Aktion "Solo Fantastico" - Teil 55: Gedicht, Theater und Musik (Update/Video)
Von Holger Buchwald
Heidelberg. Keine Aufträge, keine Auftritte und vor allem kein Publikum sowie keine Einnahmen – die Corona-Krise trifft Künstlerinnen und Künstler besonders hart. Aus diesem Grund haben das Theater und das Kulturamt der Stadt Heidelberg in Zusammenarbeit mit der Rhein-Neckar-Zeitung die Reihe "Solo Fantastico" ins Leben gerufen. Ab dem heutigen Mittwoch stellen wir in einer kleinen Rubrik jeden Tag eine Künstlerin oder einen Künstler vor und veröffentlichen zugleich ein selbst gedrehtes Video auf der RNZ-Homepage.
Dem Aufruf in der Zeitung und auf der Homepage des Theaters sind mehr als 100 Künstlerinnen und Künstler gefolgt. Sie alle wollen sich in der täglichen Rubrik präsentieren. Gestern wurden aus den Einsendungen diejenigen ausgelost, die für ihr Video und ihren künstlerischen Beitrag vom Theater und aus dem Etat des Kulturamtes je 500 Euro bekommen.
"Mit der Aktion ,Solo Fantastico’ wollen wir uns solidarisch zeigen und lokalen Künstlerinnen und Künstlern unter die Arme greifen", sagte Theaterintendant Holger Schultze zum Auftakt der Reihe. In den letzten Tagen seien eine Vielzahl an Einsendungen beim Theater eingegangen: "Und wir sind froh, heute endlich mit der Präsentation der Videos starten zu können." Die Vielfalt und Kreativität der Beiträge hätten noch einmal bestätigt, wie wichtig es sei, den Blick auf die lokale Kunstszene zu richten, die die Krise hart treffe.
Was Schultze besonders freut: Andere Kulturinstitutionen wie das Theater Regensburg nehmen sich ein Beispiel an dem Heidelberger Modell und rufen nun ähnliche Aktionen ins Leben. "Wir wollen weiter Solidarität zeigen und Unterstützung bieten. Aus diesem Grund haben wir gemeinsam mit dem Kulturamt der Stadt beschlossen, die Verlosung von 60 auf 80 Videos zu erweitern, um noch mehr freie Künstlerinnen und Künstler unterstützen zu können", so Schultze.
Alle hauptberuflichen und selbstständigen Künstlerinnen und Künstler aus Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis konnten sich für einen digitalen "Auftritt" bei "Solo Fantastico" bewerben – von Musikern über Schriftsteller bis hin zu Tänzern, Zauberern oder Foto- und Videokünstlern.
8. Juni: "Ich muss mir den Mund verbinden / und kann trotzdem Worte finden." Die Theaterpädagogin Nelly Noack hat für ihr Video in der Reihe Solo Fantastico ein eigenes Gedicht geschrieben. Und natürlich hat auch ihr Cello ein paar Auftritte.
Bereits als Siebenjährige übte Noack mit dem Instrument. Und so kommt es, dass Musiktheaterprojekte das Herzstück ihrer Arbeit bilden. Was Nelly Noack sonst noch bewegt, ist in ihrem Video zu sehen.
7. Juni: Exklusive Einblicke in sein neues Werk "Das Gold der Träume", das erst im August erscheint, gibt der Heidelberger Autor Ralph Dutli in seinem Beitrag zur Aktion "Solo Fantastico".
6. Juni: Oliver Mezger, Architekt und Fotograf, entführt in seinem Beitrag zum Wochenende in sein Atelier in der Friedrich-Ebert-Anlage.
5. Juni: Unser heutiger Künstler des Tages hat schon vor Corona viel Zeit in seinem Arbeitszimmer verbracht. Alles, was er braucht: Seine Bibliothek, Schreibtische, einen Internetanschluss, Kaffee und seine Instrumente. Friedrich Stockmeier ist Autor und Komponist – und beide Bereiche beeinflussen sich: Beim Komponieren entstehen Textfragmente und andersherum.
