Fußball-Bundesliga: "Die Rutsche geht los": Bayern mit wegweisendem XXL-Programm
Mit sieben Spielen in 21 Tagen erlebt der FC Bayern einen knackigen Jahresstart. Für Trainer Kompany hat das Hammer-Programm sogar Einfluss auf die Titelchancen. Ein ersehntes Comeback naht.
Wenn es für Vincent Kompany bei seinem kleinen Münchner Trainer-Jubiläum überhaupt einen Anlass zur Sorge gibt, dann hat das nichts mit der Konkurrenz zu tun. Vor seinem 50. Bundesligaspiel mit dem FC Bayern macht sich der 39-Jährige allenfalls Gedanken darüber, ob sein von Rekord zu Rekord eilendes Ensemble die Start-Strapazen des XXL-Januars gut übersteht.
Sieben Spiele in 21 Tagen
"Es sind nicht nur die Englischen Wochen, sondern auch direkt drei Spiele in den ersten sechs Tagen. Das ist schon heftig. Gerade, wenn man aus dem Urlaub kommt", sagte Kompany. Fünf Bundesliga- und zwei Champions-League-Partien in 21 Tagen lautet das Hammer-Programm, das für den schon feststehenden Herbstmeister am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) daheim gegen den VfL Wolfsburg beginnt.
Nach Einschätzung von Kompany kann die Startphase 2026 gleich mitentscheidend für den gesamten Saisonerfolg sein. "Wenn der Kader diese Phase übersteht, kommen wir ganz stark in die ganze wichtige Phase der Saison, in der alles entschieden wird", sagte der Belgier.
Mit dem nach einem Muskelfaserriss genesenen Kapitän Manuel Neuer, aber wohl noch ohne Mittelfeldchef Joshua Kimmich soll nach dem 5:0 im Testspiel gegen Red Bull Salzburg der Jahresaustakt gleich wieder erfolgreich sein. "Wir haben sehr viel Motivation für das, was wir in 2026 erreichen wollen", sagte Kompany. Die Mannschaft habe schon wieder "richtig Bock" - auf drei Titel.
Beeindruckende Vorjahreszahlen
"Unser Ziel ist es, wieder in Form zu kommen und im entscheidenden Moment da zu sein", sagte Sportvorstand Max Eberl. "Peu à peu" wolle man sich an das Niveau des Vorjahres heranarbeiten.
Dieses Niveau sorgte für beeindruckende Zahlen: Kein anderes Team in Europas Topligen kassierte so wenige Niederlagen, im gesamten Jahr waren die Münchner Tabellenführer. Mit 13 Siegen, zwei Unentschieden und einer Tordifferenz von plus 44 hat der FC Bayern nach 15 Spieltagen die beste Zwischenbilanz der Bundesliga-Histtorie.
Musiala-Rückkehr gegen Wolfsburg?
Vorstandschef Jan-Christian Dreesen äußerte den Wunsch, "diesen begeisternden Offensivfußball" der ersten Saisonhälfte weiter sehen zu wollen. "Und möglichst wenig Verletzte", ergänzte er.
Nachdem in der Hinrunde bereits Alphonso Davies und Hiroki Ito nach langen Verletzungen zurückkehrten, naht nun das Comeback von Jamal Musiala nach dessen schwerer Beinverletzung. "Wir haben gesagt, wenn es eines von den nächsten drei Spielen ist, in denen er vielleicht einige Minuten bekommt, dann sind wir zufrieden. Alles im Moment läuft positiv", sagte Kompany. Winkt dem Nationalspieler vielleicht schon ein Bank-Plätzchen gegen den VfL?
Karl als Wegweiser für weitere Talente?
Beim öffentlichen Training in der Wolfsburg-Vorbereitung huschte Musiala immer wieder ein Lächeln über das Gesicht. Der Nationalspieler konnte sein Programm in dieser Einheit weiter steigern. Ein Risiko werden die Münchner bei ihrem Mittelfeldkünstler aber nicht eingehen. Ebenso bei Kimmich, der seine langwierigen Probleme am Sprunggelenk bestmöglich auskurieren soll.
"Es wird keine ellenlange Geschichte. Aber es kann schon noch ein paar Tage dauern", hatte Eberl nach dem Test in Salzburg gesagt. Es soll für Kimmich nicht zu einem "On-off" werden, also mal spielen, mal pausieren, so Eberl.
Die Bayern können sich bei neun Punkten Vorsprung nach 15 Spieltagen diesen Luxus leisten. Und auch den, die Belastung weiter auf den gesamten Kader zu verteilen. Möglicherweise bekommen wie in Salzburg auch Nachwuchskräfte weiter eine Chance. Der Weg des furiosen Lennart Karl (17) weckt jedenfalls viele Hoffnungen.
"Der Januar ist pickepackevoll. Aber wir freuen uns trotzdem drauf", sagte Eberl. Jetzt gehe es gegen Wolfsburg - "und dann geht alle drei Tage die Rutsche los".