Hirschberg: Die Bouler-Kugeln in Leutershausen rollen wieder
Von Max Rieser
Hirschberg-Leutershausen. Endlich rollen die Kugeln bei den Boulern des Laufsportvereins Leutershausen wieder. Bereits zum zweiten Mal trafen sich die Mitglieder am Sonntag auf ihrem Platz im Sportzentrum. Mit dem Vorsitzenden Richard May kamen zwölf Mitglieder, am Sonntag davor seien es sogar 18 der 20 aktiven Bouler gewesen.
Nach der Erledigung der mittlerweile gewohnten Bürokratie wie dem Eintrag in die Namensliste ging es los. Der Vorsitzende informierte außerdem darüber, dass diejenigen, die bereits beide Impfungen erhalten hätten, auf dem Freigelände ohne Maske spielen dürften. Lediglich zwei aus der Gruppe zählten nicht dazu und ließen die Maske trotz der warmen Temperaturen tapfer auf.
May selbst nahm nicht am Spiel teil, da er aktuell vor allem dazu da sei, nach dem Rechten zu sehen, berichtete er. Er teilte auch die Teams ein. Zwei gegen drei auf der einen Bahn und drei gegen drei auf der anderen. Absperrbänder markierten die Grenzen der Spielfelder, zwischendrin wurde ein großzügiges Feld Platz gelassen. Die Absperrungen seien eigentlich unüblich, erklärten die Mitglieder; sie würden nur in der momentanen Situation dabei helfen, das Geschehen zu entzerren.
In der Hütte des Vereins direkt an der Bouleanlage hatte May alle Bestimmungen der Landesregierung und der Sportverbände ausgebreitet. Das kleine Vereinsheim darf momentan nicht betreten werden, es dient dem Vorstand lediglich als Büro. Es sei nicht immer leicht, den sich ständig verändernden Regeln zu folgen. Trotzdem sei es ihnen wichtig, alles genauestens umzusetzen: "Es wäre das Schlimmste für uns, wenn sich hier jemand anstecken würde", sagte der Vorsitzende. Hilfe bekam er immer von der Gemeinde, die bei jeder neuen Regelung proaktiv auf den Verein zugekommen sei und immer mit Rat und Tat zur Verfügung gestanden hätte. Für die gemischte Gruppe der Freizeitbouler war die Erleichterung groß, wieder auf den gepflegten, durch kleine Bäume beschatteten Platz zu dürfen. Sonst gäbe es auch hin und wieder kleine vereinsinterne Turniere um eine Flasche Sekt oder Ähnliches, seit Beginn der Pandemie hätte es aber leider keine Termine dieser Art mehr gegeben.
May hat aber auch den sportlichen Aspekt im Blick. Ihm sei das Boulen wichtig, da es für viele, die früher beim Joggen, Walken oder der Gymnastik dabei waren und nun aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr dabei sein könnten, trotzdem regelmäßig Bewegung bekämen: "Ich will nicht, dass diejenigen, die nicht mehr können, abseits stehengelassen werden", betonte der Vorsitzende. Auf den beiden Spielfeldern flogen die Fachformulierungen wie "Schieß die Bremse weg" schon hin und her. Gemeint war damit eine Kugel, die den Platz vor dem "Schweinchen", die kleine Kugel, an die es möglichst nah heranzukommen gilt, verdeckte. Schießen bedeutet in dem Fall, diese Kugel mit einer anderen wegzustoßen, um wieder freie Bahn auf das "Schweinchen" zu haben.
Kerri Plattenberg sagte, es sei immer wichtig, einen Mann im Team zu haben, der gut "schießen" kann. Bei ihnen seien die Frauen eher für das "Legen", also das nahe Heranbringen der eigenen Kugeln an das "Schweinchen", zuständig. Plattenberg weiß den Platz zu schätzen. Sie spielt auch regelmäßig auf den Bouleplätzen in Schriesheim, wo der Untergrund oft zu trocken sei und in Dossenheim, wo die kleinen Bäumchen nicht genug Schatten geben würden. Als Doris Zielke dreimal in Folge ihre Kugel extrem nah am "Schweinchen" platzieren konnte, rief jemand aus: "Die ist doch gedopt", was zu allgemeinem Gelächter unter den Vereinsfreunden führte.
Renate Ackermann sagte, das Boulen sei wie Fahrradfahren, man würde auch nach der langen Pause wieder gut reinfinden. Sie ist froh, dass sie wieder kommen kann, denn: "Wer boulebegeistert ist, dem hat wirklich etwas gefehlt."
Aktuell trifft sich die Gruppe immer sonntags um 10 Uhr. Sollte das Infektionsgeschehen weiterhin niedrig bleiben, wollen sie auch donnerstags wieder zusammenfinden.