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Trump droht nach Venezuela weiteren Staaten: Wer ist im Visier der USA?

Kaum ist die US-Intervention in Venezuela vorerst beendet, droht Donald Trump weiteren Staaten. Gleich fünf Länder rücken in den Fokus des US-Präsidenten. Der aus US-Perspektive erfolgreich verlaufene Militärschlag gegen Venezuela scheint bei Präsident Donald Trump Hunger auf mehr geweckt zu haben. Am Sonntag drohte der 79-Jährige an Bord seiner Präsidentenmaschine weiteren Ländern mit Interventionen des US-Militärs. So warf Trump dem kolumbianischen Präsidenten Gustavo Petro einmal mehr vor, in den Kokainhandel verwickelt zu sein. "Er wird das nicht mehr lange machen", sagte der US-Präsident über Petro. Trump erklärte zudem, Kuba sei "kurz davor, zu fallen" und bekräftigte seinen Wunsch, die Kontrolle über die zu Dänemark gehörende Insel Grönland zu übernehmen. Nicht zuletzt drohte er auch Mexiko (ebenfalls wegen angeblicher Verwicklungen in den Drogenhandel) und dem Mullah-Regime im Iran . Trump bekräftigt damit seinen Anspruch, mindestens auf dem Doppelkontinent Amerika die Vorherrschaft ausüben zu wollen. Das entspricht der im Dezember veröffentlichten neuen Nationalen Sicherheitsstrategie der USA . Darin ist von einer Neuinterpretation der sogenannten Monroe-Doktrin die Rede, einer außenpolitischen Leitlinie der USA, die ihre Wurzeln im 19. Jahrhundert hat. Müssen die von Trump genannten Staaten angesichts seiner neuen Drohungen nun tatsächlich um ihre Souveränität fürchten? t-online gibt einen Überblick über die Länder, die Trump nach Venezuela ins Visier nehmen könnte. Newsblog: Alle aktuellen Entwicklungen nach dem US-Angriff auf Venezuela Kommentar zum Angriff auf Venezuela: Wie Trumps Blitz-Attacke die Welt verändert Die "Donroe-Doktrin" der US-Regierung unter Donald Trump Die Monroe-Doktrin geht auf US-Präsident James Monroe (er regierte von 1817 bis 1825) zurück. In ihr definierten die Vereinigten Staaten ihren Vormachtanspruch in Süd- und Nordamerika sowie der Karibik , während neue europäische Kolonialisierung ausgeschlossen wurde. Die aktuelle US-Administration scheint sich an diesen politischen Leitplanken zu orientieren. In US-Medien ist in Anlehnung an Trumps Vornamen schon von der "Donroe-Doktrin" die Rede. Der Republikaner hatte bei einer Pressekonferenz nach dem Angriff auf Venezuela gesagt: "Die amerikanische Dominanz in der westlichen Hemisphäre wird niemals wieder infrage gestellt." Mit der westlichen Hemisphäre ist meist der Doppelkontinent Amerika samt umliegender Inseln gemeint. Laut der Nationalen Sicherheitsstrategie der USA zielt Trumps Interpretation dieser außenpolitischen Prinzipien darauf ab, Massenmigration in die Vereinigten Staaten zu verhindern und gemeinsam mit ausländischen Regierungen gegen Drogenschmuggler und Kartelle vorzugehen. Zudem wollen sich die Vereinigten Staaten einen "fortgesetzten Zugang zu wichtigen strategischen Standorten" sichern. Grönland Zur westlichen Hemisphäre gehört auch die Insel Grönland. Das autonom verwaltete Gebiet in der Arktis gehört zum Nato-Staat Dänemark. "Wir brauchen Grönland mit Blick auf die nationale Sicherheit" , sagte der US-Präsident am Sonntag. Die Insel sei von großer strategischer Bedeutung, aktuell aber von russischen und chinesischen Schiffen umgeben. Anzeichen gibt es dafür nicht, wohl aber sind vor allem Russland und zunehmend auch China in der Arktis aktiv. "Dänemark wird das nicht schaffen, das kann ich Ihnen sagen", so Trump. Auch für die Europäische Union sei klar, dass die USA Grönland "haben" sollten, behauptete er. Zudem löste die Frau von Stephen Miller, einem der wichtigsten