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Deutschland schickt Bundeswehrsoldaten nach Grönland

Um die militärische Präsenz in Grönland zu erhöhen, startet Dänemark eine Nato-Übung in der Region. Jetzt ist klar: Auch Deutschland beteiligt sich daran. Deutschland schickt Soldaten der Bundeswehr nach Grönland . "Wir beteiligen uns an einer von Nato-Staaten geführten Übung 'Arctic Endurance'", bestätigten Regierungskreise t-online. Zuerst hatte "Bild" berichtet. Das Verteidigungsministerium teilte am Abend mit, dass am Donnerstagmorgen 13 Bundeswehrsoldaten zu einer Erkundungsmission nach Grönland aufbrechen werden. Ein Krisentreffen in Washington am Tag zuvor ergebnislos geendet, US-Präsident Donald Trump hält nach dänischen Angaben an seinem Anspruch auf Grönland fest. Das Erkundungsteam soll mit einer Airbus-Transportmaschine vom Typ A400M nach Nuuk in Grönland gebracht werden. Die Erkundungsmission werde vor Ort zusammen "mit Vertretern weiterer Partnernationen" stattfinden, heißt es weiter. Ziel sei es, die Rahmenbedingungen für "mögliche militärische Beiträge zur Unterstützung Dänemarks bei der Gewährleistung der Sicherheit der Region" zu erkunden. Die Mission soll vom 15. bis 17. Januar dauern. Erste europäische Soldaten landeten bereits in der Nacht zum Donnerstag auf der Insel. Einem Bericht der "Bild" zufolge kam eine Hercules-Militärmaschine der dänischen Armee auf dem Zivilflughafen der Hauptstadt Nuuk an. An Bord sollen sich demnach neben dänischen auch französische Soldaten befunden haben. Eine weitere dänische Maschine landete offenbar auf dem dänischen Stützpunkt Kangerlussuaq. Republikaner gegen Grönland-Pläne: Damit hat Trump nicht gerechnet Newsblog: Alle Entwicklungen in der US-Politik Schwerpunkt des Einsatzes soll laut Regierungskreisen die Seeraumaufklärung sein. Vor wenigen Monaten hatte die Bundeswehr den neuen Seefernaufklärer Poseidon P-8A in Dienst gestellt . Das moderne Kampfflugzeug überwacht Seewege und ist auf U-Boot-Jagd spezialisiert. Vergangenen Oktober hatte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) zudem Pläne verkündet, Poseidon-Flugzeuge zeitweilig in Island zu stationieren, um die Sicherheit in der Region zu stärken. Doch nun könnte die Poseidon – bisher wurde erst eines von acht bestellten Flugzeugen ausgeliefert – zu einem späteren Zeitpunkt auch in Grönland zum Einsatz kommen, heißt es. Die 13-köpfige Erkundungsmission soll daher auch mögliche Landeplätze in Grönland prüfen. Die Erkundungsmission läuft unter dänischer Führung. Das geht aus einer gemeinsamen Mitteilung des dänischen Außenministeriums und des grönländischen Ministeriums für Äußeres und Forschung hervor. Dies geschehe demnach im Zusammenhang mit militärischen Übungen mit sowohl Flugzeugen, Schiffen als auch Soldaten – und in enger Zusammenarbeit mit Nato-Verbündeten. Grund für die Übung: "sicherheitspolitische Spannungen" Ziel sei es, die Fähigkeit zum Einsatz unter den besonderen Bedingungen in der Arktis zu trainieren und die Präsenz des Verteidigungsbündnisses zu stärken. Bei den Übungsaktivitäten könne es sich laut der Mitteilung unter anderem um die Unterstützung grönländischer Behörden wie der Polizei, die Überwachung systemrelevanter Anlagen, den Einsatz von Kampfflugzeugen in und um Grönland, die Lösung von Marineaufgaben sowie die Entgegennahme alliierter Truppen handeln. Grund dafür sei, dass sich "die sicherheitspolitischen Spannungen bis in die Arktis" ausgedehnt haben. Der Konflikt um Grönland droht die Nato zu spalten. Ein Treffen hochrangiger Vertreter der USA , Dänemarks und Grönlands in Washington brachte keine Lösung. Der dänische Außenminister Lars Lökke Rasmussen sagte danach, Trump wolle Grönland weiterhin "erobern". Rasmussen äußerte sich an der Seite seiner grönländischen Kollegin Vivian Motzfeldt, beide hatten zuvor mit US-Vizepräsident JD Vance und US-Außenminister Marco Rubio auf dem Gelände des Weißen Hauses beraten. Trump selbst äußerte sich nach dem Gespräch ohne seine Teilnahme dagegen ungewohnt versöhnlich. Die USA hätten "eine sehr gute Beziehung zu Dänemark", sagte