Für ein Lächeln in den Gesichtern
Beim launigen Saisonauftakt der GIESSEN 46ers auf der SWG-Bühne am Kirchenplatz erfahren rund 800 begeisterte Anhänger viel Neues.
Als am Samstag eine kühle Brise die drückende Hitze der vergangenen Tage unterbrach, wehte auch wieder ein zarter Hauch Bundesliga-Luft durch Gießen. Noch nicht durch die Osthalle, wohl aber über den brechend vollen Kirchenplatz.
Vor jenen das Stadtbild so prägenden Gebäuden, dem Leib’schen und dem Wallenfels’schen Haus, verstanden es die GIESSEN 46ers auf der SWG-Bühne wie noch nie, die Menschen nicht nur an Vergangenes zu erinnern, sondern sie vor allem für die Zukunft zu begeistern. Was rund 800 bestens gelaunte, euphorisierte und nicht mit Applaus sparende Anhänger beim Stadtfest mit Sprechchören („Frenki, Frenki“, „M, M, MTV“ …) und altbekanntem Liedgut („1846, ja da wurdest du geboren …“) zu honorieren wussten.
Egal, wen Moderator Carsten Schäfer bei der Teamvorstellung des Basketball-Zweitligisten auch ans Mikrofon beorderte, die BBL, das Oberhaus, der Traum vom Aufstieg spukte allen durch die Köpfe: Team, Coaches, Staff, einfach allen. So etwas wollen Fans hören …
Vom „nächsten Schritt in meiner Basketball-Reise“ sprach beispielsweise Aiden Warnholtz. „Er habe seinen Job „noch nicht vollendet“, deshalb spiele er erstmals in seinem Leben eine zweite Saison beim gleichen Verein, ließ Kyle Castlin wissen. „Wir wollen mehr“, erinnerte Capitano Robin Benzing unter dem Jubel des Auditoriums an das Halbfinal-Aus gegen Science City Jena im Mai. Er gehe jeden Tag ins Training, um „uns den Traum vom Wiederaufstieg zu verwirklichen“, bekannte Luis König Figge. „Ich weiß um die Ambitionen des Clubs, deshalb bin ich hier“, freute sich Till Gloger. Er wolle „die Ziele erreichen, die auch die Verantwortlichen haben“, gab Roland Nyama einen Einblick in sein Innerstes und erinnerte daran, dass er den 46ers den Vorzug vor der Nationalmannschaft Kameruns gegeben habe. „Ich bin letzte Runde unter meinen Möglichkeiten geblieben, das soll nicht wieder vorkommen.“
Und der neue Kroate Domagoj Vukovic brachte die Stehtische und die Bierzeltgarnituren bei der Frage von Carsten Schäfer, auf welche Performance sich die Fans bei ihm freuen dürften, fast zum Kippen: „Ich will immer so spielen, dass ich ein Lachen in euren Gesichtern sehe!“ Im weiten Rund des Kirchenplatzes drehte sich eben alles darum, nach dann vier Jahren ProA ab Sommer 2026 statt Bayreuth wieder die Bayern in Gießens „Guud Stubb“ zu Gast zu haben.
Was allerdings kein Selbstläufer werden wird. Das bekannten auch die Protagonisten auf der Bühne. „Mein Anspruch ist es, dass sich die Fans mit dem Team identifizieren können. Sie sollen Spaß an uns haben, sie sollen gerne in die Osthalle kommen. Je emotionaler es wird, desto größer sind unsere Chancen“, bekannte „Frenki“ Ignjatovic, dem nach eigener Aussage die Folgen des Heimaturlaubs trotz schwarzem Shirt noch deutlich anzusehen sind.
Seinem Kapitän Robin Benzing, 13 Kilogramm leichter als vor der Pause, attestierte der Chefcoach einen „eisernen Willen. Hochachtung, dass sich in seinem fortgeschrittenen Alter noch einmal jemand so motivieren kann.“ Was der 36-Jährige in Richtung des Publikums zu kontern wusste: „Wenn ihr alles gebt, tun wir das natürlich auch. Klasse, dass ihr so zahlreich erschienen seid.“
Auch abseits des Parketts erfuhren die Anhänger Interessantes. Geschäftsführer Guido Heerstraß beispielsweise verwies auf die frisch installierten LED-Tafeln in der Osthalle und präsentierte zusammen mit Branislav Ignjatovic das neue, schwarze Auswärtstrikot. Co-Trainer Nikola Stanic verriet, dass er in Belgrad auf der Hochzeit von Ex-Publikumsliebling Stefan Fundic gewesen sei. Teammanager Jan Heppner bekannte, dass für ihn durch die Arbeit mit der U20-Nationalmannschaft „ein Traum in Erfüllung“ gegangen sei.
Der aus Bremerhaven gekommene Daniel Norl berichtete, dass er in Würzburg als Sohn eines Amerikaners und einer deutschen Mutter aus Trier auf die Welt gekommen sei. Jonathan Maier, der nebenbei bei 46ers-Unterstützer Abbott arbeitet, bedankte sich für die Toleranz und das Verständnis seiner beiden Arbeitgeber. Kai Müsse freute sich, dass er nun mit dem Basketball „auch endlich mal Geld verdienen“ könne. Domagoj Vukovic berichtete von „intensiven Gesprächen mit den ehemaligen Gießener Profis Karlo Miksic und Stefan Fundic“, ehe er sich für ein Engagement an der Lahn entschieden habe.
Kyle Castlin sprach davon, dass es ihm sehr wichtig gewesen wäre, dass das Team einigermaßen zusammengeblieben sei. Aiden Warnholtz präsentierte sich nach langer Verletzungspause frisch und fit wie nie zuvor. Till Gloger hat den Dutenhofener See als Freizeiteinrichtung schon mal kennen- und schätzen gelernt. Luis König Figge wird seinen Ehering künftig im Training und bei den Spielen nicht am Finger, sondern versteckt im Schuh am Schnürsenkel tragen. Und Roland Nyama sprach davon, dass er seine Truppe im ersten Pflichtspiel zum Pokalstart gegen RASTA Vechta (Sonntag, 21. September, 15 Uhr) nicht unbedingt als Außenseiter sehe. „Wir sind eingespielter als die, diesen kleinen Vorteil sollten wir nutzen.“
Es waren Aussagen, die die Fans bei der launigen Saisoneröffnung der GIESSEN 46ers begeistert zur Kenntnis nahmen …
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