Weinheim: Stadt will mobile Luftreiniger eher als "flankierende Maßnahme
Weinheim. (web) Wie können die Schulen den Präsenzunterricht aufrechterhalten – auch wenn die Zahl der Corona-Infizierten wieder steigt? Sind mobile Luftfilter die Lösung? Oder handelt es sich eher um Augenwischerei? Diese Fragen standen am Mittwoch zwar nicht auf der Tagesordnung des Ausschusses für Technik, Umwelt und Stadtentwicklung; doch Günter Bäro, Fraktionschef der Freien Wähler, stellte sie trotzdem. Die Gelegenheit dazu bot sich, als das Gremium über Auftragsvergaben zur Digitalisierung in der Friedrich-Grund- und Realschule sowie der Pestalozzigrundschule beriet. Erster Bürgermeister Torsten Fetzner ließ Bäros Fragen zu. Dasselbe galt für eine weitere Anfrage aus den Reihen der GAL, die sich auf die Ertüchtigung bereits bestehender Lüftungsanlagen bezog.
Auch die RNZ hakte am Donnerstag noch einmal nach. Zum Thema "mobile Luftreinigungsgeräte" stehe die Verwaltung bereits seit dem Frühjahr mit den Schulen in Kontakt, antwortet die Verwaltung. Dennoch steht man den mobilen Luftreinigern tendenziell skeptisch gegenüber, da sie in der Anschaffung teuer, in der Handhabung komplex und ohne zusätzliches Lüften auch nicht ausreichend wirksam seien. Eine Anschaffung von mobilen Geräten durch die Schulen könne lediglich als flankierende Maßnahme erwogen werden. "Anders sieht es bei der Ertüchtigung der bestehenden raumlufttechnischen Anlagen aus", heißt es vonseiten der Stadt.
So lasse das Amt für Immobilienwirtschaft auf Grundlage der Förderrichtlinie "Bundesförderung Corona-gerechte Um- und Aufrüstung von raumlufttechnischen Anlagen in öffentlichen Gebäuden und Versammlungsstätten" sukzessive die vorhandenen zentralen Lüftungsanlagen in den Schulen überprüfen. Bereits begonnen wurde damit im Werner-Heisenberg-Gymnasium und in der Dietrich-Bonhoeffer-Schule. Zu entscheiden hatten die Fraktionen jedoch über die Auftragsvergaben: In der Friedrichschule soll die digitale Lernkultur ab Januar 2022 und in 34 Unterrichtsräumen Einzug halten. Eine Weinheimer Firma soll die dazu notwendigen Datenverkabelungen, Datenverteiler und Mediensäulen in den Sommerferien und – sofern es störungsfrei möglich ist – den Monaten danach einrichten. Die Kosten belaufen sich auf 218.000 Euro, 80 Prozent davon trägt der Bund (Stichwort: Digitalpakt).
Für die zwei Dutzend Klassenzimmer der Pestalozzischule ist der Zeitrahmen der gleiche. Die ausführende Firma ist jedoch nicht identisch, wenngleich auch sie in Weinheim sitzt. Die Kosten liegen hier bei 171.000 Euro. Das Gremium stimmte beiden Beauftragungen zu. Für die Dietrich-Bonhoeffer-Schule hatte es bereits im April entsprechende Aufträge gebilligt. Das Werner-Heisenberg-Gymnasium ist im September dran.