Bad Rappenau: Sauna im "Rappsodie" startet stark, Hallenbad schleppend
Bad Rappenau. (fsd) Seit Anfang November lagen sie Pandemie-bedingt im verlängerten Winterschlaf. Nun aber haben beim "Rappsodie" nach dem Freibad, das Ende Mai in die Saison gestartet ist, dank lang anhaltender niedriger Sieben-Tage-Inzidenz auch wieder Sauna- sowie der Hallenbadbereich geöffnet. Während der Start bei Ersterem überraschend stark ausfällt, ist die Nachfrage nach Tickets fürs Hallenbad gering.
Das mag zum einen an den heißen Tagen mit mehr als 30 Grad Celsius in der vergangenen Woche liegen, an denen die Menschen lieber ihre Abkühlung im Freibad suchten, zum anderen mussten zwei Becken außer Betrieb genommen werden. Die baulichen Mängel am beliebten Freibecken sowie dem darunterliegenden Therapiebecken sind zu groß, als dass man jetzt, während im Gemeinderat über die Zukunft des Bades diskutiert wird, noch hohe Summen investieren möchte. Das Freibecken ist undicht, sodass sich das Wasser in Richtung Decke des Therapiebeckens durchgedrückt hat, erklärt Betriebsleiter Timo Künzel. "Dabei hat die Betondecke Schäden genommen. Wir wollten kein Risiko eingehen." Daher habe man die Becken auch geleert und so rund 300 Tonnen Gewicht reduziert.
Damit verringert sich auch die mögliche Gesamtbesucherzahl, die in der Corona-Verordnung anhand der vorhanden Quadratmeter Schwimmfläche errechnet wird. Momentan sind pro Block nur 100 Besucher erlaubt. Aufgrund der Einschränkungen wurden allerdings die Preise angepasst. Erwachsene zahlen nun fünf Euro unter der Woche und sechs Euro am Wochenende; alle anderen zahlen 4,50 Euro.
Wesentlich besser läuft es in der Sauna. Hier kamen innerhalb der ersten Öffnungswoche 715 Gäste ins "Rappsodie". Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum kamen vor der Pandemie 2019.656 Saunagänger in die Kurstadt. "Da sieht man schon, dass die Saunagäste das annehmen. Denen ist egal, ob Sommer, Herbst oder Winter ist", freut sich Künzel. Was allerdings nach wie vor verboten ist, ist das Verwedeln der Aufgüsse. Zudem hat das Dampfbad noch geschlossen, und der Naturbadeteich benötigt noch einige Wochen bis er wieder freigegeben werden kann.
Bis zuletzt hatten Künzel und seine Kollegen im Foyer des Hallenbades auch Corona-Schnelltests zum Selbstkostenpreis angeboten, da ein negativer Nachweis für einen Besuch im Freibad, in der Sauna oder im Hallenbad vonnöten war. Doch dies hat sich mit der seit 28. Juni gültigen Verordnung erledigt; die Testpflicht wurde aufgehoben. "Aber wir können schnell wieder reagieren, wenn die Zahlen steigen und die Pflicht wiederkommt. Wir haben mittlerweile Übung in dem ganzen Spiel."
Mit den neuen Vorgaben hat sich auch für das Freibad eine Änderung ergeben, und zwar darf Künzel nun mehr Besucher zu den Blöcken ins Bad lassen. Bisher waren zwischen 8 und 10 sowie 18 und 20 Uhr jeweils 150 und im Familienintervall zwischen 10.30 und 17.30 Uhr 300 Gäste zugelassen. Die maximale Kapazität hat sich nun in jedem Block verdoppelt. Zwar könne man auch 1000 Besucher ins Bad lassen, doch für Künzel ergibt dies keinen Sinn. "Es dürfen ja nicht alle zeitgleich ins Wasser. Und die Leute kommen ja, um sich abzukühlen und nicht am Beckenrand in der Schlange zu stehen." Freigegeben wurden übrigens auch die Rutschen.
Info: Tickets und weitere Infos unter www.rappsodie.info