Auszeichnungen: Marburger Kamerapreis für Florian Hoffmeister
Florian Hoffmeister wird für seine vielseitige Bildgestaltung mit dem Marburger Kamerapreis 2026 geehrt. Was die Jury an seinem Stil besonders schätzt.
Der Kameramann und Regisseur Florian Hoffmeister erhält den Marburger Kamerapreis 2026. Ob Kostümfilm oder Serie, Komödie oder Thriller - Hoffmeister sei in seiner Arbeit so vielfältig wie das Kino selbst, erklärte Marburgs Oberbürgermeister und Kulturdezernent Thomas Spies (SPD). Bewegung spiele darin eine wichtige Rolle, ergänzte Malte Hagener vom Institut für Medienwissenschaften der Marburger Philipps-Universität und Leiter des Marburger Kamerapreises. "Bewusst entscheidet er, wann die Kamera sich mit einem Charakter bewegt oder stehen bleibt."
Der Preis honoriere die klare und unaufgeregte Kameraführung von Hoffmeister ebenso wie seine ausdrucksstarke Bildgestaltung und das nuancierte Zusammenspiel von Licht, Farbe und Dunkelheit, begründete der Beirat die Auszeichnung für Hoffmeister.
Große Bandbreite des Schaffens
Der 1970 in Braunschweig geborene Hoffmeister hatte zunächst unter anderem durch Praktika als Beleuchter und im Kameraverleih Erfahrungen im Filmbereich gesammelt. Nach einem Regie- und Kamerastudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie (DFFB) in Berlin hatte er sein Debüt mit dem Kurzfilm "Stimmen der Welt" (1997), der für den Bundeskurzfilmpreis nominiert wurde.
Mit "Paul is dead" von Hendrik Handloegten (2000) war er erstmals hauptverantwortlicher Kameramann eines Langfilms. Es folgte unter anderem die Bildgestaltung für "Berlin is in Germany" (2001) und "Liegen lernen" (2003). Außerdem wirkte Hoffmeister unter anderem an "Tatort"- und "Polizeiruf 110"-Produktionen mit.
Für Oscar nominiert
Nach seinem Wechsel nach Großbritannien machte der Kameramann als Bildgestalter für Filme wie "The Deep Blue Sea" (2011) und "A Quiet Passion - Das Leben der Emily Dickinson" (2016) auch international auf sich aufmerksam. Für den Spielfilm "Tár" unter der Regie von Todd Field und mit Cate Blanchett in der Hauptrolle (2022) wurde Hoffmeister erstmals für einen Oscar nominiert.
Zuletzt wirkte er an der Komödie "Die Rosenschlacht" (2025) mit, bei der Jay Roach Regie führte. Florian Hoffmeister nimmt den mit 5.000 Euro dotierten Marburger Kamerapreis am 15. Mai im Cineplex Marburg entgegen. Die Philipps-Universität und die Stadt Marburg vergeben die Auszeichnung in diesem Jahr zum 25. Mal.