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Marco Polo und die Wiedergeburt Zentralasiens

Von Dagmar Henn

Wenn man an den Ursprung der kolonialen Macht des Westens zurückkehren will, endet man unweigerlich bei Marco Polo, dem Kaufmannssohn aus Venedig, der als erster Westeuropäer bis nach China reiste und darüber berichtete. Sein Bericht war noch über hundert Jahre nach seinem Erscheinen Auslöser und Orientierung für all die Fahrten, die den Seeweg nach Indien suchten, ein Seeweg, der aus vielen Ländern Kolonien machte und eine der reichsten Regionen zur Zeit des Marco Polo, Zentralasien, für Jahrhunderte in Vergessenheit stürzte.

Die Ereignisse der letzten Wochen lassen die Erinnerung wieder aufleben, als Orte wie Samarkand und Buchara für legendären Reichtum standen. Dieser Reichtum entsprang dem Handel entlang der alten Seidenstraße, ein Handel, der nicht nur Seide, sondern auch Gewürze, Farbstoffe und Juwelen umfasste (das Ultramarinblau des Mantels der Jungfrau Maria auf europäischen Gemälden bestand aus zerstoßenem afghanischem Lapislazuli). Auch bedeutende Technologien fanden so ihren Weg von Ost nach West; das Schießpulver ebenso wie das Papier.

Am anderen Ende der Seidenstraße lagen mit Indien und China die wirtschaftlich bedeutendsten und in vielen Punkten auch fortgeschrittensten Regionen der Welt. Auch die europäischen Handelsstädte von Venedig und Genua über Augsburg, Köln und die Hanse konnten sich nur durch diese Fernhandelsgüter entwickeln, die im Verhältnis zu ihrem Gewicht von enormem Wert waren (der Gewürzhandel hatte Gewinnspannen, verglichen mit denen die des heutigen Drogenhandels lächerlich sind).

Kein Wunder, dass die europäischen Mächte danach strebten, diesen ganzen Handel unter ihre Kontrolle zu bringen. Es gelang ihnen, und Zentralasien, das jahrhundertelang die Achse war, um die sich der globale Handel drehte, fand sich plötzlich am Rand der Handelskarten wieder.

Warum einem das wieder in den Sinn kommt? Es gab einige interessante Treffen und Entwicklungen in den letzten Wochen. Sie zeigten sich zuerst in der Anwesenheit der Staatschefs aller ehemaligen asiatischen Sowjetrepubliken bei der Siegesparade in Moskau. Unmittelbar darauf befand sich die gleiche Gruppe in China auf einem Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping, um in Folge noch eine Begegnung mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin anzuschließen. Danach war dann die Rede von einem Friedensplan für den seit Jahrzehnten schwelenden Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um Nagorny-Karabach.

Für sich allein genommen klingt das nicht großartig. Allerdings sind die Beziehungen der asiatischen Ex-Sowjetrepubliken zu Russland nicht einheitlich. Gerade Armenien beispielsweise hat oft und gern mit dem Westen geliebäugelt; in Usbekistan waren lange Jahre US-Stützpunkte zur Versorgung Afghanistans, und Aserbaidschan hat engste Kontakte zur Türkei, die sich ihrerseits irgendwo zwischen dem Westen und Russland bewegt.

Das ist im Grunde auch durchaus nachvollziehbar. Für Länder, die sich auf sich selbst gestellt schlecht verteidigen können und die befürchten müssen, zum Ziel amerikanischer Farbrevolutionen zu werden, ist es im eigenen Interesse, eine Neigung in Richtung Westen zu zeigen, um aggressive Handlungen von sich abzuwenden. Das ist ein im Sinne der nationalen Sicherheit vernünftiges Handeln. Interessant an dieser Gruppenreise der vergangenen Woche ist, dass sie auch jene Länder umfasste, bei denen man bisher zweifeln musste, ob sie wirklich Teil des von China angestoßenen Seidenstraßenprojekts sein wollten.

