Erste Heimniederlage: Der DSV Leoben verliert gegen Gnas mit 0:3 (0:1)!
Landesliga, 9. Runde. FR 16.10.20, 19:00 Uhr, Stadion Donawitz, 250. DSV Leoben : USV Gnas 0:3 (0:1). Torfolge: 0:1 Scheucher (13.), 0:2 Wohlmuth (53.), 0:3 Scheucher (68.). Schiedsrichterteam: Macher, Duschek, Hofer.
Der DSV Leoben unterliegt nach vier ungeschlagenen Spielen dem USV Gnas glatt mit 0:3 (0:1). Vor der Pause war ein unglücklicher Hands-Elfmeter ausschlaggebend für den Rückstand nach 13 Minuten: Den Penalty von Schadler pariert Tormann Peckovic zwar, doch gegen den Nachschuss von Scheucher ist er machtlos. Die Donawitzer versuchen nun auf den Ausgleich zu drücken, das sieht auch gar nicht schlecht aus, sie scheitern aber regelmäßig in der gefährlichen Zone. Nachdem Tomic gegen die Torstange gedrängt wird, steht plötzlich das Gehäuse bedrohlich schief da. In einer zwölf minütigen Zwangspause wird die betroffene Stange provisorisch begradigt, das Spiel kann fortgesetzt werden – Danke den Beteiligten für die schnelle und gute Arbeit, das sah bedrohlich nach Spielabbruch aus. In der zweiten Hälfte legt Gnas nach, macht durch Treffer von Wohlmuth und abermals Scheucher alles klar, die Donawitzer finden einfach keine geeigneten Mittel und somit keinen Zugriff auf dieses Spiel. Die wenigen Möglichkeiten werden versemmelt oder im letzten Moment erfolgreich unterbunden. In der Schlussphase wird noch Masovic mit Gelbrot vom Platz gestellt, eine zusätzliche Schwächung im ohnehin ausgedünnten DSV Kader! Gnas spielt danach das Ergebnis routiniert über die Zeit, kann minutenlang den Ball in den eigenen Reihen halten, ohne dass sie dabei gestört werden können, sang- und klanglos müssen sich die Donawitzer im eigenen Stadion geschlagen geben…
Gute Arbeit: Das Tor hat bis zum Schlusspfiff gehalten!
Edin Bahtic, Tim Heinemann, Haris Mehmedagic, Andre Posch und Philip Schweighart – alles Spieler, die beim 4:1 in Liezen im Einsatz waren, dazu Rafih Omer – auf all diese Spieler musste Trainer Markus Rebernegg gegen Gnas (teils verletzungsbedingt, teils wegen Erkrankung) verzichten. Dennoch starteten die Donawitzer sehr ambitioniert, nach Pass von Gjinaj zimmert Tomic (aus Abseitsposition) den Ball gleich einmal an die Querlatte. Nach einigen Pagger-Vorstößen – die Flanken schaffen es nicht ganz zu Tomic – versucht sich Gjinaj auf der linken Seite. Statt der Flanke spielt er den Ball in den Rückraum, Petkov zieht ab, haut den Ball aber aus aussichtsreicher Position weit über das Tor. Der erste Gnaser Angriff bringt die Gästeführung. Vorerst kann Kabashaj einen zügigen Kniewallner-Vorstoß durch beherztes Reinrutschen in den Corner klären. Den Eckball bringt Wohlmuth zur Mitte, der Ball springt im Strafraum auf, vom Boden an die Hand des völlig unbedrängten Pagger und schon ertönt der Pfiff. Eine absolut unglückliche Aktion, die aber im Strafraum mit einem Elfmeter geahndet wird. Den von Schadler geschossenen Penalty kann Peckovic, dem an diesem Abend besten Mann seiner Mannschaft, mit einem starken Reflex aus der Ecke geholt werden. Der Ball ist nun frei im Strafraum, Scheucher ist am schnellsten dort, irgendwie an Peckovic und Kabashaj vorbei, landet der Nachschuss hinter der Linie, Gnas geht mit 0:1 in Führung. Ein Lehrbeispiel für die am Sechzehner gutstehenden Donawitzer, dass man bei einem Elfer auch nachsetzen darf, vielleicht hätte so der Nachschuss unterbunden werden können!
Das 0:1 schmerzt zwar, bremst die Donawitzer in ihren Bemühungen, das Spiel nach ihren Vorstellungen zu gestalten, vorläufig nicht. Gjinaj erweist sich als quirlig im Angriff, Sharifi ist auf seiner Seite kaum zu halten und Masovic beschäftigt stets mehrere Gegner – dennoch, je näher es vor, zum Strafraum, geht, umso kompromissloser funktioniert die Gnaser Abwehr. Hereingaben oder Flanken werden stets abgefangen, wenn Tomic in der Mitte den Ball irgendwie erreicht, wird er mit voller Wucht (zwei Mal im Strafraum hart an der Grenze) attackiert und somit am Abschluss gehindert.
Da ist es schon passiert: Hand im Strafraum, Elfer gegen den DSV!
In der 22. Minute die erste gute Aktion der Gäste. Ein schnelles Kombinationsspiel eröffnet Kniewallner die Schussmöglichkeit, Peckovic kann den gut angetragenen Flachschuss gerade noch aus der Ecke fischen. Bei einem weiteren Angriff ist abermals Kniewallner (nach Wohlmuth-Zuspiel) frei. Er marschiert in den Strafraum, doch Peckovic reagiert stark und kann den Schuss parieren. Auf der anderen Seite sieht das schnelle Spiel nach vorne aber genauso gut aus: Sharifi auf Gjinaj, der den Ball zur Mitte zwischen Abwehr und Tormann bringt, doch Tomic ist um den Schritt zu langsam und kann den Ball nicht erreichen. Ähnliche Situation kurze Zeit später, wieder setzt sich Gjinaj rechts im Strafraum durch, diesmal versucht er es direkt, doch Tormann Roth kann den Ball fangen.
