Neckarsteinach/Neckargemünd: Das erste Hochwasser des Jahres ist im Anmarsch
Neckarsteinach/Neckargemünd. (cm) Wer in den kommenden Tagen sein Auto nah am Wasser parken will, sollte sich das noch einmal überlegen. Denn es droht Hochwasser – kein ganz großes, aber auch kein ganz kleines. Schneeschmelze und Dauerregen sollen den Neckar am Freitag auch in Neckargemünd und Neckarsteinach aus dem Bett treiben.
Am Mittwochabend prognostizierte die Hochwasservorhersagezentrale für Gundelsheim einen maximalen Pegelstand von etwa 5,10 Meter, der in der Nacht auf Samstag erreicht werden soll. Aber auch sechs Meter sind nicht ausgeschlossen. Sowohl Neckarsteinach als auch Neckargemünd orientieren sich an dem Pegel in Gundelsheim, der flussaufwärts die nächste Messstelle ist. Etwa vier Stunden braucht das Wasser von dort.
Im Moment sieht es also so aus, dass alle Parkplätze am Neckar in Neckargemünd und Neckarsteinach betroffen sein werden. In Neckarsteinach werden wohl der kleine und der große Lauer überspült, was ab 2,60 und 3,40 Meter in Gundelsheim der Fall ist. Kritisch für Häuser wird es aber erst ab sieben Metern.
In Neckargemünd werden wohl die Parkplätze am Neckarlauer und in der Rainbach (ab 4,50 Meter), unter der Friedensbrücke (ab 4,70 Meter) und am "Schwanen" auf Kleingemünder Seite (ab 4,80 Meter) überspült. Die Mühlgasse könnte verschont bleiben, wo ab 5,50 Meter in Gundelsheim das Wasser der Elsenz durch den Rückstau in einer Senke herausschwappt. Auch für das Parkhaus der Wohnanlage in der Mühlgasse besteht wohl keine Gefahr. Dieses wäre ab sechs Metern in Gundelsheim betroffen. Keller und Wohnräume sind erst ab 6,50 Meter in Gefahr. Die Fähre zwischen dem zu Neckargemünd gehörenden Ortsteil Neckarhäuserhof und dem Neckarsteinacher Stadtteil Neckarhausen wird ihren Betrieb einstellen müssen.
"Wir nehmen die Vorhersage ernst und beobachten die Lage", sagt Neckarsteinachs Bürgermeister Herold Pfeifer. "Ich mache mir aber keine Sorgen." Er erwartet ein "mittleres Hochwasser". Beruhigt hat ihn, dass am Mittwoch noch Schnee fiel. Denn laut einer alten Weisheit der Schiffer bedeute "wenig Schnee viel Wasser und viel Schnee wenig Wasser". Kritischer sei, wenn es auf gefrorenen Boden regne. Der Schnee aber sauge Wasser auf. "Wir vertrauen aber nicht allein auf die Weisheit", so Pfeifer.