er vor Journalisten im Oval Office. "Ich glaube, es wird sich etwas ergeben." Kurz zuvor hatte er noch den Besitzanspruch der Vereinigten Staaten auf Grönland bekräftigt. Die USA müssten Grönland kontrollieren, alles andere sei "inakzeptabel", betonte der US-Präsident. Die riesige Arktis-Insel sei für den Aufbau des US-Raketenabwehrschirms "Golden Dome" von entscheidender Bedeutung, schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social . Trump hatte seinen Anspruch in den vergangenen Tagen auch geopolitisch begründet: "Wenn wir Grönland nicht nehmen, werden es Russland oder China tun, und das werde ich nicht zulassen", sagte er. Der US-Präsident schloss dabei auch militärische Mittel nicht aus. Grüne begrüßen Bundeswehrmission Die Grünen begrüßen den Bundeswehreinsatz. Das ist ein starkes Symbol", sagte Verteidigungsexpertin Sara Nanni der "Rheinischen Post". Die Gespräche in Washington hätten nicht dazu geführt, dass US-Präsident Donald Trump seine Gebietsansprüche aufgebe. "Wichtig wäre deshalb, dass diese militärische Geste der Solidarität mit Dänemark durch handfeste diplomatische Drohungen Richtung Weißes Haus ergänzt werden. Nur dann kann man Trump von seinem Wahnsinn abhalten", so Nanni. Bundeskanzler Friedrich Merz müsse klarmachen, dass es Konsequenzen für die USA hätte, wenn diese weiter am Zusammenhalt in der Nato zündelten, indem sie die territoriale Integrität eines Mitgliedsstaates infrage stellten. Strack-Zimmermann: "Genau die richtige europäische Initiative" Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im EU-Parlament, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), sagte der "Rheinischen Post": "Dies ist genau die richtige europäische Initiative, um dem Weißen Haus unmissverständlich klarzumachen, dass wir an der Seite Grönlands beziehungsweise Dänemarks stehen." Der verteidigungspolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Thomas Erndl (CSU), sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Damit zeigen die Europäer einerseits, dass sie die Sicherheitsbedenken der USA adressieren, und andererseits, dass jede nicht abgesprochene Aktion des US-Präsidenten eine unmögliche Situation hervorrufen würde." Auch andere EU-Länder schicken Soldaten Kurz vor dem Krisentreffen im Weißen Haus hatte die dänische Regierung angekündigt, ihre Militärpräsenz auf Grönland zu verstärken. Die Armee setze mit sofortiger Wirkung Einheiten zu Manövern auf der Insel ein, erklärte das Außenministerium in Kopenhagen . Dies werde "zu einer verstärkten Militärpräsenz in und um Grönland führen", unter anderem durch die Präsenz von Flugzeugen, Schiffen und Soldaten, auch von Nato-Verbündeten. Auch Frankreich , Norwegen und Schweden kündigten an, noch am Mittwoch Militärpersonal nach Grönland zu schicken. Das geschehe auf eine Anfrage aus Dänemark hin, schrieb der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson auf X. "Einige Offiziere der schwedischen Streitkräfte treffen heute in Grönland ein. Sie sind Teil einer Gruppe aus mehreren verbündeten Ländern", hieß es in dem Post. Insgesamt seien an dem Militärmanöver mehrere Tausend Soldaten aus "mehreren verbündeten Ländern" beteiligt. Präsident Emmanuel Macron schrieb am Mittwochabend auf der Plattform X, die ersten Militärangehörigen seien unterwegs. "Weitere werden folgen." Norwegen werde zwei Soldaten im Zuge einer besseren Kooperation der Nato schicken, teilte Verteidigungsminister Tore Sandvik am Mittwoch mit. Grönland ist ein autonomer Teil des Königreichs Dänemark und damit Teil der Nato. Eigene Streitkräfte hat die Arktis-Insel nicht. Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte sich klar gegen die Ansprüche der USA auf Grönland gewandt. Von den Vereinten Nationen beauftragte Experten erklärten, Trumps Machtanspruch erinnere "an die Logik kolonialer Herrschaft". Die Gruppe rief die Vereinigten Staaten auf, Grönlands Recht auf Selbstbestimmung zu respektieren. Die sieben Experten wurden vom UN-Menschenrechtsrat beauftragt, sprechen aber nicht für die UN als Organisation.




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