissen, was eine Wärmepumpe kostet. Gibt es Wärmepumpen für Mehrfamilienhäsuer? Und was kostet die Anlage, wenn sie als Ergänzung zur bestehenden Gasheizung installiert wird? Hier sollen diese Fragen beantwortet werden. Was kostet eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus? Die Kosten einer Heizungsanlage – egal, welcher Art – hängen immer von den speziellen Gegebenheiten der betreffenden Immobilie ab. Deshalb können hier nur grobe Zahlen genannt werden, die rein als Orientierung dienen. Faktoren, die die Kosten beeinflussen, sind unter anderem der generelle Zustand des Gebäudes und der bestehenden Heizungen, also ob Heizkörper ausgetauscht oder Rohre erneuert werden müssen. Entscheidend ist auch die Größe des Hauses: Ist es ein Mehrfamilienhaus oder ein Einfamilienhaus? Nicht zu unterschätzen sind auch die Kosten für den Einbau – wer versiert genug ist, kann allein dadurch viel Geld sparen, dass er einige handwerkliche Arbeiten rund um den Einbau selbst übernimmt. Die Wärmepumpe selbst kostet je nach Größe und Marke zwischen 2.000 und 10.000 Euro. Damit ist die Anlage aber noch nicht installiert. Die günstigsten Wärmepumpen sind in der Regel Luft-Wasser-Wärmepumpen, die inklusive Installation in einem Einfamilienhaus mit rund 30.000 Euro zu Buche schlagen. Eine Wasser-Wasser- oder eine Erdwärmepumpe ist wesentlich teurer, da dafür noch Erdbohrungen nötig sind. Deshalb zahlen Eigentümer hier schnell über 40.000 Euro oder gar 50.000 Euro. Das ist am günstigsten: Das kosten klimafreundliche Heizungen Wenn Geld egal ist: Diese Heizung ist die beste für das Klima Doch bei der Kalkulation ist noch zu berücksichtigen, dass der Staat für den Einbau einer Wärmepumpe einen Zuschuss gewährt, der von der Einkommenssituation des Haushalts abhängt. Der Höchstbetrag beträgt 21.000 Euro oder 70 Prozent der Kosten. Die Beantragung der Förderung erfolgt üblicherweise über den Installateur oder mit Unterstützung eines Energieberaters. Wer also eine Wärmepumpe für 30.000 Euro kauft, zahlt im besten Fall nach Abzug der staatlichen Förderung bei voller Ausschöpfung nur 9.000 Euro als Eigenanteil. Heizungstausch: Das sind alle Details zur Heizungsförderung Was kostet eine Wärmepumpe als Ergänzung zu einer Gasheizung? In manchen Fällen überlegen Eigentümer, statt gleich komplett auf die Wärmepumpe zu setzen, erst ein Hybridmodell zu wählen . Es ist also möglich, zu einer bestehenden Gastherme eine Wärmepumpe hinzuzufügen – ein Modell, das vor allem in den Niederlanden beliebt ist. Die Wärmepumpe heizt im Winter den überwiegenden Teil der Zeit, die Gasheizung springt aber an besonders kalten Tagen ergänzend ein. Die Wärmepumpe wäre zwar auch in der Lage, an den kalten Tagen zu heizen – da die Stromkosten aber dann besonders hoch ausfallen können , ist es für manche Eigentümer attraktiver, an diesen Tagen auf das tendenziell günstigere Gas umzusteigen. Wer eine ergänzende Wärmepumpe installiert, kauft typischerweise eine kleinere Anlage und kommt dadurch auf geringere Kosten. Allerdings muss die bestehende Gastherme dann angepasst werden, was extra kostet. Insgesamt kommt man für die Hybrid-Installation auf rund 25.000 Euro. Wenn ein Pufferspeicher für das Warmwasser noch getauscht oder installiert werden muss, dann sind gut 