Berater Trumps, mit einem Bild Empörung aus. Katie Miller postete am Samstag auf ihrem Konto im Onlinedienst X eine Karte von Grönland in den Farben der US-Flagge. Darüber stand in Großbuchstaben "Bald". Grönlands Regierungschef Jens Frederik Nielsen wies die US-Ansprüche mit scharfen Worten zurück. "Das reicht jetzt", erklärte Nielsen in der Nacht zum Montag auf Facebook. "Kein weiterer Druck. Keine weiteren Andeutungen. Keine weiteren Annexionsfantasien. Wir sind offen für Dialog. Wir sind offen für Diskussionen", schrieb er. Dies müsse aber "über die angemessenen Kanäle und unter Achtung des Völkerrechts geschehen". Ob Trump sich Grönland tatsächlich gewaltsam einverleiben wird, bleibt fraglich: Immerhin ist Dänemark Teil der Nato und damit ein wichtiger Partner der USA. Trump könnte jedoch den Druck auf Grönland und Dänemark erhöhen, um die Präsenz des US-Militärs in Grönland weiter ausbauen zu dürfen. Iran Das Mullah-Regime in Teheran steht wegen seines Einflusses im Nahen Osten seit Jahrzehnten weit oben auf der Prioritätenliste von US-Regierungen. Zwar gehört das Land nicht zur westlichen Hemisphäre, unterstützt aber islamistische Terrororganisationen und forciert die Entwicklung einer Atombombe. Erst am Samstag erinnerte Trump an die "Operation Midnight Hammer": Ende Juni hatte das US-Militär damit drei iranische Atomanlagen bombardiert. Vorausgegangen war ein tagelanger Krieg zwischen Israel und dem Iran. Angesichts von Berichten über Tote bei den jüngsten regierungskritischen Protesten im Iran drohte Trump nun der Führung in Teheran erneut mit einem Eingreifen. Die USA beobachteten die Proteste sehr genau, sagte Trump. "Wenn sie damit anfangen, Leute zu töten, wie sie es in der Vergangenheit auch getan haben, dann werden sie, denke ich, von den Vereinigten Staaten sehr hart getroffen werden", sagte er. "Wir beobachten das sehr genau." Unklar blieb, welche Schritte die USA möglicherweise erwägen. Da der Iran jedoch auch eng mit Russland und China zusammenarbeitet sowie erklärter Erzfeind des US-Partners Israel ist, könnte Trump die augenscheinliche aktuelle Schwäche des Regimes ausnutzen. Ziel der USA könnte ein Regimewechsel in Teheran sein. Ob es dafür Pläne gibt, ist derzeit nicht bekannt. Kolumbien Seit Trumps Wiederwahl im November 2024 hat er mit dem linksgerichteten kolumbianischen Präsidenten Gustavo Petro einen harten Widersacher, der sich immer wieder gegen die Spitzen des Republikaners auf Lateinamerika wehrt. Trump wirft Petro Verstrickungen in den Drogenhandel vor, ohne Beweise vorzulegen. Eine erste Konfrontation der beiden Staatschefs gab es zu Trumps Amtsantritt im vergangenen Januar. Damals wehrte sich Petro, Abschiebeflüge aus den USA nach Kolumbien zu akzeptieren. Nach Drohungen mit Zöllen lenkte er jedoch ein. Über das Nachbarland Venezuelas sagte Trump, Kolumbien sei "sehr krank" und werde von einem "kranken Mann" regiert, der es liebe, "Kokain zu produzieren und es in die Vereinigten Staaten zu verkaufen". Das werde er "nicht mehr lange machen", kündigte Trump an – ohne ins Detail zu gehen, was er konkret damit meinte. Auf die Nachfrage einer Journalistin, ob es einen Militäreinsatz gegen Kolumbien geben werde, sagte Trump nun: "Das klingt für mich gut." Ob es tatsächlich dazu kommt, ist jedoch mehr als fraglich. In Kolumbien stehen im Mai Präsidentschaftswahlen an. Gemäß Verfassung kann Präsident Petro nach einer Amtszeit nicht erneut antreten. Ohnehin steht in Bogotá also ein Regierungswechsel an. Es ist zu erwarten, dass sich Trump in den Wahlkampf einmischt – wie er es zuletzt in Honduras tat: Gewonnen hatte dort Ende November der von Trump gestützte Kandidat