Nach 32 Minuten ist vorerst einmal Schluss am Platz. Das Spiel ist unterbrochen, nach kurzer Zeit lässt Schiedsrichter Macher die beiden Mannschaften in die Kabine. Was war passiert? Bei einer Masovic-Hereingabe kann der bedrängte Tomic nicht mehr abstoppen und kracht in die Torstange, die sich für alle im Stadion sichtbar nach hinten neigt und somit ein Weiterspielen unmöglich macht. Guter Rat ist teuer, ein kaputtes Tor ist während eines Heimspieles so nicht vorgesehen. Eine Stange wird geholt und in den Boden geschlagen, die nach hinten geneigte Torstange nach vorne gespreizt und fixiert – nach nur zwölf Minuten kann der Schiedsrichter die beiden Mannschaften wieder aufs Spielfeld rufen. Tolle provisorische Lösung, Danke an die Jungs, die sofort wussten, was zu tun war!
Bis zur Pause belagern die Donawitzer zwar wieder die Hälfte der Gnaser, doch wie schon in etlichen Versuchen davor, wird die Lücke in der Abwehr einfach nicht gefunden. Obwohl vorne rotiert wird, nicht nur Tomic, sondern auch Petkov in der Mitte gesucht wird, es kommt einfach zu keinen Abschlüssen. Je ein nicht sonderlich gefährlicher Schuss aufs Tor für jede Mannschaft, mehr ist es nicht mehr, nach exakt 57 Minuten beendet der Schiedsrichter die erste Halbzeit.
Die Vorentscheidung: Wohlmuth mit dem 0:2!
So ausgeglichen die erste Halbzeit war, von der zweiten Spielhälfte kann das leider nicht mehr behauptet werden. Der sichtbare Unterschied ist (unter anderem) das Spiel ohne Ball. Der Spielaufbau muss stets abgebrochen werden, weil keine klaren Anspielstationen vorhanden sind. Zu wenig Bewegung, so ist es leicht für Gnas, die Räume dicht zu machen. Die Versuche über die Seiten werden nun erfolgreich unterbunden, man läuft stets hinterher. In der 53. Minute ist das Loch in der Innenverteidigung zu groß – Kniewallner spielt durch zu Wohlmuth, der nur mehr Peckovic vor sich hat. Er umkurvt den Goalie, aus spitzem Winkel bringt er den Ball aber zum 0:2 unter.
Gezieltes Aufbäumen nach dem zweiten Gegentreffer sieht anders aus. Zwar versuchen Gjinaj oder Sharifi, auch Pagger irgendwie nach vorne zu kommen, doch sieht das alles schon früh nach Verzweiflungsfußball aus. Zunehmend ideen- und kraftlos wirken unsere Spieler nun, was folgt sind zahlreiche unerzwungene, teils haarsträubende, Fehlpässe im Aufbau. Das ist natürlich pures Gift, wenn man noch einmal herankommen möchte – Gnas nimmt die Geschenke an. Während ein guter Angriff über Masovic von Pagger zu einem Torschuss (kurzes Eck, kein Problem für Roth) führt, fällt unmittelbar darauf auf der anderen Seite der dritte Gnaser Treffer. Einer der vielen Fehlpässe verleitet Gnas zum schnellen Umschalten, Scheucher wird zentral angespielt, an Peckovic vorbei trifft er zum 0:3!
Nach 68 Minuten ist nun alles entschieden, in der verbleibenden Zeit enttäuschen die Donawitzer schwer. Es gelingt nun gar nichts mehr, selbst ein Gjinaj-Heber, über den weit vor dem Tor befindlichen Goalie, scheitert, zu allem Überdruss holt sich Masovic zum zweiten Mal Gelb und muss vorzeitig vom Platz. Trainer Rebernegg bringt bei aussichtslosem Rückstand alle vier Wechselspieler ins Spiel, für drei von ihnen – Halilovic, Carp und Tragler – sind es die ersten Landesliga-Minuten überhaupt. Die letzten Minuten, in denen Gnas einen Abseits-Treffer (Kaufmann der Schütze, zählt aber nicht) erzielt, dauern eine gefühlte Ewigkeit. Gnas lässt den Ball hinten herumlaufen, es wird nicht einmal mehr halbherzig attackiert, um dieses Trauerspiel im eigenen Stadion zu unterbinden. Irgendwann hat der Schiri Erbarmen und macht dann doch Schluss. Die ausgefuchstere Mannschaft, die die glückliche Führung aus Halbzeit eins, in der zweiten Hälfte eindrucksvoll zum ungefährdeten Sieg nützte, fährt abermals ungeschlagen aus Donawitz nach Hause.
Abhaken, verdauen, neu sammeln und nach vorne blicken. Am kommenden Freitag ist der DSV Leoben in Fürstenfeld gefordert…
Schon wieder: Masovic geht mit Gelbrot!
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Der DSV Leoben spielte mit: Peckovic, Kosche, Pagger (71. Grössing), Tomic (84. Carp), Gjinaj (84. Halilovic), Pavkovic (G), Kabashaj (84. Tragler), Petkov, Thurner, Sharifi, Masovic (GR, 81.). Ersatz: Petrovcic.