Heidelberg: Susana Reberdito stellt in der Galerie P13 aus
Von Matthias Roth
Heidelberg. Susana Reberdito wurde in Nordspanien geboren und in Madrid ausgebildet. Sie lebte zeitweise in Tokio und New York – bevor ihr Lebensweg sie 1995 nach Walldorf verschlug. Dort hat sie heute ein großes Atelier, und das braucht sie, denn sie malt gerne große Bilder.
Ein neues Großformat ist nun auch in der Heidelberger Galerie P13 zu sehen: Es ist ein Beispiel aus der Serie "The Tempest" (Der Sturm) und entstand während des Winter-Lockdowns. Es bringt mit großem Schwung und breitem Pinsel teils kontrastierende Farben auf die Leinwand. "Ich brauche einen farbigen Untergrund und beginne daher meist mit einer Grundierung. In diesem Fall mit Orange, Gelb und Grün. Später kamen dann tiefdunkles Blau und Weiß darüber", erzählt die Künstlerin beim Galeriebesuch. Es entstand eine stürmische (Meeres-?) Landschaft mit dunklen Wolken im Zentrum.
Dabei wirkt das Bild mit seinem starken Gestus zunächst vollkommen abstrakt, dann aber auch, reduziert auf Wesentliches, fast naturalistisch: Gerade in den letzten Tagen gab es Abende, an denen starke Wolken und greller Himmel ähnliche Stimmungslagen zauberten. "Ja, es ist ein Blick aus dem Fenster, kein Blick in die Seele", meint Susana Reberdito und erinnert sich an die Zeit, als man kaum aus dem Haus gehen konnte. Da war der Blick nach draußen durchaus essenziell.
Aber die Galerie von Kristina Hoge zeigt nicht nur dieses den Raum dominierende Naturschauspiel in Öl, hier sind auch Stillleben, Druckgrafiken vom IPad sowie Wandobjekte, die mithilfe eines Lasers aus farbigen Kunststoffplatten gesägt wurden, zu sehen. Neben den Landschaften sind Stillleben mit Obstschalen oder Blumenvasen die zweite Leidenschaft der Künstlerin. Im Gegensatz zum starken Malgestus der Großformate ist hier die zeichnerische Konzentration auf den Gegenstand wesentlich, wobei das leidenschaftliche Spiel mit der Farbe auch hier unübersehbar ist.
Drei Obstschalen auf quadratischer Leinwand zeigen, wie dabei ähnliche Motive zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen führen können. Dass das übereinander verschiedener Farben zum spezifischen Merkmal ihrer Malerei gehört, ist evident. Der sichere, lockere Strich ist daneben Resultat eines differenzierten Arbeitsprozesses, wie auch weitere Grafiken zeigen, die in einer Mappe ausliegen und ähnliche Themen variieren.
Das sind Blätter von besonders hohem ästhetischen Reiz, die eine Balance finden zwischen Linie und Farbfläche, Zeichenduktus und freier Malerei: Dass ein Matisse-Zitat das Informationsblatt zur Ausstellung prägt, ist kein Zufall und absolut treffend.
Info: Galerie P1, Pfaffengasse, 69117 Heidelberg. Eröffnung heute, 16.30-19.30 Uhr. Bis 12. September.