Heidelberg: "Fridays for Future" ist zurück auf der Straße (plus Fotogalerie)
Von Julia Schulte
Heidelberg. Nach einer langen Pause war es am Freitagvormittag wieder so weit: Hunderte – vor allem junge – Menschen zogen durch die Heidelberger Innenstadt, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Die Bewegung "Fridays for Future" ist zurück auf der Straße, diesmal mit einer ganz konkreten Forderung an die Stadt Heidelberg: Eine Überarbeitung des kürzlich verabschiedeten Klimaschutzaktionsplanes und des entsprechenden Haushalts, damit mehr als die vorgesehenen 14 Prozent CO2-Emissionen eingespart werden können. "Der Plan ist eine Schande für die selbst ernannte Klimaschutzhauptstadt", kritisierten die Aktivisten. Es müsse mehr getan werden, vor allem in Bezug auf eine Erhöhung der Sanierungsrate und des Anteils der Fernwärme, sagte die 23-jährige Darya, eine Sprecherin der Bewegung.
Die coronabedingte Zwangspause scheint der Unterstützung für "Fridays for Future" keinen Abbruch getan zu haben: Knapp 600 Menschen nahmen an der Demonstration teil, die von der Stadtbibliothek bis zum Karlsplatz zog. "Wir sind sehr zufrieden, das ist mehr, als wir erwartet haben", freute sich Sprecherin Nadine. Die gute Stimmung und die Begeisterung der Passanten würden zeigen, dass die meisten verstanden hätten, dass trotz der Corona-Pandemie die Klima-Krise nicht verschwunden sei.
Es demonstrierten vor allem Schüler und Studierende. Auch die siebenjährige Lena war mit ihrem Vater gekommen. Sie hielt ein Plakat mit der Aufschrift "Weniger Plastik" in die Luft und erklärte, dass dies ihre erste Klimademo sei. Als ein "Vertreter der älteren Generation" nahm Alfred Sunder-Plassmann an der Demonstration teil. Der 78-Jährige sagte, dass er heute mitlaufe, da es in der Verantwortung eben seiner Generation liege, eine verlässliche Umweltpolitik zu betreiben.