Fitness-Influencerin: Sophia Thiel spricht offen über ihre Essstörung: "Hat mich fast kaputt gemacht"
Sophia Thiel war einmal die bekannteste Fitness-Influencerin Deutschlands. Aber statt glücklich machte sie das Ganze krank. In einem aktuellen Interview spricht sie so offen über ihre Essstörung wie selten – und über das, was ihr aus dem Tief geholfen hat.
Etwas über zwei Jahre ist es mittlerweile her, dass die bekannte Fitness-Influencerin Sophia Thiel (28) ihre Essstörung publik machte, mit der sie über lange Zeit zu kämpfen hatte. In der "Bild am Sonntag" hat sich die 28-Jährige nun an den Beginn ihrer Krankheit erinnert.
Nachdem ihr Job als Fitness-Influencerin immer mehr Zeit zu verschlingen begann, hätte sie ihre Familie und Freunde immer seltener gesehen, so Thiel. "Mein Werdegang wird immer so glorifiziert: vom gemobbten Moppelchen zum Muskelpaket. Aber keiner wusste, wie sehr mich das alles belastet und fast kaputt gemacht hat." STERN PAID Ärzteheft 23 Interview Essstörungen 16.21
Therapie als letzter Strohhalm
Auch die Kommentare zu ihrem Körper – egal in welcher Form dieser war – hätten sie "kaputt" gemacht, berichtet Thiel. "War ich definiert und schlank, hat man mir vorgeworfen, Testosteron zu nehmen. War ich fülliger, wurde ich als 'fett' beschimpft."
Im Jahr 2020 begab sie sich dann in Therapie – "nicht freiwillig", wie sie sagt. "Das war mein letzter Strohhalm [...] Ich bin da recht widerwillig hingegangen – aber letztendlich war es die beste Entscheidung meines Lebens und hat mich gerettet."
Sophia Thiel: "Beste, was ich hätte tun können"
Im April 2021 war die Fitness-Influencerin mit ihrer Essstörung an die Öffentlichkeit gegangen. Damals erklärte Thiel in einem überaus persönlichen, schonungslos offenen YouTube-Video, dass sie sich in der Vergangenheit selbst nie genug gewesen sei. Ihre Psychotherapie bezeichnete sie auch damals schon als das "Beste, was ich hätte tun können."
Zudem erklärte Thiel, dass sie sehr stolz sei, inzwischen so offen über ihre Krankheit sprechen zu können. Ihr Ziel sei es, auch anderen Betroffenen Mut zu machen und ihnen zu zeigen, dass sie nicht alleine sind.