Heidelberg: Der Rhein-Neckar-Kreis dehnt sich aus
Von Holger Buchwald
Heidelberg. Während sich an der Kurfürsten-Anlage Großes tut und die Umgestaltung des Druckmaschinen-Areals langsam konkrete Formen annimmt, wird auch ein paar Meter entfernt an der Ecke zur Römerstraße weitergeplant. Der Rhein-Neckar-Kreis hat für 35 Millionen Euro die Kriminalpolizeidirektion vom Land gekauft. Wenn die Kripo ins ehemalige Nato-Hauptquartier in der Südstadt umgezogen ist, soll nämlich das Landratsamt erweitert werden. Nach einem Architektenwettbewerb soll nun zwischen den Bestandsgebäuden ein L-förmiger Verbindungsbau entstehen. Das Polizeirevier Mitte bleibt im Erdgeschoss.
Wenn alles nach Plan läuft und die Kripo ihr Gebäude zum 30. Juni 2022 freigibt, könnte in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres mit dem Bau begonnen werden, erklärt Jürgen Obländer, Leiter des Eigenbetriebs Bau, Vermögen und Informationstechnik des Rhein-Neckar-Kreises. Rund zehn Millionen Euro will der Kreis in den Verbindungsbau und die Ertüchtigung des Polizeigebäudes stecken. Damit könnten am Standort zusätzlich zu den bestehenden 550 etwa 350 Arbeitsplätze entstehen. Vor der Corona-Pandemie hatte Obländer noch damit gerechnet, dass der Kreis weiterhin für 50 Arbeitsplätze Räume anmieten müsse. Doch Homeoffice spielt inzwischen auch beim Landratsamt eine größere Rolle. Möglicherweise könne man jetzt ganz auf Ausweichquartiere verzichten, so Obländer. Das müsse aber noch geprüft werden.
Die Planungen für den L-Bau stammen vom OHO-Architekturbüro von Maximilian Otto und Ursula Hüfftlein-Otto aus Stuttgart. Dieses ging als Sieger aus dem mehrstufigen Wettbewerb hervor. Der Verwaltungs- und Finanzausschuss des Kreistags befürwortete einstimmig, mit dem Büro weiter zu planen. Im Gegensatz zu anderen Entwürfen, hätten es die OHO-Architekten mit ihrem Verbindungsbau geschafft, einen größeren Abstand zwischen den Fensterfronten der einzelnen Teilgebäude herzustellen, begründet Obländer, warum sich die Auswahlkommission für diese Arbeit entschieden habe. Dadurch entstünden Arbeitsplätze mit guten Bedingungen. Auf den Ostflügel der Kriminalpolizeidirektion, der bisher noch ein Stockwerk niedriger ist als der Rest des Gebäudekomplexes, möchte der Rhein-Neckar-Kreis indes noch ein Geschoss draufsetzen.
"Wir bewegen uns innerhalb des bestehenden Bebauungsplans", so Obländer. Daher sei auch kein vorhabenbezogener Bebauungsplan nötig. Fast die gesamte Erweiterung finde auf dem Polizeiareal statt. Der Haupteingang des Landratsamts bleibt in der Kurfürsten-Anlage. Während der anderthalbjährigen Bauphase müssten die Beschäftigten nicht umziehen. Und auch für die Kunden gebe es keine Einschränkungen.