Hirschberg: Bedarf an Ganztagsbetreuung kann aber nicht erfüllt werden
Hirschberg. (krs) Hirschberg ist gut aufgestellt, was die Kinderbetreuung angeht. Darin waren sich die Mitglieder des Gemeinderats in der jüngsten Sitzung am Dienstag einig. Das Gremium beschloss einstimmig die Bedarfsplanung für das Kindergartenjahr 2021/22.
Prognosen bei der Kleinkindbetreuung seien generell schwierig, die Pandemie verschärfe dies noch mehr, sagte Bürgermeister Ralf Gänshirt. Bei der Betreuung von Kindern, die jünger als drei Jahre sind, liege die Auslastung aktuell bei 84 Prozent, zum Ende des Jahres voraussichtlich bei 87 Prozent. Pandemiebedingt ist dort auch der Bedarf an langen Betreuungszeiten gesunken. Die Krippe Tausendfüßler kann um eine Gruppe erweitert werden, dafür müsse der Bedarf allerdings erst noch weiter steigen. Mit der Eröffnung der zweiten Gruppe wird demnach noch abgewartet. Außerdem soll die Betreuungszeit einheitlich auf neun Stunden geändert werden.
Im Kindergartenjahr 2021/22 könnten bei der Betreuung der über dreijährigen Kinder bis zum Schuleintritt 18 Plätze fehlen, sagte Gänshirt. Er merkte jedoch an, dass die errechneten Zahlen und die realen Anmeldungen stets variieren. Insbesondere aufgrund der Pandemie seien Prognosen schwierig. Wünsche der Eltern seien eine "Blackbox", man könne sie nicht voraussehen. Beispielsweise warten manche auf einen Platz in der Wunscheinrichtung, oder andere nutzen das Angebot in den umliegenden Kommunen. "Ein größerer Engpass zeichnet sich nicht ab in Hirschberg", versicherte Gänshirt trotz der zu erwartenden Auslastungsspitze im kommenden Kindergartenjahr. Ein Ausbau der Kindergartenplätze in Hirschberg ist daher nicht angedacht.
Dafür drückten die Ratsmitglieder ihre Zustimmung aus. "Lieber mal einen Engpass als Leerlauf", fand Ferdinand Graf von Wiser (CDU). Das sah auch Christoph Kiefer (FW) so: "Lieber mal ein bisschen über 100 Prozent als leere Kitas", pflichtete er von Wiser bei. "Dass wir genügend Kinder in Hirschberg haben, ist ja erfreulich."
Aber es gehe nicht nur um die Quantität, sprich die bloße Anzahl von Betreuungsplätzen, sondern auch um die Betreuungszeiten, sagte Gänshirt. Hier sei die Verwaltung stets im Austausch mit den Trägern. "Im Ganztagsbereich werden wir nicht in der Lage sein, den Bedarf zu füllen", erklärte der Bürgermeister. "Das lässt sich nicht wegdiskutieren oder beschönigen, das ist einfach so." Von den aktuell 410 Kindergartenplätzen in der Gemeinde bieten 180 eine Ganztagsbetreuung. Mit dem Umzug des evangelischen Kindergartens in den Neubau, voraussichtlich im Frühjahr 2022, soll eine Gruppe mit verlängerten Öffnungszeiten in eine mit Ganztagsbetreuung umgewandelt werden. Umgekehrt soll im Kindergartenjahr 2022/23 im Waldkindergarten eine Ganztagsgruppe in eine mit verlängerten Öffnungszeiten gekürzt werden. Dort würden die angebotenen Ganztagsplätze nicht alle genutzt.
Insgesamt lobten die Ratsmitglieder die Flexibilität, die die Träger in den vergangenen Jahren zeigten, um auf die Wünsche der Eltern einzugehen.