Sinsheim-Rohrbach: Kein Zebrastreifen, dafür vielleicht permanent Tempo 30
Sinsheim-Rohrbach. (gab) Die von vielen so sehnlich erwartete Verkehrstagefahrt fand in Rohrbach Ende September statt. Vertreter der Mannheimer Polizei, des Ordnungsamts der Stadt Sinsheim und Ortsvorsteher Friedhelm Zoller waren dabei. Für die Rohrbacher drehte sich an diesem Tag vorrangig alles um zwei Problemstellen: Zum einen wünschte sich der Ortschaftsrat einen Zebrastreifen in der Bruchstraße auf Höhe der Kreuzgrundhalle in Richtung Schule. Zum anderen eine Entlastung der als Problemstelle empfundenen Kreuzung Theodor-Heuss- und Bruchstraße. Nun wurden die Ergebnisse im Ortschaftsrat vorgetragen.
Bei der Verkehrstagefahrt erinnerte ein Vertreter der Polizei daran, dass beide Abschnitte in einer 30er-Zone liegen, berichtete Zoller. Solche Zonen würden ausgewiesen, um den Bremsweg sowie Abgas- und Lärmemissionen zu verringern zu vermindern und die Wohn- und Aufenthaltsqualität zu verbessern. Es gilt laut Zoller dort generell rechts vor links. Auch das Ordnungsamt habe im betreffenden Abschnitt keine Möglichkeit für einen Zebrastreifen gesehen, da keine "gebündelten Fußgängerströme" zu verzeichnen seien. "50 Querungen wären dort jeden Tag Pflicht", erläuterte der Ortsvorsteher. Es habe in dem Abschnitt so gut wie keine Unfälle gegeben, abgesehen von einem in den vergangenen drei Jahren.
Auch die Übertretung der Geschwindigkeit sei "eher unauffällig", sagte Zoller weiter. Eine Blitzermessung habe dies ergeben. Die Ortschaftsräte monierten, die Messungen seinen zu Uhrzeiten erfolgt, an denen per se nicht viel Verkehr unterwegs sei. Die Ortschaftsräte einigten sich ohne Gegenstimme darauf, sich bei der Stadt für ein Piktogramm auf der Straße oberhalb und unterhalb der Gefahrenstelle einzusetzen. Dies weise analog der Straßenhinweisschilder darauf hin, auf Kinder zu achten.
Weiterhin hatte sich das Gremium vor der Verkehrsschau gewünscht, dass die Kreuzung Theodor-Heuss- und Bruchstraße als "Gefahrenstelle" anerkannt wird und sprach sich für eine kleine, niedrige Verkehrsinsel zum langsameren Fahren aus. Doch in den vergangenen drei Jahren habe es an dieser Einmündung keinen statistisch erfassten Unfall gegeben. Das Gremium freute sich jetzt, dass das Tiefbauamt die Möglichkeit von kleinen überfahrbaren Hindernissen prüft, die Fahrer vom Rasen abhalten könnten.
An der B39 haben Blitzermessungen in jüngster Zeit ergeben, dass die Zahl der Fahrzeuge, die in der Ortsdurchfahrt zu schnell unterwegs sind, zurzeit in beiden Richtungen 0,3 Prozent über der zulässigen Geschwindigkeit lägen. "Ein Lerneffekt aus unserer Blitzersäule ist also deutlich da", freute sich Zoller. Dennoch werde innerhalb der nächsten zwei Monate ein Gerät mit "zuverlässigen Messungen", so formulierte es der Ortsvorsteher, die Menge an durchrollendem Lkw und Pkw-Verkehr innerhalb zusammenhängender 24 Stunden messen, um die tatsächliche Belastung Rohrbachs durch den Schwerlastverkehr auf der B39 zu eruieren.
Zoller deutete an, dass die 30er-Zone künftig 24 Stunden am Tag gelten könnte: Weil aufgrund bestimmter Baumaßnahmen Lärmwerte "nach unten gesetzt" werden mussten, würde der Lärmaktionsplan der Stadt nachgerechnet werden, sagte er, was sich im Februar oder März 2021 positiv auf Rohrbach und Dühren auswirken könnte.
Der Martinsumzug in Rohrbach wurde inzwischen corona-bedingt abgesagt. Am Volkstrauertag, 15. November, findet eine kleine Kranzniederlegung auf dem Friedhof statt, an der wegen der Corona-Pandemie nur Ortschaftsräte und einige Mitglieder des Posaunenchors und der Feuerwehr teilnehmen.