Landesmeisterschaften U18/U21 am 31. Januar 2026
Oder: Freude und Leid liegen oft nah beieinander…
Der sportliche Traum der Teilnahme an einer Deutschen Meisterschaft geht nur über die Etappen Bezirksmeisterschaft, Landesmeisterschaft und Mitteldeutsche Meisterschaft. Mit Platz 1 bis 3 bei der Bezirksmeisterschaft hatten sich Finn P., Emilia, Johanna und Alisa in der U18 für die nächste Etappe qualifiziert. Bei der U21 konnten Alisa, Finn W., Conrad und Titus ohne Qualifikation teilnehmen.
Die U18 startete am Morgen, konnte auf Grund des kurzen Weges dennoch entspannt anreisen. Nach einer gründlichen Erwärmung starteten die Wettkämpfe auf 4 Matten. Alle unsere Sportler waren aber erst im 2. Block, sodass es dann Schlag auf Schlag ging.
Emilia und Johanna hatten -48kg mit 10 Teilnehmern eine quantitativ und qualitativ stark besetzte Gewichtsklasse. Johanna hatte ein Freilos, Emilia startete gegen eine Rodewischerin und brachte trotz dominatem Kampf einfach keine Wertung auf die Matte, ließ im Boden zuviele Chancen liegen und gewann am Ende mit 3 Passivitätsshido für die Blaugurtin nach 9:43min. Nach nur 10 min Pause musste sie schon wieder ran, konnte auch in diesem Kampf trotz Dominanz keine Wertung erzielen und musste der Bautznerin den Sieg überlassen. Mit gehörig Frust startete sie in die Trostrunde und besiegte die Chemnitzer Braungurtin und die Werdauer Gelb-Orange-Gurtin mit tiefem Seoi-Nage und stand im Kampf um Platz 3. Die Gegnerin wurde ausgerechnet unter Beteiligung von Johanna ermittelt: Nach dem Freilos gewann Johanna gegen die Skeuditzer Orange-Grüngurtin mit 2 Waza-Ari für Konter und Sode-tsuri-komi-goshi und stand nun im Halbfinale gegen die 2. Rodewischerin in der Liste. In einem harten Griffkampf fiel es Johanna zuerst schwer zu eigenen Ansätzen zu kommen und sie geriet mit Yuko in Rückstand. Im Kampfverlauf wurde Johanna stärker und sicherte sich mit Waza-Ari für Uchi-Mata den Sieg. Damit stand Johanna im Finale und Emilia im Kampf um Platz 3 gegen die Rodewischerin, gegen die sie zuletzt immer verlor. Emilia fightete über die volle Zeit mit viele Ansätzen, für die sie aber zum Teil leider auch Strafen erhielt und als Aktivere nach geltendem Regelwerk leider verdient mit 3 Strafen ausschied, obwohl die passivere Gegnerin nicht einen Shido erhielt. Damit scheiterte Emilia nach ganzen 5 Kämpfen (alle anderen hatten in der -48kg höchstens 3) knapp an Platz 3 und der ersehnten Quali zur MDEM. Johanna hatte die Quali schon in der Tasche und wollte nun den Landesmeistertitel. Gegen die erfahrene Leipziger Sportschülerin hingen die Trauben jedoch sehr hoch. Gegen den routinierten Kampfstil fand Johanna keine Mittel und musste nach 2 Waza-Ari für Sumi-gaeshi die Überlegenheit der Blaugurtin anerkennen, konnte sich aber über einen sehr wertvollen 2. Platz freuen.
Alisa kämpfte -52kg (7 Teilnehmer) im Doppelpool und musste zuerst gegen eine Chemnitzer Sportschülerin auf die Matte. Das Ziel, ihr das Leben so schwer wie möglich zu machen, erreichte sie ganz gut – auch wenn die Grüngurtin allerhand Wertungen sammeln konnte und Alisa (!!!) im Hebel (!!!) zur Aufgabe zwang. Nun musste der nächste Kampf gewonnen werden, damit Alisa ins Halbfinale einziehen konnte. Diese Aufgabe löste sie souverän mit einem Hebel aus Sankagu. Im Halfinale traf sie auf die nächste Sportschülerin und spätere Siegerin, die wiederum Alisa mit Sankagu besiegte. Damit der 3. Platz und die verdiente Quali für Alisa in einem kleineren, aber starken Teilnehmerfeld, in dem hinter 3 Sportschülern quasi nur noch 1 Qualiplatz zu vergeben war.
Finn war als letztes dran und hatte –46 kg nur 4 Teilnehmer und die Quali für die MDEM von vorherein sicher. Aber so einfach wollte er es sich nicht machen. Trotz 2er Kadersportler wollte er gut (mit)kämpfen und sich seine Medaille verdienen. Im ersten Kampf gegen den Holzhausener Sportschüler gelang ihm das nicht und er fiel nach nur wenigen Sekunden auf tiefen Sode-tsuri-komi-goshi. Der 2. Kampf war der einzig wirklich machbare, jedoch hatte Finn noch nie gegen den Leipziger Grüngurt gewonnen. Sein Ziel vor Augen ging er mit Waza-Ari für Feshalte in Führung und legte mit einem Hebel in Bauchlage nach. Im letzten Kampf gegen einen Orange-Grüngurt stand Finn zwar etwas länger, musste aber nach 2 tiefen Seoi-Nage die Überlegenheit des Chemnitzers anerkennen, hatte sich seinen 3. Platz aber redlich verdient.
Während der Siegerehrung der U18, erwärmte sich die U21, die im Vergleich zu den vergangenen Jahren sehr stark besetzt war. Mit Ende der Siegerehrung ging es mit den Kämpfen, bei denen teilweise 3 Weixdorfer gleichzeitig starteten, sofort los.
