"Risikogebiet" Mannheim: Maskenpflicht in der Innenstadt und Sperrstunde für Gastronomie
Von Olivia Kaiser
Mannheim. Maskenpflicht und Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum, Sperrzeiten für die Gastronomie und Unterstützung von der Bundeswehr: Mannheim ist seit Donnerstag Corona-Risikogebiet. Die Sieben-Tage-Inzidenz von 50 wurde an diesem Tag mit 56,7 weit überschritten, am Freitag lag sie bei 58,3. Deshalb treten am Samstag, 17. Oktober, weitere Corona-Einschränkungen in Kraft. So gilt an besonders frequentierten Plätzen in der Innenstadt, wie den Planken, dem Markt- und Paradeplatz oder der Kunststraße eine Maskenpflicht. Auch Schüler ab der fünften Klasse müssen im Unterricht einen Mund-Nasen-Schutz tragen.
Zudem gibt es weitere Einschränkungen, was die Personenzahl bei öffentlichen Veranstaltungen und privaten Feiern angeht. Bei öffentlichen Veranstaltungen in Innenräumen dürfen nicht mehr als 100 Personen zusammenkommen. "Dies gilt nicht, soweit es sich um eine Einrichtung mit festem Veranstaltungsprogramm und einem bestehenden und abgenommenen Hygienekonzept handelt", führt die Allgemeinverfügung weiter aus. Privatfeiern werden auf maximal zehn 10 Personen begrenzt, die aus höchstens zwei unterschiedlichen Haushalten stammen dürfen. Für Gastronomie und Vergnügungsstätten gilt eine Sperrzeit ab 23 Uhr, an den Wochenenden tritt ein Alkohol-Straßenverkaufsverbot zwischen 22 und 6 Uhr in Kraft.
"Die steigenden Fallzahlen sind besorgniserregend, weil nicht gesichert werden kann, dass vulnerable Gruppen auf Dauer zu schützen sind. Derzeit werden Patienten wegen schwerer Verläufe einer Corona-Infektion auf Intensivstationen behandelt – auch in Mannheim", erklärte Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD). Anzunehmen, dass das Virus inzwischen harmloser ist als im Frühjahr, könne ein fataler Fehler sein. Überwiegend fänden Infektionen mit dem Coronavirus durch direkte, nahe Kontakte, insbesondere im Privatbereich, statt.
Wenn man die Zahlen wieder nach unten bringen und sichern wolle, dass Einschränkungen wieder aufgehoben werden können, müsse man die Sozialkontakte reduzieren. "Nur wenn möglichst alle einen Beitrag leisten, können wir Weihnachten und Silvester zumindest einigermaßen so verbringen, wie wir es gewohnt sind", appellierte Kurz an die Bürger.
Am Freitag meldete das Gesundheitsamt 31 weitere Infektionen, sodass es derzeit 244 akute Covid-19-Fälle in Mannheim gibt. Aufgrund des weiteren Anstiegs an Corona-Neuinfektionen hat die Stadtverwaltung Soldaten der Bundeswehr angefordert, die das Gesundheitsamt unterstützen sollen. Durch den Anstieg an Neuinfektionen ist auch die Zahl der nachzuverfolgenden Kontaktpersonen stark angestiegen, sodass der Mehraufwand nicht mehr durch das vorhandene Personal und die bereits hinzugezogenen Hilfskräfte gedeckt werden kann. Die Soldaten sollen bei der Kontaktaufnahme mit positiv getesteten Bürgern sowie deren Kontaktpersonen helfen. Der Einsatz ist ab dem 22. Oktober vorgesehen.