Alles an einem Ort zu haben sei gut, aber Ortswechsel auch wichtig. Das ist im Moment natürlich schwieriger. Wer Stockmeier bei der Arbeit zusehen will, der schaut sich sein Video zur Aktion "Solo Fantastico" an.
4. Juni: Unsere Künstlerin des Tages ist ebenfalls stark betroffen von den Corona-Beschränkungen: Als Sängerin und Songwriterin ist Inga Bachmann es eigentlich gewohnt, vor Publikum aufzutreten. Stattdessen war sie gezwungen, die meiste Zeit zuhause zu bleiben.
Doch Ausgangsbeschränkungen sind nicht nur schlecht, wie sie in ihrem Video deutlich macht. Denn keine Gruppen heißt auch keine Junggesellenabschiede, keine Kegelklubausflüge, kein Komasaufen: "Man kann das auch positiv sehen", betont sie und gibt zudem ein kurzes Ständchen zum Besten.
3. Juni: Zirkusakrobatik ist Willi Zurbrüggens Sache nicht. Dafür hat der Übersetzer und Schriftsteller eine andere Kompetenz: Lesen und Schreiben.
Seit 1980 arbeitet Zurbrüggen als freier Autor und Literaturübersetzer. Er hat rund 100 Romane, Erzählbände, Lyrik und Essays aus dem Spanischen ins Deutsche übersetzt. 2010 erschien sein Debütroman Nordlich.
2. Juni: Unser heutiger Künstler des Tages ist der Heidelberger Fotograf Christian Buck. Normalerweise ist sein Terminkalender voll mit Auftragsarbeiten für Firmen, Einrichtung und Privatpersonen.
Corona schränkt ihn natürlich ebenfalls ein, lässt ihm aber auch mehr Zeit für freie Projekte – etwa einen Kalender, wie er in seinem Video zeigt.
1. Juni: Lisa Bless ist freie Tänzerin und Fotografin, die trotz oder gerade wegen der Krise ihre Füße einfach nicht still halten kann – und in ihrem Video einen Einblick in ihre Arbeit gibt.
31. Mai: Stanford Fata arbeitet seit 2001 eigenständig als Bildhauer in Heidelberg und arbeitet unter anderem auch Steinskulpturen aus Simbabwe für Galerien und private Sammlungen auf.
Die Aufträge bleiben gerade größtenteils aus, erzählt er in seinem Video. Arbeit gibt es aber trotzdem.
Einige seiner Werke zeigt er in seinem Video für Solo Fantastico.
30. Mai: Die Heidelberger Produktdesignerin Nora Werner erklärt in ihrem Beitrag, wie sie das Beste aus der Krise macht – etwa, indem sie kreativ wird und zeichnet.
Ihr Motto: Design ist mehr als ein ästhetisches Äußeres.
29. Mai: Jochen Seiterle ist eigentlich viel unterwegs: Der Musiker und Gitarrist spielte und spielt in einer ganzen Reihe von Bands, wie dem Limbus-Club, Tegevé oder Mami und die PapperlaPapis, einem Bandprojekt für Eltern und Kinder, mit dem Seiterle den Deutschen Kinderliederpreis 2017 gewonnen hat.
Aktuell steht der Gitarrist Corona-bedingt nicht mehr auf Bühnen, sondern arbeitet an anderen Projekten. Welche das sind, verrät er in seinem Video.
28. Mai: Corona hat den Alltag vieler Menschen heruntergefahren. Die Künstlerin Claudia Urlaß beschäftigt sich schon länger mit dem Thema Entschleunigung. "Das taucht in fast allen meinen Arbeiten auf. Durch den meist langwierigen, meditativen Herstellungsprozess meiner Zeichnungen sehe ich diese als eine Art Gegenpol in der heutigen immer schnelllebigeren, oft hektischen Zeit." Wie diese Entschleunigung aussieht, zeigt Urlaß in ihrem Video.
27. Mai: Die Zeit könnte gerade eigentlich ganz schön sein, findet Anne Richter, unsere heutige Künstlerin des Tages. Sie ist Schriftstellerin und arbeitet derzeit an ihrem neuen Buch. Wie bei ihren vorherigen Werken wird die Handlung wieder einen großen Zeitraum umfassen. Und das bedeutet viel Recherche. In ihrem Beitrag erzählt sie, womit sie sich gerade beschäftigt.
