EHC München gegen Adler Mannheim: Die Adler liefern ein perfektes Spiel
Von Rainer Kundel
München. Die Eishalle auf dem Münchner Oberwiesenfeld ist für die Adler Mannheim wie ein zweites Wohnzimmer: Mit einem glänzend herausgespielten 6:3 (1:1, 2:1, 3:1) setzte der weiter amtierende Meister eine Duftmarke und blieb das siebte Mal bei den Oberbayern unbesiegt. "Wir haben die Tore zur richtigen Zeit gemacht, wir wussten, dass wir bei hohem Tempo München schlagen können", zeigte sich Trainer Pavel Gross nicht sonderlich überrascht von der Galavorstellung seiner Mannschaft.
Aufgrund der Adduktorenverletzung von Tommi Huhtala sah sich Pavel Gross gezwungen, die erst am Sonntag neu zusammengestellten Sturmreihen nochmals zu verändern. Da auch Matthias Plachta noch nicht einsatzfähig war – der Stürmer absolvierte zu Hause ebenso wie Sinan Akdag ein Aufbautraining mit Co-Trainer Marcel Goc – rückte Louis Brune wieder in die Aufstellung. In der Defensive gab der am 1. Januar verpflichtete Craig Schira als Rechtsverteidiger mit der Trikotnummer 64 sein Debüt an der Seite von Joonas Lehtivuori.
Trotz eines denkbar unglücklichen Starts mit vier Strafminuten gegen Valenti (hoher Stock gegen MacWilliam) und einer weiteren Strafe gegen Krupp erspielten sich die Adler im ersten Abschnitt Vorteile. Den Rückstand durch Seidenberg (4. Minute /Überzahl) steckten sie schnell weg, fuhren durch Bast einen Break in Unterzahl und kamen, begünstigt durch zwei Powerplay-Situationen, richtig auf Betriebstemperatur. Während der zweiten Überzahl erzielte Markus Eisenschmid (16.) den Ausgleich. Der Rechtsschütze lief in hohem Tempo von der eigenen Zone vors Münchner Tor und bezwang Torhüter Aus den Birken mit einem Flachschuss. Defensiv machten die Gäste die Räume eng, stellten sich den "Roten Bullen" schon in der neutralen Zone, ganz nach den Vorgaben ihres Trainers. Und hatten durch Bast (20.) gar die Pausenführung auf dem Schläger. "Wir wollen im Aufbau kompakt sein und gemeinsam zurückgehen, wenn wir die Scheibe verlieren", lautete die Marschroute von Gross.
Es folgte ein fast perfektes Mitteldrittel der Adler. Sie setzten den Gegner mit High-Speed-Eishockey derart unter Druck, dass sich die Oberbayern oft nur mit unkorrekten Aktionen (vier Strafzeiten) helfen konnten. Brendan Shinnimin per Schlagschuss (27.) und Jason Bast (29.), der beim Spielerverhältnis vier gegen vier von Elias auf die Reise geschickt wurde und in den Winkel traf, schossen eine Zwei-Tore-Führung heraus. Diese hätte leicht höher ausfallen können. Bei 71 Sekunden doppelter Überzahl, einem Lattentreffer von Krämmer (24.), Großchancen von Elias (38.) und Smith (40.) lagen weitere Treffer in der Luft. München half bei einer der wenigen Vorstöße ein "schmutziges" Tor von Ehliz (37./ Bauertrick), um vor dem Schlussabschnitt noch im Geschäft zu bleiben. "Wir sehen hier das beste Spiel der Saison", lobte Mannheims Manager Axel Alavaara in der zweiten Pause Tempo und Niveau.
Ben Smith holte das Versäumte 19 Sekunden nach Beginn des letzten Abschnitts nach, als der Kapitän den Münchner Keeper "tunnelte". Spätestens mit dem Unterzahltor von Bast (44.) zum 2:5 war den Münchnern der Zahn gezogen. Shinnimin (48.) machte das halbe Dutzend voll, das irreguläre Anschlusstor von Seidenberg war nur noch eine Petitesse.
EHC München - Adler Mannheim 3:6 (1:1,1:2, 1:3)
Tore: 1:0 Seidenberg (4.), 1:1 Eisenschmid (16.), 1:2 Shinnimin (27.), 1:3 Bast (29.), 2:3 Ehliz (36.), 2:4 Smith (41.), 2:5 Bast (43.), 2:6 Shinnimin (48.), 3:6 Seidenberg (55.)
Schiedsrichter: Rantala (Finnland), Schrader (Bochum)
Strafminuten: 18/16
Zuschauer: keine