Massenbachhausen: Vom Wohnzimmer bis zum Festzelt: Harry Krämer beschallt alles
Von Gabi Muth
Massenbachhausen. Egal, ob ein Walzer im Dreivierteltakt, ein flotter Schlager aus den 1970ern oder Popmusik legendärer Interpreten – Harry Krämer hat viele dieser Titel und Lieder im Repertoire. Seit 1968 macht er Musik – sammelte jahrelang Band-Erfahrung und ist seit 2005 Solist. Doch die Corona-Krise hat den Hobbymusiker und Rentner ordentlich ausgebremst. Sein Terminkalender zeigt zahlreiche abgesagte Auftritte. Nun hofft der 68-Jährige, dass er bald wieder vor Publikum spielen kann.
"Von Abba bis Zappa", so lautet das Motto von Harry Krämer. Und auch wenn er noch keinen Song von Frank Zappa in seinem Repertoire hat, soll der Slogan doch Krämers Vielseitigkeit in Sachen Unterhaltungsmusik aufzeigen. Die nahm ihren Ursprung während Krämers Schulzeit. "Damals habe ich in der Musikschule im Alten Theater in Heilbronn Gitarrenunterricht genommen." Er erzählt vom klassischen Musizieren, das er auf dem Saiteninstrument von der Pike auf gelernt hat. Mit diesem fundierten musikalischen Wissen ausgestattet eignete er sich selbst das Keyboard-Spielen an.
Was folgte, waren rund 40 Jahre Musizieren in einer Band, die sich immer wieder veränderte und umbenannte und die zuletzt als Music-Team auftrat. Die Formation löste sich auf, was blieb, war der Bandname.
Seit 2005 tritt Krämer mit seinem Keyboard als Solo-Künstler auf und kann bei Bedarf weitere Musiker für seine Auftritte hinzuziehen. "Ich musiziere vom Wohnzimmer bis zum Festzelt", sagt der Hobby-Musiker und geht dabei vollkommen auf die Wünsche seiner Auftraggeber und seines Publikums ein. "Das Musizieren auf dem Keyboard und das Singen machen mir viel Spaß, weil ich so die Leute sehr gut unterhalten kann", sagt er.
Und so wird Krämer seit vielen Jahren für Hochzeiten und Geburtstage gebucht, spielte schon oft bei Faschingsveranstaltungen sowie im Festzelt auf dem Talmarkt oder beim Schutzhüttenfest in Böckingen. Und er spielt viel und gerne in verschiedenen Seniorenheimen. Mehr als 100 Auftritte im Jahr standen in seinem Terminkalender.
Dann kam Corona. Auftritte wurden abgesagt, neue Termine konnten nicht vereinbart werden. "Das war nicht nur für mich furchtbar, sondern auch für meinen Fanclub", sagt Krämer und meint damit vor allem die Seniorinnen und Senioren, die sich regelmäßig an seiner Musik erfreuten und dazu ausgiebig das Tanzbein geschwungen haben.
Doch trotz pandemiebedingter Zwangspause: "Die Motivation zum Üben habe ich nicht verloren", sagt Krämer und versichert: "Musik ist mein Leben." Daher ist er täglich auch rund zwei Stunden am Singen und Musizieren und hat mehr als 900 Lieder auf Lager. "Bei der Anzahl von Titeln muss man diese ja auch immer wieder durchspielen."
Ein paar Auftritte in den Seniorenhäusern waren in den zurückliegenden Wochen dann doch wieder möglich. Natürlich nicht im Café, sondern nach negativem Schnelltest und mit Abstand auf den Fluren. "Da habe ich das Keyboard auf den Küchenwagen gepackt und bin von Stockwerk zu Stockwerk gezogen", erzählt Krämer.
Wenn er dann die Lieder von Freddy Quinn oder Caterina Valente spielte und sang, erntete er Begeisterung und Beifall von seinem betagten Publikum. Mit vielen seiner Fans kann er jedoch nur über die Sozialen Netzwerke in Kontakt bleiben. "Die sind schon ganz heiß darauf, dass es wieder richtig losgeht."
Info: www.music-team.de