26. Mai: Es ist die wohl schönste Liebeserklärung, die je einer Stadt gemacht wurde: Friedrich Hölderlins Ode "Heidelberg". Die Neuenheimer Sprachgestalterin Ulrike Wälde gibt das Gedicht in ihrem Beitrag zu Solo Fantastico, der Reihe von Theater, Kulturamt und RNZ, wieder.
Und das tut sie auswendig, wie immer, wenn sie Gedichte vorträgt. Unsere Künstlerin des Tages wäre derzeit eigentlich mit einem Hölderlin-Programm unterwegs, das coronabedingt aber bis zum Herbst pausieren muss.
25. Mai: Der Fotograf und Videokünstler Enrico Carnuccio widmet sich visuellen und akustischen Themen. Es geht ihm um die Gesellschaft und ihre Strukturen, er untersucht Paradoxien, die uns umgeben. Wie wir die Dinge wahrnehmen, hängt damit zusammen, wie wir die Welt verstehen.
Und deshalb braucht Carnuccio eigentlich die Nähe zu Menschen, die Treffen und Interviews. Seine eigentliche Arbeit kann der Fotograf nicht ausüben, seine Pflichten aber bleiben. Dafür hat er die Langsamkeit wiederentdeckt.
23. und 24. Mai: Künstler Peter Lahr und Schauspielerin Anke Sonnentag sind an der Reihe. Lahr vermisst die Ausstellungen, Sonnentag die Proben. Während er an seinen Bildern arbeitet, kümmert sie sich um ihren Kinodokumentarfilm.
22. Mai: Unsere Künstlerin des Tages ist heute Roswita Pape. Die Heidelberger Grafikerin und Malerin nimmt uns in ihrem Video mit auf eine kleine Führung durch ihr Atelier. Dabei zeigt die gebürtige Dortmunderin, die seit 1997 in Heidelberg lebt, woran sie gerade arbeitet – unter anderem ein Druck zum "Kauf-nix-Tag". Dazu empfiehlt sie: "Überlegt euch, was ihr Wunderbares tun könnt, was nichts kostet!"
21. Mai: Sebastian Schwarz ist Schauspieler und Theaterpädagoge. Während Schwarz normalerweise mit Kollegen oder Kindern probt, versucht er es nun in seinem Garten mit ungewöhnlichen Teilnehmern.
20. Mai: Die Künstlerin Caroline Laengerer genießt die Zeit im Atelier.
19. Mai: Was machen Tänzerinnen in der Corona-Krise? Trotzdem tanzen! Und wenn sie nicht vor Publikum auftreten können, dann eben vor der Kamera – so wie unsere heutige Künstlerin des Tages Christina Liakopoyloy.
Die gebürtige Athenerin, die beim Nostos Tanztheater tätig ist, zeigt in ihrem Video-Beitrag, wie man das beste aus der Pandemie machen kann: "Auch die Corona-Krise kann man teilen", schreibt sie, bevor sie gemeinsam mit einer Kollegin weiter tanzt – "gegen das Virus"!
18. Mai: Das Video des Tages auf der digitalen Bühne der Reihe "Solo Fantastico" kommt von der Figurenspielerin Maren Kaun. Sie studierte 1995 und 2000 Figurentheater an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. In ihrer Arbeit legt Kaun Wert auf Zusammenarbeit mit verschiedenen Kunstformen wie Musik, bildender Kunst, Tanz und Schauspiel. Sie spielt für Kinder und Erwachsene. Mit dem "Tourneetheater Maren Kaun" – der Sitz ist in Mannheim – bereist sie den gesamten deutschsprachigen Raum und bestritt bis dato zahlreiche Gastspiele in Italien, Frankreich, Polen und der Türkei – nur eben jetzt nicht: Bis auf weiteres fallen alle Veranstaltungen aus. Wie das bei ihr sonst so aussieht? Wie es sich anhört? Sieht man im Video.
