Mannheim: Planetarium öffnet seine Pforten
Mannheim. (ger) In schier endlosen Monaten der pandemiebedingten Schließung hat das Team des Planetariums der Wiedereröffnung entgegengefiebert. Nun können wieder Vorstellungen stattfinden – allerdings dürfen vorerst nur 41 von 220 Sitzplätzen besetzt werden, sagt Planetariumsdirektor Christian Theis. Der Blick in den Kuppelsaal zeigt die Misere. Ganze Sitzreihen sind für den nötigen Abstand ausgebaut worden, in anderen müssen zwischen jedem genutzten Platz zwei weitere frei bleiben.
"Außer es kommt eine Familie. Im vergangenen Jahr konnten wir hier 50 bis 60 Plätze belegen", meint Theis. Klar sei, dass dies für einen wirtschaftlichen Betrieb nicht reiche. Immerhin habe man im Januar und Februar 2020 einen Rekordbesuch verzeichnet. Zusammen mit der Öffnung von Juni bis Ende Oktober habe das Planetarium im vergangenen Jahr rund 45.000 Gäste begrüßt, berichtet Theis. In normalen Jahren verzeichnet das Sternentheater 100.000 Besucher, mit zuletzt steigender Tendenz. 2019 seien es sogar 120.000 Gäste gewesen. "Wir haben den Betrieb stark heruntergefahren, die festen Mitarbeiter haben Kurzarbeit mit 20 Prozent des normalen Niveaus gemacht. Trotzdem hatten wir große Umsatzeinbußen", sagt Theis.
Zum Team gehören etwa zehn Stammkräfte, dazu kommen 25 Minijobber in diversen Bereichen. Etwas geholfen habe die staatliche November- und Dezemberhilfe. "Dieses Jahr lag die Einbuße bislang bei 100 Prozent", sagt der Direktor und hofft auf weitere Hilfe. Die Zeit der Schließungen habe man so gut es ging für Modernisierungen und Vorbereitungen genutzt. Die bald wegen der EU-Normen nicht mehr lieferbaren Halogenlampen im Zeiss-Sternenprojektor wurden durch moderne LED-Leuchten ersetzt. Zwischen der inneren Projektionskuppel und der äußeren Betonschale des Planetariums wird derzeit noch unter der Spitze ein Ring aus Stahlrohr eingebaut.
Er muss die Sicherungsseile der Arbeiter halten, wenn diese oben in der Kuppel ihre Wartungsaufgaben erledigen. Weil auch personelle Veränderungen ins Haus stehen, wurde die Zeit zur Einarbeitung genutzt. Michael Sarcander, der als technischer Leiter im Planetarium mit dem Ablauf der Vorstellungen sowie der Produktion der Programme beschäftigt ist, geht am 1. September mit 65 Jahren in Rente.
Sein Nachfolger ist Mathias Jäger. Der 38-jährige Astronom hat vor Kurzem am Heidelberger Max-Planck-Institut für Astronomie auf dem Königsstuhl promoviert. Im "Notfall" will Sarcander auch künftig helfen. Geplant sind zwei neue Astroshows. In der ersten geht es um die Milchstraße. Die Premiere ist für Anfang 2022 vorgesehen.