Bammental/Neckargemünd: Kein Bedarf für mobile Luftfilter
Bammental/Neckargemünd. (bmi/cm) Seit Monaten wird landauf, landab über den Sinn oder Unsinn von mobilen Luftfiltergeräten in Schulen im Kampf gegen das Coronavirus gestritten. Im Bammentaler Rathaus hat man dazu eine klare Linie: "Für uns ergibt es weiter keinen Sinn, mobile Luftfilter im großen Stil zu erwerben", betont Holger Karl. Für den Bürgermeister ist das nun vom Land für Herbst angekündigte 60-Millionen-Euro-Förderprogramm des Landes "nicht auskömmlich". Solch ein Gerät habe zudem enge Grenzen, decke nur einen ganz kleinen Teil der Problematik ab. "Wir setzen lieber auf fest installierte Lüftungsanlagen, die langfristig etwas nutzen und etwa auch klimatisieren können", so Karl. So wurden jüngst bereits 30.000 Euro für solch eine Anlage für die fensterlosen Räume der von "Päd-aktiv" angebotenen Nachmittagsbetreuung ausgegeben. Zudem beschäftigte sich der Verwaltungsausschuss am Donnerstag grünes Licht geben für einen entsprechenden Antrag für das gesamte Schulzentrum auf Bundesmittel.
"Ich sehe beim Schulträger das Bemühen, nachhaltige Lösungen zu erreichen", begrüßt Benedikt Mancini, Leiter des Gymnasiums, den Weg der Gemeinde. An der Schule sind wenige kleine fensterlose Räume mit mobilen Luftfiltergeräten ausgestattet, ansonsten werde – wenn möglich – dauerhaft gelüftet.
Im Neckargemünder Schulzentrum sieht man keine Notwendigkeit für mobile Luftfiltergeräte, wie Marion Marker-Schrotz, Leiterin der Realschule, erklärt. Zu Beginn der Pandemie sei die Lüftungsanlage des erst 13 Jahre alten Gebäudes geprüft und nachgerüstet worden. Diese tauscht alle zwei Stunden das komplette Luftvolumen im Gebäude gegen Frischluft aus. Trotzdem werde auch weiterhin nach einem Konzept gelüftet, betont Marker-Schrotz.
"Nach unserer Auffassung ist der flächendeckende Einsatz von Luftreinigungsgeräten derzeit bei uns nicht indiziert", ergänzt Neckargemünds Stadtsprecherin Petra Polte. "Wir haben in den Schulen ausgiebige Lüftungsmöglichkeiten über die Fenster, die von den am Schulleben Beteiligten auch als angenehmer empfunden werden."