17. Mai: Unsere Künstlerin des Tages Yun Ju Chen ist Tänzerin, Tanzpädagogin und Tanzbewegungstherapeutin. Wie die Taiwanesin sich die Zeit in der Krise vertreibt, zeigt sie in ihrem Video.
16. Mai: Thomas Pitt ist Cellist und normalerweise in ganz Europa unterwegs. Die coronabedingte Auftrittspause hat er genutzt, um permanente, haptische Kunstwerke zu schaffen – welche, das verrät er in seinem Video im Rahmen von "Solo Fantastico", einer gemeinsamen Reihe von RNZ, Theater und Kulturamt.
15. Mai: Verträumte Melodien der Akustik-Gitarre, kombiniert mit rauchig-tiefer Stimme sind das Kennzeichen von Marla. Mit David Celia, dem kanadischen Songwriter und Gitarristen, mit dem sie liiert ist, tourt die 23-jährige Heidelbergerin, die eigentlich Marlene Winkler heißt, normalerweise durch halb Europa. Das renommierte Musikmagazin "Rolling Stone" nannte sie "eine kleine Entdeckung".
14. Mai: Eine frische Meeresbrise: Das wünschen sich derzeit viele krisengeplagte Menschen. Corinna Hoefeld-Jacobsen, unsere Künstlerin des Tages, hat rechtzeitig vor Ausbruch der Pandemie den Absprung ans Meer geschafft – und schickt in ihrem heutigen Video musikalische Grüße von der Ostsee.
Die Trompeterin und Instrumentallehrerin studierte Musik an der Anton-Bruckner-Universität im oberösterreichischen Linz. Nach dem Studium arbeitete sie vier Jahre lang im Marinemusikkorps Ostsee als Trompeterin, spielte etwa auch bei Schiffstaufen. In Kiel in Schleswig-Holstein unterrichtete sie Trompete, in Heidelberg spielt sie in mehreren Ensembles oder auch in Gottesdiensten.
13. Mai: Die Geschwister Susanne und Stephanie Phieler wurden schon Bundespreisträgerinnen bei Jugend musiziert, studierten Violine beziehungsweise Viola und spielen gerade im Orchester des Nationaltheaters Mannheim – vermissen aber die Konzerte.
In ihrem Video zeigen sie, für welches "coronafeste Publikum" sie jetzt spielen.
12. Mai: Klar, auch Künstlerinnen und Künstler müssen Geld verdienen, um zu leben. Doch mindestens genauso wichtig – und derzeit genauso rar – ist für sie der Applaus ihrer Zuschauerinnen und Zuschauer. Martin Wißner, unser Künstler des Tages, zeigt in seinem kurzen Video, dass man den auch alleine zuhause bekommen kann.
Für seine kurze Darstellung eines verzweifelten Romeos hat sich der freiberufliche Schauspieler, der auch immer wieder am Heidelberger Theater auftritt, den aber auch verdient.
11. Mai: Unsere heutige Künstlerin des Tages in der Reihe Solo Fantastico ist die Ladenburger Lyrikerin Carolin Callies, der die Corona-Pandemie ihre Frühjahrspläne ordentlich verhagelt hat.
Denn eigentlich sollte die Poetin Mitte April die Bibliothek des Goethe-Institutes im südkoreanischen Seoul eröffnen und wollte danach eine Rundreise mit ihrer Familie machen. Stattdessen musste sie im heimischen Ladenburg bleiben.
Wie sie dort ihre Zeit verbringt, erzählt sie im Video.
10. Mai: Die Schriftstellerin Marion Tauschwitz ist am Sonntag dran: "In Wald und Worte gewiegt" sitzt sie gerade in Ziegelhausen und arbeitet an ihrer neuen Biografie. Wie sie weiter kreativ sein kann, verrät sie in ihrem Beitrag.
9. Mai: Philipp Herold hat mehr als 30 Auftritte absagen müssen, dafür hat der Poet und Moderator Live-Lesungen veranstaltet und eine neue Reihe ins Leben gerufen: Sieben Tage, sieben Gedichte. Eines davon liest er in seinem Video vor.
