NS-Zeit | Die vergessene Balkanroute: Marie-Janine Calic erinnert an die Flucht vor den Nazis
In „Agram“ solle sie aussteigen, hatte der Schlepper noch gesagt, als er die durchnässte und entkräftete Frau an der ersten jugoslawischen Bahnstation abgesetzt hatte. Endlich, im dritten Anlauf und nach wochenlangem Zittern, schien der Berlinerin Gertrude Najman die Flucht gelungen. Nur: Einen Bahnhof namens Agram gab es auf der ganzen Strecke nicht.
Da sei sie schon zu weit gefahren, meinte der Schaffner, und schickte sie wieder zurück in die Gegenrichtung. Aber wieder kein Agram! Endlich klärte ein Mitreisender sie auf: Ihr Reiseziel hieß in der Landessprache „Zagreb“. Da war die Unglückliche an der zweitgrößten Stadt des Landes schon zweimal vorbeigefahren. Es ist nur eine skurrile Anekdote in der tragischen Geschichte von
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