2.000 Euro extra drin. Für die Hybridheizung gelten dieselben Förderbedingungen wie für Wärmepumpen allein. Was kosten Wärmepumpen im Mehrfamilienhaus? Grundsätzlich ist es auch möglich, eine oder mehrere große – und deutlich teurere – Wärmepumpen für ein Mehrfamilienhaus zu installieren. Für diese Art von Einbau gibt es spezialisierte Unternehmen. Das Wohnungsunternehmen Vonovia baut zum Beispiel für seine Häuser Wärmepumpen der Firma Enercube ein . Ein weiteres Unternehmen, das auf Mehrfamilienhäuser spezialisiert ist, ist die Firma Vaestro. Auf Anfrage von t-online erklärt Vaestro-Geschäftsführer Nils Bartig, dass es bei Mehrfamilienhäusern entscheidend sei, ob die bestehende Heizung zentralisiert ist oder dezentral über Gasetagenheizungen funktioniert. "Eine Zentralisierung kostet allein schon 20.000 bis 30.000 Euro", so Bartig. Existiert bereits eine Zentralheizung, dann können je nach benötigter Heizlast für das Gebäude eine oder mehrere große Wärmepumpen nebeneinander installiert werden. Das nennt sich "Kaskadierung", es wird also eine "Kaskade" an Wärmepumpen eingebaut. Für ein 16-Parteien-Haus (Altbau) habe Vaestro zum Beispiel Investitionskosten von rund 120.000 Euro berechnet, inklusive Einbau. "Da haben wir eine 3er-Kaskade installiert, also drei Wärmepumpen", erzählt der Geschäftsführer. Für Mehrfamilienhäuser mit bestehenden Etagenheizungen gibt es aber auch Etagen-Wärmepumpen, die sich immer mehr auf dem Markt etablieren . Zwar ist die Zahl der Unternehmen, die diese anbieten, noch überschaubar, es gibt sie aber. Beispiele sind die Firma Becker Energie oder das schwedische Unternehmen Qvantum. Solche einzelnen Etagen-Wärmepumpen kosten um die 20.000 Euro. Hier sollten sich Eigentümer allerdings überlegen, ob sich die Zentralisierung nicht doch mehr lohnt: Bei vier Wohnungen mit jeweils vier kleinen Etagen-Wärmepumpen ergeben sich Investitionskosten von grob 80.000 Euro ohne Förderung; bei acht Wohneinheiten sind es schon 160.000 Euro, verglichen mit den rund 140.000 bis 150.000 Euro für den Einbau von zwei bis drei großen Wärmepumpen mit Zentralisierung. Auch hier gilt: Ein unabhängiger Energieberater kann bei der Entscheidungsfindung helfen. Wärme-Contracting als Lösung Übrigens: Auch für Mehrfamilienhäuser gibt es eine staatliche Förderung: Für die erste Wohneinheit gibt es, wie oben beschrieben, maximal 21.000 Euro (70 Prozent Zuschuss), für die zweite bis sechste Einheit jeweils maximal 10.500 Euro und ab der siebten Einheit jeweils maximal 5.600 Euro. Wer im Mehrfamilienhaus (oder auch im Einfamilienhaus) diese hohen Investitionskosten nicht stemmen kann oder will, kann auf sogenanntes Wärme-Contracting ausweichen. Dann baut ein Unternehmen die Wärmepumpen ein und übernimmt die gesamten Investitionskosten. Danach verkauft dieses Unternehmen als Energieanbieter die Wärme an die Hauseigentümer/Mieter. Der Wärmevertrag gilt dann in der Regel für zehn bis 15 Jahre, danach gehen die Wärmepumpen in den Besitz der Eigentümer über. Hier sollten Eigentümer die Vertragsbedingungen vorher genau prüfen, um sicherzustellen, dass sie über die Laufzeit nicht zu viel für ihre Anlage bezahlen. Wärme-Contracting kann für manche Eigentümer aber ein gutes Modell sein, um die Anlage ohne Finanzierungsdruck zu erneuern.