8. Mai: "Jutta ist eine Zauberin: Mit ihrer Stimme kann sie Seelen berühren, Räume weiten und dem Leben eine Stimme geben ...", sagt ein Fan. Die Leimenerin Jutta Glaser arbeitet als Stimm- und Atemtypen-Trainerin sowie als Stegreif-Coach.
Seit über 25 Jahren singt sie in verschiedenen Formationen, sie arbeitete mit Horst Jankowski, Bill Ramsey, Lembit Saarsalu, Jochen Brauer, Frederic Hormuth und vielen anderen zusammen.
7. Mai: Charis Sylvan Spirit alias Charis Nass ist seit vielen Jahren als freie Schauspielerin und Performerin tätig. Sie arbeitet als Gast an städtischen und freien Bühnen und sammelte Erfahrungen in unterschiedlichen Kontexten. Dazu gehören auch Performance, Bewegungstheater und Gesang.
Wie man gut durch die Zeit des Kontaktverbots kommt und so richtig den Fluss des Lebens spürt? Nass hätte da einen Vorschlag: In ihrem Video "simple" ("einfach") umarmt sie einen Baum, schaut dem Zuschauer tief in die Augen und legt sich sich im Schatten eines Nadelbaums einfach mal hin.
6. Mai: Florian Kaiser begibt sich in Gefahr – und zeigt Dinge, die er nicht gut kann. Kaiser gehört in der Heidelberger Kunstszene fast schon zum Inventar und ist bekannt von der Wanderbühne Carnivore. Er sieht auch in der jetzigen Situation die Vorteile und ärgert sich, gerade keinen Selfie-Stick zur Hand zu haben.
Also streckt er den Arm aus, um mit seinem Handy zu filmen, was er nicht gut kann: Jonglieren zum Beispiel oder ein Ikea Regal aufbauen. "Was auch nicht gut funktioniert, ist nebenbei zu zeigen, was man für wichtige Literatur liest", stellt Kaiser fest.
5. Mai: Unsere Künstlerin des Tages ist heute die Mannheimerin Miriam Markl. Die Tänzerin macht im Video, was sie am besten kann: Tanzen – und zwar unter der Dachschräge. "Für mich ist das die Verkörperung des Gefühls, dass einem langsam die Decke auf den Kopf fällt", erklärt sie.
Die Tänzerin absolvierte ihr Studium in Mannheim und ist seit 2017 freischaffend in der Metropolregion, aber auch überregional unterwegs.
4. Mai: Klara Finck ist Sängerin und Komponistin. Ein Blick in das lustige "QuaranTöne"-Video lohnt sich. Und nicht nur weil, darin auch eine Banane und eine Wurst zu Wort kommen.
Die Sinsheimerin ist Sängerin, Komponistin, Schauspielerin, aber vor allem Chansoniere. Im Chanson bewegt sie sich zwischen kubanischen Trovas mit filmmusikalischen Elementen und deutsch kabarettistischen Chansons. Außerdem komponiert sie auch Musik für Filme, unterrichtet Gesang und steht mit eigenen Chansons auf der Bühne.
3. Mai: Dominik Baer ist ein Abenteurer: Zuletzt brachte der Heidelberger Indie-Pop-Musiker das Album "Colliding in the dark" heraus.
Jeden Monat hat er dafür ein Musikstück, ein dazugehöriges Bild und ein Musikvideo veröffentlich – ein Jahr lang. Mit unzähligen Menschen musste er dafür zusammenarbeiten, er spielte vor vielen Zuhörern.
Doch jetzt ist damit Schluss. Welche Chance Baer darin sieht, erzählt er hier:
1. und 2. Mai: Bei "Solo Fantastico", der Reihe von Theater, Kulturamt und RNZ, wird es an diesem Wochenende magisch: Denn Daniel Schirner alias "Maximus der Zauberer" zeigt wie er den Hamsterkäufen in der Corona-Krise in der heimischen Küche begegnet.
Der Sänger, Songwriter und Darsteller Ralph Füglein aus Mannheim, alias "Guramy", wendet sich mit aufmunternden Worten an die Internetgemeinde.
