Deutscher Filmpreis: "Im Westen nichts Neues"-Hauptdarsteller gewinnt Lola
Zahlreiche Lolas für "Im Westen nichts Neues", Leonie Benesch als beste Hauptdarstellerin und ein Ehrenpreis für Regisseur Volker Schlöndorff - der Deutsche Filmpreis wird verliehen.
Der Antikriegsfilm "Im Westens nichts Neues" entwickelt sich zum großen Gewinner beim Deutschen Filmpreis. Auch Hauptdarsteller Felix Kammerer nahm am Freitagabend in Berlin die Lola für die beste Leistung in einer männlichen Hauptrolle entgegen. Der Antikriegsfilm von Regisseur Edward Berger war mit den meisten Nominierungen ins Rennen gegangen und hat bereits acht Auszeichnungen gewonnen - unter anderem für Albrecht Schuch für die beste Nebenrolle.
Leonie Benesch ist beste Hauptdarstellerin
Leonie Benesch gewann den Deutschen Filmpreis als beste Hauptdarstellerin. Die 32-Jährige wurde für ihre Rolle im Drama "Das Lehrerzimmer" ausgezeichnet. Sie spielt darin eine Lehrerin, die eine Diebstahlserie aufklären will und sich deswegen entscheidet, heimlich eine Kamera im Lehrerzimmer mitlaufen zu lassen.
Filmakademie zeichnet Volker Schlöndorff aus
Regisseur Volker Schlöndorff ("Die Blechtrommel") wurde für herausragende Verdienste um den deutschen Film geehrt. Die Deutsche Filmakademie verlieh dem 84-Jährigen den Ehrenpreis. Hollywoodstar John Malkovich würdigte seine Arbeit in einer Videoansprache, auch andere Filmschaffende wie Nina Hoss und Katharina Thalbach gratulierten ihm.
Viele hätten beim Blick auf die Preisliste sicher gedacht: "Ach der schon wieder?", scherzte Schlöndorff in seiner Dankesrede für den Ehrenpreis. "Und ich habe sogar gedacht: "Habe ich den nicht schon?"" Er bedankte sich der Filmakademie und ihren Mitgliedern. Etliche Gäste im Saal standen auf und applaudierten ihm.
Schlöndorff ist für seine Literaturverfilmungen bekannt. Geboren wurde er 1939 in Wiesbaden. Sein Regiedebüt gab er mit "Der junge Törless". Später verfilmte er die Heinrich-Böll-Erzählung "Die verlorene Ehre der Katharina Blum", gemeinsam mit Margarethe von Trotta. Der internationale Durchbruch folgte mit der Verfilmung von Günter Grass' gleichnamigem Roman "Die Blechtrommel". Der Film gewann die Goldene Palme in Cannes und den Oscar für den besten fremdsprachigen Film.
Der Deutsche Filmpreis gehört zu den wichtigsten Auszeichnungen der Branche. Die Nominierungen und Auszeichnungen sind mit insgesamt rund drei Millionen Euro für neue Projekte dotiert. Zur Verleihung sind rund 1600 Gäste in das Theater an den Potsdamer Platz eingeladen. Am roten Teppich zeigten sich etwa die Schauspielerinnen Iris Berben, Senta Berger und Andrea Sawatzki. Moderiert wird der Abend von Jasmin Shakeri.