2. Bundesliga: Sololauf in der Nachspielzeit: HSV siegt in Hannover
49.000 Zuschauer, ein Nordduell als Spitzenspiel - und dann noch dieses Finale: Ein Solo kurz vor Schluss bescherte dem HSV einen verdienten Sieg in Hannover.
Durch ein spektakuläres Tor in der Nachspielzeit hat der Hamburger SV am Freitagabend auch das Spitzenspiel der 2. Fußball-Bundesliga gewonnen. Beim späten aber hochverdienten 2:1 (1:1)-Sieg in bei Hannover 96 lief der eingewechselte Ransford-Yeboah Königsdörffer in der Mitte der eigenen Spielfeldhälfte los, ließ mehrere 96-Verteidiger stehen und schloss seinen Sololauf über mehr als 70 Meter auch noch erfolgreich ab.
Weit mehr als 5000 HSV-Fans unter den 49.000 Zuschauern feierten den fünften Sieg in Serie des Tabellenführers euphorisch. Saisonübergreifend hat der große Aufstiegsfavorit nun sogar einen Zweitliga-Rekord von acht Auswärtssiegen nacheinander aufgestellt.
"Ich wollte das Tor - dann habe ich es auch bekommen", sagte der 21 Jahre alte Königsdörffer, der erst am Dienstag sein Debüt für die Nationalmannschaft Ghanas gegeben hatte. "Das ist bestimmt eines, vielleicht sogar das schönste Tor meiner Karriere."
Vor einer Erstliga-Kulisse in Hannover war der HSV nicht nur die spielerisch deutlich bessere Mannschaft. Die zeigte sich nur zwei Abende nach dem Rücktritt des Finanzvorstands Thomas Wüstefeld auch erneut völlig unbeeindruckt von der schweren Führungskrise des Clubs. "Die ganze Mannschaft hat heute vor Energie gestrotzt", sagte Trainer Tim Walter.
Dabei gerieten die Hamburger schon in der 4. Minute in Rückstand, weil ihr Verteidiger Miro Muheim am eigenen Strafraum ausrutschte und sein Gegenspieler Sei Muroya den Ball nur noch ins Tor zu schieben brauchte. Beim Ausgleich gaben die 96er aber nur elf Minuten später ein ähnliches Geschenk gleich wieder zurück, als Julian Börner völlig unbedrängt ein Eigentor unterlief (15.).
Die spielerische Überlegenheit des HSV war zeitweise so groß, dass den 96ern kaum etwas anderes übrig blieb, als die Räume zu verengen und kompakt zu verteidigen. Zu ihrem eigenen Offensivspiel fanden die Niedersachsen kaum. Und jeden Hamburger Angriff zu stoppen, gelang ihnen auch nicht.
So vergaben Sonny Kittel (13./19./66.), Robert Glatzel (41./52.), Pechvogel Muheim (41.) und auch Königsdörffer (86.) mehrere gute Chancen für den HSV oder scheiterten am starken 96-Torwart Ron-Robert Zieler. Hannover brach diese Dominanz erst nach einer Stunde ein wenig, war im Angriff aber nicht annähernd so gefährlich wie der HSV. "Das ist ein verdienter Sieg aufgrund der Tatsache, dass der HSV heute einfach besser im Spiel war", sagte Hannovers Trainer Stefan Leitl. Aber dass das Tor zum 1:2 nach einem eigenen Eckball fiel, nannte er "maximal unglücklich".
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