30. April: Oded Netivi lebt seit 1976 in Heidelberg, ist freier Schriftsteller und Kunstmaler. Unter dem Dach eines Hinterhauses am Ende der Hauptstraße mit Blick auf Neckar und Heiligenberg arbeitet er derzeit an einem neuen Roman.
Netivi sagt: "Leichtfüßig kommt die Geschichte daher und vergnüglich frech. Eine Geschichte wie im Kino. Ein Roman wie ein Liebesfilm." Das Buch soll noch in diesem Sommer erscheinen. Worum es darin geht, verrät Netivi in seinem Video.
29. April: Homeoffice ist die preisgekrönte Heidelberger Theaterautorin Ingeborg von Zadow gewöhnt. Eigentlich wäre sie zurzeit aber in Dortmund, bei den letzten Proben für ihre fantastische Oper "Die Kinder des Sultan".
Aber die Uraufführung wurde ebenso abgesagt wie die Folgende des Theater Carnivore. Darüber berichtet die heutige "Künstlerin des Tages" in ihrem Video für die Reihe "Solo Fantastico". Doch als sie noch etwas vorlesen will, verbietet ihr das der Computer: "Nicht systemrelevant."
28. April: Heute zeigt die Tänzerin Sarah Herr bei "Solo fantastico", der gemeinsamen Aktion von RNZ, Theater und Kulturamt, eine kurze Tanzperformance.
Dabei bewegt sich die ausgebildete Tanz-, Kultur- und Zirkuspädagogin gekonnt und grazil durch einen "Urban Jungle" – ihren mit Zimmerpflanzen dicht zugestellten Hausflur –, während im Hintergrund die passenden Geräusche laufen.
So vermittelt Herr, die im Tanzkollektiv 5elefants aktiv ist, auch von Zuhause aus ein Gefühl von Freiheit und Wildnis.
27. April: Bei "Solo Fantastico", der Reihe von Theater, Kulturamt und RNZ, wird es dieses Wochenende musikalisch. Am Samstag wird das Corona-Video von Aleksandra Mikulska, Pianistin aus Weinheim, veröffentlicht.
"Da ich keine Konzerte habe, entdecke ich viele kleine Stücke", sagt die Musikerin und gibt prompt eine Kostprobe des "Kleinen Minutenwalzers" von Chopin zum Besten.
26. April: Auch Max Dorgerloh, Schlagzeuger und Tontechniker aus Neulußheim, zeigt in seinem Film, der ab Sonntag zu sehen ist, was er kann.
Nachdem er kurz anreißt, wie sein derzeitiger Alltag mit viel Zeit zum Üben und Songwriting aussieht, spielt er einen Ausschnitt aus einem Live-Stream-Konzert aus der Wollfabrik – und zwar mit seiner Band "As Far As Low".
25. April: Mit "Willkommen in meinem Tag" begrüßt die freischaffende Tänzerin Cecilia Ponteprimo aus Heidelberg die Zuschauer auf Englisch und steht mit ihrem Hund aus dem Bett auf.
Witzig lässt sie die Zuschauer daran teilhaben, wie ihr Freund sie, wenn sie mal das Haus verlässt, hinterher dekontaminiert.
Mal lassen unerwartete Videoeinstellungen vermuten, dass die Tänzerin ganz normal auf dem Sofa sitzt, während sie in Wahrheit Dehnungsübungen macht. Und mal sagt sie, sie habe jetzt endlich Zeit, Deutsch zu lernen.
24. April: Claudia Schmid aus Mannheim-Seckenheim schreibt historische Romane und Krimis. Heute ist sie Künstlerin des Tages in der Reihe "Solo Fantastico".
In ihrem Video zeigt sie sich im heimischen Garten und erinnert sich, wie sie vor 37 Jahren – aus Protest gegen die Stationierung der Pershing II-Raketen – Teil einer Menschenkette von Ulm bis Stuttgart war. "Es war ein verbindendes Element, sich die Hände zu halten", so Schmid. Heute ist der Feind unsichtbar, Händehalten untersagt.