Nasry Asfura. Die Opposition ficht das Ergebnis der Wahl unter Betrugsvorwürfen an. Kuba Kuba ist US-Präsidenten als sozialistischer Staat in direkter Nachbarschaft seit Jahrzehnten ein Dorn im Auge. Der republikanische Senator Lindsey Graham erklärte am Sonntag an Bord der Air Force One neben Trump, dass die Tage der dortigen Machthaber "gezählt" seien. Insbesondere US-Außenminister Marco Rubio ist ein erklärter Gegner des Regimes in Havanna und bekräftigte dies am Sonntag beim Sender NBC News: Er glaube, Kuba stecke "in großen Schwierigkeiten". "Ich werde Ihnen jetzt nicht sagen, wie unsere nächsten Schritte aussehen werden und wie unsere Politik in dieser Hinsicht aussehen wird", sagte Rubio weiter. "Aber ich glaube, es ist kein Geheimnis, dass wir keine großen Fans des kubanischen Regimes sind, das übrigens Maduro unterstützt hat." In dem Interview sagte er außerdem: "Wenn ich in Havanna leben und in der Regierung sein würde, wäre ich besorgt." Tatsächlich profitierte Kuba in den vergangenen Jahrzehnten von billigen Öllieferungen aus Venezuela. Im Gegenzug unterstützte Havanna das Maduro-Regime unter anderem mit Sicherheitspersonal. Bei der US-Intervention in Caracas sollen laut kubanischen Angaben 32 Kubaner getötet worden sein. Mit der Kooperation dürfte es nun vorbei sein, wodurch Kuba größere Komplikationen bevorstehen könnten. Bereits in den vergangenen Jahren war die Energiesituation auf der Insel prekär, weil Venezuela nicht mehr genug Öl liefern konnte. Dennoch hat das Regime mit China und Russland Unterstützer. Ob diese bei einer US-Intervention eingreifen würden, bleibt angesichts des Ausbleibens von Hilfe aus Peking und Moskau im Falle Venezuelas dennoch unwahrscheinlich. Mexiko Am Sonntag erklärte Trump abermals, dass Drogen "in Strömen" aus Mexiko in die USA fließen würden. Die Drogenkartelle in dem Staat seien "sehr stark", so der US-Präsident. Schon im Wahlkampf hatte Trump wiederholt die Option militärischer Schläge gegen die Kartelle auf den Tisch gebracht. Nach dem Militärschlag gegen Venezuela zweifelte Trump nun auch die linksgerichtete mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum an. "Sie regiert Mexiko nicht, das tun die Kartelle. Wir müssen mit Mexiko etwas tun", so der US-Präsident. Zuvor hatte Sheinbaum wie andere lateinamerikanische Staatschefs den US-Militäreinsatz in Caracas scharf kritisiert: "Wir verurteilen diese Intervention in Venezuela." Sheinbaum hatte zuvor angeboten, bei der Suche nach einer friedlichen Lösung im Konflikt zwischen den USA und Venezuela zu vermitteln. Nun bekräftigte sie, dass ihre Regierung "eine sehr gute Beziehung" zu Washington habe. Trump bot Sheinbaum nun erneut US-Einsätze gegen die Kartelle an. Sheinbaum hatte diese bereits in den vergangenen Monaten mehrfach abgelehnt. Stattdessen sandte sie eigene Sicherheitskräfte an die Grenze mit den USA, um dort den Drogenschmuggel zu bekämpfen. Damit schien sie Trump zumindest für den Moment besänftigt zu haben. Dennoch zettelte Trump bereits Anfang 2025 einen Handelskrieg mit Mexiko und dem nördlichen Nachbarn Kanada an – auch wegen der angeblichen Drogenschwemme aus dem Süden. Im Dezember zog Trump dabei im Umgang mit Mexiko die Daumenschrauben an. Erneut bezichtigte er das Land, gegen einen Wasservertrag zu verstoßen und Bauern im US-Bundesstaat Texas das Wasser aus dem Fluss Rio Grande zu stehlen. Er drohte, die bislang bestehenden Zölle von 25 Prozent um fünf Prozentpunkte anzuheben. Trump behält sich also nicht nur eine militärische Option vor, sondern könnte auch erneut Handelsinstrumente gegen Mexiko einsetzen.



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