Neckarzimmern: Seniorenheim, Wohnungen und Einkaufen sollen auf die "Obere Aue" kommen
Von Dorothea Damm
Neckarzimmern. In Neckarzimmern werden die Weichen für die Zukunft gestellt. "Endlich ist es uns gelungen, mit den Johannitern und der ,Rewied’ Partner zu finden, die genau wissen, worauf sie sich einlassen und so wie wir voll und ganz hinter dem Konzept stehen", sagte Bürgermeister Christian Stuber am Montagabend in der Gemeinderatssitzung.
Mit beiden Unternehmen habe man einen Vorvertrag abgeschlossen, um das brachliegende Gebiet "Obere Aue" am Ortseingang von Neckarzimmern in Zukunft sinnvoll zu nutzen. Auf große Zustimmung waren bereits in der vorangegangenen Sitzung die Planungen bei den Gemeinderäten gestoßen. "Es ist genau das, was wir uns für diesen Bereich wünschen und wo wir einen Bedarf sehen", sagten die Gremiumsmitglieder. Man wünscht sich, dass es nun auch möglichst schnell vorangehen kann. Aber ganz so einfach wird es nicht werden: Die Johanniter planen den Bau eines Seniorenheimes mit 60 Plätzen.
Da sie ihre Kompetenz in diesem Bereich schon seit Jahren in der Region unter Beweis stellen, freue man sich, dass sie für das Projekt in Neckarzimmern gewonnen werden konnten. Die "Rewied" wird dabei als Projektträger auftreten. "Rewied" steht für "Revitalisierung und Wiederbelebung". "Genau das brauchen wir an dieser Stelle in Neckarzimmern, schon vom Namen nach passt dieser Träger also zu unseren Ideen für die Gemeinde", betonte Stuber. Neben Wohnungen für verschiedene Generationen und dem Seniorenheim soll es dann auch Möglichkeiten zum Einkaufen geben. "Einen Bäcker, einen Metzger und einen Geldautomat", das wünscht man sich besonders, gerade für die oft ältere und nicht motorisierte Bevölkerung.
Aber natürlich ist auch dieses Bauprojekt, wie jedes Bauprojekt in Neckarzimmern kompliziert. "Einfache Lösungen gibt es bei uns eben nicht", sagte Stuber. Man habe die Bundesstraße, Berge, die Bahn, den Neckar, Landschaftsschutzgebiete und hohe Auflagen für den Natur- und Artenschutz zu beachten. "Das wissen die Johanniter und die Rewied aber auch." Deshalb sei man optimistisch, dass man jetzt zügig konkret planen könne, um dann über Machbarkeitsstudien – zum Beispiel zum Lärmschutz – schnell zu tragfähigen Lösungen und einem konkreten Baustart zu kommen.
Bis Ende 2022 wird es aber womöglich noch dauern, bis die ersten Einwohner Neckarzimmers in dem neuen Gebiet einkaufen können. Ursprünglich habe man sich einen Vollsortimenter gewünscht. Das ist jedoch auf Grund der Vereinbarungen der Gemeinden, dass keine Kaufkraft aus anderen Gemeinden abgezogen werden darf, nicht realisierbar. Allein für die Einwohner Neckarzimmerns könne ein solcher Markt nicht rentabel betrieben werden. "Das neue Projekt entspricht jetzt aber genau den Bedürfnissen der Einwohner Neckarzimmerns", freute sich der Gemeinderat.
Genauso stieß der geplante Umbau des alten Kindergartens auf Zustimmung. Hier werden vier neue Wohnungen entstehen, wovon zwei barrierefrei sind. Auch im Ort wird gemäß den ELR-Plänen in einem Privathaus neuer Wohnraum geschaffen, der dem Konzept der Ortskernbelebung entspricht. Gleichzeitig nahm der Gemeinderat zur Kenntnis, dass die vorhandene Infrastruktur, wie zum Beispiel die Straßenlaternen, von der Bundesnetzagentur im Infrastrukturatlas erfasst werden, weshalb eine Meldung der entsprechenden Geodaten erforderlich ist.
Die Betreuung des Forstes rund um Neckarzimmern wird etwas teurer. Auch hier ist die Gemeinde durch die äußeren Rahmenbedingungen gezwungen, Mehrkosten zu tragen. Zukünftig wird die Gemeinde etwa 12.600 Euro jährlich für die Pflege des Waldes ausgeben müssen. Der Preis ändert sich jedoch je nachdem, wie viel Holz im Verlauf des Jahres eingeschlagen werden kann.