Conrad hatte -81kg (15 Teilnehmer) zuerst einen sehr kleinen Grüngurt als Gegner, den er im Griff dominierte und mit Fußtechniken sensationell ins Wackeln brachte. Da er die Zughand des Gegners nicht unter Kontrolle bekam, reichte es jedoch nicht für eine Wertung. Unglücklicherweise geriet Conrad in eine Festhalte, aus der er sich nicht befreien konnte. In der Trostrunde wurde ihm gegen einen Rammenauer Schwarzgurt ebenfalls eine Festhalte zum Verhängnis und Conrad schied aus. Im ersten U21-Jahr hingen die Trauben in der -81kg heute sehr hoch.
Finn hatte -66kg und 14 Teilnehmern mal wieder kein Losglück. Nach einem souveränen Sieg mit Kami-shio-gatame in Kampf 1 stand er dem international erfahrenen Sportschüler und späteren Sieger aus Leipzig gegenüber. In einem beeindruckenden Kampf gelang dem Leipziger in der regulären Kampfzeit nicht ein Ansatz, wohin gegen Finn mit diszipliniertem Griffkampf für mehrere Wackler sorgte und fast mit tiefem Seoi-Nage punktete. Im Golden Score musste sich Finn dann leider einem Konter beugen. In der Trostrunde ging es nun gegen einen Freitaler weiter, der leider zu Kampfbeginn mit 2 Yukos punktete und seine Vorsprung die restliche Zeit extrem defensiv verteidigte. Dafür erhielt er zwar 2 Shidos, rettete sich aber clever über die Zeit. Damit war Finn überraschend ausgeschieden, obwohl die Platzierung und die Quali zur MDEM eigentlich möglich gewesen wären. In dieser verrückten Gewichtsklasse lag alles sehr nah beeinander, haben doch über Kreuz fast alle im Kreis denjenigen besiegt, der wiederum den besiegt hat, gegen den sie vorher verloren haben (könnt ihr mir noch folgen?). Finns Gegener standen jedenfalls nachher alle drei im Kampf um Platz 3 bzw. im Finale – nur einer hat verloren. Extrem ärgerlich!
Titus ging -90kg (12 Teilnehmer) ohne Freilos an den Start und fand nur schwer in den Wettkampf. Einen Waza-Ari für Sasae-Tsuri-Komi-Ashi und einen weiteren Yuko rettet er mühsam über dei Zeit. In den beiden folgenden Kämpfen war er warm und gewann gegen den Sieger der U18 nach nur 1 Minute mit einer schönen Fege und im Halbfinale mit Würge (Hadaka-Jime). Im Finale traf er auf einen Zittauer, der nur in Deutschland den gelben Gürtel trägt und in den vorhergehenden Kämpfen mit unorthodoxem Kampfstil inkl. vieler Tritte aufgefallen ist. Titus entging diesem Spektakel und besiegte ihn einfach nach 16 Sekunden – schon wieder mit Fußtechnik. Damit sicherte uns Titus am heutigen Tag den einzigen Landesmeistertitel und natürlich auch die Qualifikation zur MDEM.
Alisa durfte als ältester Jahrgang U18 in der U21 noch einmal antreten und hatte es in der-52kg diesmal mit 6 Teilnehmern zu tun. Mit ein bisschen Losglück landete sie mit den beiden im Pool, gegen die sie auch schon bei der BEM gekämpft hat. Doch diesmal besiegte Alisa watbeide. Die stürmische Sachsenwerkerin fiel erst auf Fege und dann 2x auf tiefen Seoi-Nage und auch die Blaugurtin aus Mickten war Alisas tiefem Seoi-Nage nicht gewachsen. Damit stand Alisa wieder im Halbfinale und traf dort auf die deutlich ältere Schwarzgurtin aus Leipzig, die sich sonst immer mit Caro battelt. Alisa rief wieder die Strategie vom 1. Kampf in der U18 auf, ihrer Gegnerin das Leben so schwer wie möglich zu machen und es gelang auch diesmal. Zwar musste sie nach 3 min die Segel streichen, belegte aber auch in der höheren Altersklasse den 3. Platz und sicherte sich noch ein Ticket zur MDEM.
Gesundheitlich nicht auf der Höhe sind wir in die Landesmeisterschaften dieses Jahr leider fast nur mit angeschlagenen Sportlern gestartet. Unter diesen Vorzeichen sind die Leistungen nicht hoch genug zu bewerten. Mit 3 Teilnehmern in der U18 und 2 in der U21 werden wir bei den Mitteldeutschen Meisterschaften stark vertreten sein. Dass es dennoch nicht bei allen gereicht hat, schmerzt meine Trainerseele sehr. Kopf hoch! Aus solchen verlorenen Kämpfen lernt man das Meiste!
Zusammenfassung:
| Nachname | Vorname | AK | GK | TN | Kämpfe | gew. | ver. | Platz |
| Makowski | Johanna | U18 | -48 | 10 | 3 | 2 | 1 | 2. |
| Pappermann | Emilia | U18 | -48 | 10 | 5 | 3 | 2 | 5. |
| Riedel | Alisa | U18 | -52 | 7 | 3 | 1 | 2 | 3. |
| Pappermann | Finn | U18 | -46 | 4 | 3 | 1 | 2 | 3. |
| Riedel | Alisa | U21 | -52 | 6 | 3 | 2 | 1 | 3. |
| Wurlitzer | Finn | U21 | -66 | 14 | 3 | 1 | 2 | – |
| Ritter | Conrad | U21 | -81 | 15 | 2 | 0 | 2 | – |
| Wünsch | Titus | U21 | -90 | 12 | 4 | 4 | 0 | 1. |