Rhein-Neckar: Landratsamt warnt vor Zeckenstichen
Rhein-Neckar. (RNZ) Die Sommermonate ziehen die Menschen ins Freie, aber auch Zecken haben Hochsaison. Darauf weist das Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises hin. Weil Zecken eine Vielzahl von Krankheitserregern in ihrem Verdauungstrakt haben und diese beim Blutsaugen über ihren Speichel auf den Menschen übertragen können, kann ein Zeckenstich schwerwiegende Folgen haben.
Vor allem Baden-Württemberg, Hessen und Bayern gelten seit Jahren als Risikogebiet für die Übertragung der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), zitiert die Mitteilung Rainer Schwetz. Er ist der Leiter des Gesundheitsamtes, das für etwa 720.000 Einwohner des Rhein-Neckar-Kreises und Heidelberg zuständig ist. Demnach erkrankten jedes Jahr Menschen in der Region, teilweise mit schweren Verläufen.
Eine gezielte Therapie gegen die Viren gibt es nicht. "Die Impfung gegen FSME ist die effektivste Maßnahme gegen die Erkrankung. Sie schützt sicher und zuverlässig vor schweren Verläufen oder verhindert sogar die Erkrankung", zitiert die Mitteilung Schwetz. Kinder können demnach ab einem Jahr geimpft werden, nach der Grundimmunisierung muss die Impfung alle fünf Jahre aufgefrischt werden. Die Kosten dafür tragen die Krankenkassen.
Neben FSME gehört auch Borreliose zu den durch Zecken übertragbaren Infektionskrankheiten. Diese Bakterieninfektion tritt bundesweit auf, erklärt das Landratsamt. Ein erstes Symptom sei eine Rötung, die sich um den Zeckenstich herum immer weiter ausbreitet, zitiert die Mitteilung Anne Kühn, Leiterin des Referats Gesundheitsschutz im Gesundheitsamt. Diese Wanderröte trete häufig ein paar Tage oder Wochen nach dem Zeckenstich auf. Weitere Symptome betreffen demnach unter anderem den Bewegungsapparat und das Nervensystem.
"Schmerzende Gelenke, Lähmungen, Gangunsicherheiten – das alles können Zeichen einer Borreliose sein und auch ohne einen erinnerlichen Zeckenstich oder erst Monate nach diesem auftreten", zitiert die Mitteilung Kühn. Eine Impfung gegen Borreliose ist nicht möglich, allerdings kann man die Infektion mit Antibiotika behandeln.
Die in der Region vorwiegende Zeckenart ist der gemeine Holzbock. Er komme praktisch überall vor, wo es Pflanzen gibt. Dementsprechend sind Menschen, die viel in Parks, Wäldern oder Feldern unterwegs sind, besonders gefährdet. Zecken klettern an einem Grashalm oder im Gebüsch nach oben und halten sich fest, wenn ein Mensch oder Tier die Pflanze streift.
Um es gar nicht erst zu einem Zeckenstich kommen zu lassen, hat das Landratsamt folgende Tipps:
> Man sollte lange, helle Kleidung und geschlossenes Schuhwerk tragen.
> Die Hosenbeine können in die Socken gesteckt werden, um der Zecke den Weg zur freien Haut zu verlängern.
> Kurzfristig könnten auch abwehrende Sprays oder Lotionen schützen, sie müssen aber nach einer gewissen Zeit erneut aufgetragen werden.
Aber auch durch diese Tipps lasse sich ein Zeckenstich nicht mit Sicherheit ausschließen. Deswegen sollte man sich nach jedem Aufenthalt im Freien nach Zecken absuchen, rät das Landratsamt.
Findet man eine Zecke, sollte man sie so bald wie möglich entfernen. Dafür gibt es spezielle Pinzetten, Zangen oder auch Zeckenkarten, mit denen man das Tier im Ganzen selbst entfernen kann.
Je früher eine Zecke gefunden wird, desto geringer sei die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung. Wer Symptome bemerkt, sollte sich frühzeitig an den Hausarzt wenden.