Wenn man die geschichtliche Entwicklung betrachtet, ist klar, dass der Ausbau der Handelsbeziehungen kreuz und quer von Russland in den Iran, von dort nach China, von China nach Indien und von Indien in den Iran eine Gelegenheit sind, zumindest einen Teil der alten Bedeutung Zentralasiens wiederzuerlangen und die durch den europäischen Aufstieg ausgelöste Verarmung umzukehren. Genau darin liegt auch der Grund, warum ein Frieden zwischen Armenien und Aserbaidschan nun tatsächlich eine Chance haben könnte – weil selbst für die Bewohner von Nagorny-Karabach die Frage lautet, unabhängig, aber arm, oder Teil einer befriedeten Region mit steigendem Wohlstand zu sein.

Dass alle möglichen Beteiligten nun bei diesen Veranstaltungen auftauchten, zeigt, dass das vor zehn Jahren von China angestoßene Projekt inzwischen weit genug fortgeschritten ist, dass es Zuversicht einflößt und Befürchtungen, es könne zerschlagen werden, der Vergangenheit angehören. Wobei die ersten Ansätze noch weit stärker darauf abzielten, den Handel in Richtung Europa auf Land zu verlagern, um ihn gegen die Vereinigten Staaten abzusichern; selbst die chinesische Führung konnte weder das Ausmaß der europäischen Unterwürfigkeit den USA gegenüber vorhersehen noch, wie sehr der Westen die Welt in Reaktion darauf in Freund und Feind teilen würde.

Mit dazu beigetragen haben gerade die westlichen Sanktionen gegen Russland, die die Verlagerung von Handelswegen deutlich beschleunigt haben und dazu führten, dass der durch Zentralasien führende asiatische Binnenhandel exponentiell wächst. Für die zentralasiatischen Länder bedeutet das, sie können ihre Zukunft sehen – Lastwagen für Lastwagen, Güterwaggon für Güterwaggon.

In Westeuropa, dessen Straßennetz im Grunde bis heute auf jenem beruht, das das Römische Reich einst hinterlassen hat – zuzüglich einiger Salzhandelsstraßen, die noch wesentlich älter sind – ist es schwer vorstellbar, welchen Schub Gesellschaften erleben, die vom Rand der wirtschaftlichen Beziehungen in ihre Mitte katapultiert werden. Was es bedeutet, wenn plötzlich wieder Verkehr in weit entlegene Orte führt, wenn Waren, die neu und interessant sind, nicht irgendwann zu sehen sind, sondern gleich nach ihrer Entstehung.

Es ist unschwer zu erkennen, dass das Seidenstraßenprojekt den Vereinigten Staaten zutiefst verhasst ist. Den Seehandel können sie bedrohen und kontrollieren, noch zumindest; gleiches mit Strecken zu tun, die so tief im Inneren eines Kontinents verlaufen, ist ungleich schwieriger. Die bisherigen Anläufe, die Region zu destabilisieren, stützen sich auch auf Armut und Abgelegenheit. Das bedeutet allerdings gleichzeitig, sowie ein Ende der Armut absehbar ist, sind entsprechende Versuche nicht mehr so leicht möglich.

Wenn Aserbaidschan und Armenien in Friedensverhandlungen eintreten, ist das ein Signal dafür, dass diese Schwelle überschritten wurde. Das bedeutet natürlich nicht, dass es keine Sabotageversuche mehr geben wird, aber die Wahrscheinlichkeit ihres Erfolgs sinkt von Tag zu Tag. An ihre Stelle wird eine Zukunft treten, die weit mehr an heutige chinesische Großstädte mit Hochgeschwindigkeitszügen erinnern wird als an heutige afghanische Lehmhütten.

Europa bräuchte für seine Zukunft weniger Christopher Columbus und mehr Marco Polo. Nicht den Willen, zu unterwerfen und zu beherrschen, sondern die Bereitschaft, die Wunder anderer Länder anzuerkennen und den Handel mit ihnen wieder als einen lehrreichen Austausch zwischen Gleichen zu betreiben. Und nicht gewaltsam der historischen Ausnahmephase nachzutrauern, in der sich der riesige asiatische Kontinent von seinem europäischen Wurmfortsatz beherrschen ließ.

Mehr zum Thema - Neues Machtspiel an der russisch-chinesischen Grenze: Die G7 hat Zentralasien im Visier



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