Bericht Girls Camp 2026
Freitag
Der Freitag unseres Girls Camps begann genauso, wie man es sich für ein gut organisiertes Trainings- und Freizeitwochenende wünscht. Zwischen 16:30 und 17:30 Uhr kamen die Teilnehmerinnen nach und nach an. Mit Koffern, Rucksäcken und einer Mischung aus Vorfreude und Neugier.
Beim Abendessen war die Stimmung bereits lebhaft und um 19:00 Uhr folgte die offizielle Begrüßung und eine Schachrallye durch die Jugendherberge. Bis 20:30 Uhr gab es sogar eine Disco von Seiten einer parallelen Freizeit, bei der unsere Teilnehmerinnen ebenfalls mittanzen durften.
Um 21:00 Uhr kehrte offiziell Bettruhe ein. Die Zimmer wurden langsam ruhiger, Gespräche verstummten, und auf den Fluren breitete sich endlich Stille aus. Für uns begann nun der organisatorische Teil des Abends. Trainingsmaterialien für Samstag mussten noch gedruckt, Aufgabenblätter sortiert und Urkunden für Sonntag vorbereitet werden.
Alles lief wunderbar. Arbeitsblatt eins, zwei, drei, vier, fünf – der Drucker arbeitete zuverlässig.
Dann stoppte er.
Auf dem Display erschien die nüchterne Nachricht: „Schwarze Tinte leer.“
Zunächst reagierten wir gelassen. Natürlich hatten wir Ersatzpatronen dabei. Wir sind schließlich vorbereitet. Mit einem selbstbewussten Griff in die Materialkiste förderten wir… drei blaue Patronen zutage. Und drei rote. Der Drucker jedoch zeigte sich unkooperativ. Ohne schwarze Tinte druckte er schlichtweg gar nichts mehr. Keine Arbeitsblätter und keine Urkunden.
Nach kurzem Suchen tauchte sie auf: eine alte schwarze Patrone. Eigentlich schon leer. Zumindest theoretisch. Aber vielleicht noch mit einem Rest Hoffnung. Wir setzten sie ein. Der Drucker brummte. Er ratterte. Er überlegte offenbar sehr gründlich, ob er uns diesen Gefallen noch tun wollte. Und dann begann er tatsächlich wieder zu drucken.
Urkunde um Urkunde kam heraus. Wir standen daneben, wagten kaum zu sprechen, als könnte jedes falsche Wort die letzten Tintentröpfchen verschrecken. Am Ende schaffte er 21 Stück und 5 Arbeitsblätter. Dann war endgültig Schluss.
Samstag
Am Samstagmorgen gegen 7 Uhr machte sich Rosalieauf die Suche nach Ersatz. Erster Halt: Kaufland. Leider nicht die richtigen Patronen. Zweiter Halt: Rossmann. Dort stellte sich heraus, dass man zwar Fotos drucken lassen kann, aber keine normalen Dokumente. Die Mission blieb also erfolglos. Also beschlossen wir, pragmatisch zu bleiben. Das Training am Samstag lief trotzdem nach Plan. Nach dem Frühstück folgten drei intensive Einheiten, in denen konzentriert gearbeitet wurde. Materialien, die nicht gedruckt werden konnten, wurden kurzerhand handgeschrieben oder mit dem Beamer an die Wand projiziert. Improvisation ist schließlich auch eine Fähigkeit. Am Nachmittag sorgten Bügelperlen und SingStar für beste Laune, bevor am Abend der Film „Ich – Einfach unverbesserlich 4“ gemeinsam geschaut wurde.
Sonntag
Am Sonntagmorgen begann nach dem Frühstück und der abgeschlossenen Zimmerräumung das Schnellschachturnier, der sportliche Höhepunkt des Wochenendes. Gespielt wurden sieben Runden im Schweizer System mit jeweils 15 Minuten Bedenkzeit pro Spielerin und Partie.
Ab 9:25 Uhr lief die erste Runde, danach folgten im Laufe des Vormittags die weiteren Begegnungen. Aus Schiedsrichtersicht lief das Turnier einwandfrei, sodass wir bereits vor dem Mittagessen sechs Runden gespielt hatten. Spätestens dann war die Aufregung deutlich spürbar, denn auch die letzte Partie konnte noch Einfluss auf die Platzierungen haben.
Bei der anschließenden Siegerehrung gab es gleich mehrere Gründe zur Freude. Den Namensschildwettbewerb gewannen Sonja, Marlene und Alisa mit besonders kreativen Gestaltungen. Im Turnier sicherten sich Sonja und Marlene den dritten Platz, Yucheng und Cattleya erreichten den zweiten Platz, und den ersten Platz belegten Anabel und Nelli.
Mit Applaus, Urkunden und vielen stolzen Gesichtern endete das Turnier und kurz darauf machten sich alle auf den Heimweg.
Und fürs nächste Jahr?
Packen wir definitiv mehr schwarze Patronen ein.