23. April: Nina Wurman arbeitet als Komponistin und musikalische Leiterin und war so an zahlreichen Theatern, unter anderem in Tübingen, Freiburg, Heidelberg und Mannheim sowie Frankfurt, aktiv.
In ihrem Video in der Reihe "Solo Fantastico" zeigt sie ihre Instrumente, die allein zu Hause sind, gepaart mit einer selbst komponierten Melodie. "Was ist das Schweigen eines Kontrabasses gegen das Streichen", heißt es in einer Textzeile oder: "Was ist die Stille eines Klaviers gegen den Schlussakkord?"
22. April: Ganz anders als die Künstler, die bisher in der Reihe "Solo Fantastico" vorgestellt wurden, geht Janet Grau aus Ziegelhausen in ihrem Video ans Werk.
In der Corona-Krise musste sich Grau, die ihre Kunst als Mischung aus Performance und Video-Installation beschreibt und vor allem partizipatorische Projekte umsetzt, völlig neu erfinden. Das Chaos in ihrem Homeoffice, mit zwei Kindern zuhause, gepaart mit ständigen visuellen und akustischen Verwirrungen – das alles bringt sie mit ihrem Film zur Geltung.
Mit einem glücklichen Zitat am Ende: "Nevertheless she persisted" – trotz allem hat sie immer weitergemacht.
21. April: Anna Baer mit dem Künstlernamen "Olive Green Anna" ist heute die Künstlerin des Tages in der Reihe "Solo Fantastico" von Theater, Kulturamt und RNZ.
In ihrem Kurzvideo, das wir heute veröffentlichen, gewährt die Malerin einen Blick in ihr Atelier im Pfaffengrund.
Seit zehn Jahren lebt die Amerikanerin in Heidelberg. Sie findet es wichtig, zu zeigen, dass die Künstler trotz der Corona-Krise weiter am Ball bleiben: "Es gibt nach wie vor schöne Dinge wie Kunst, die gemacht werden." Und diesen Mut will sie weitergeben.
20. April: Aufgrund des Wochenendes stellen das Theater, das Kulturamt und die RNZ in ihrer Reihe "Solo Fantastico" heute gleich zwei Künstler vor. Und bei beiden wird es literarisch.
Jean-Michel Räber aus Heidelberg ist Schauspieler und Autor und schreibt auf seiner Internetseite, dass er elterlicherseits schon als Kind zum Theater gezwungen wurde. Für "Solo Fantastico" schrieb er einen Kurzdialog zwischen "Bronsky" und "Kai" – der Titel: "Paarlaufen – sechs Personen rennen nach dem Glück, doch das Glück, wie Brecht schon sagte, rennt hinterher. Später vielleicht einmal eine Komödie."
19. April: Geboren ist Konstantin Hanack 1985 in Luckenwalde, heute lebt er Eppelheim. Studierte hat er Philosophie, Soziologie und Germanistik in Jena und Potsdam.
Hanack veröffentlichte Gedichte bisher im Hochroth-Verlag sowie im Leipziger Literaturverlag. Und jetzt bei "Solo Fantastico".
Seine Quintessenz: "Wenn Heimat vorbei ist, bist Du da."
18. April: Brigitte Hofherr, die heutige Künstlerin in der Reihe "Solo Fantastico" von Theater, Kulturamt und RNZ, nennt sich selbst "Botanikmalerin". In ihrem Video führt sie durch ihr Atelier in der Schneidmühlstraße in Bergheim und zeigt Werke, an denen sie gerade arbeitet.
Seit drei Jahren beschäftigt sie sich in ihrer Malerei mit historischen Apfelsorten, erledigt aber parallel auch Auftragsarbeiten. In ihrem Filmchen zeigt sie ein großformatiges Gemälde mit Blüten, die "scheinbar durch den Raum fliegen".
Die erste Schicht habe sie bereits aufgetragen. Jetzt hofft sie, bald wieder Besuch empfangen und Projektpartner finden zu können.
17. April: Der Maler Arvid Boecker ist "Künstler des Tages" in der Reihe "Solo Fantastico" von Theater, Kulturamt und RNZ. In seinem kurzen Video gewährt er einen Einblick in seinen Garten und sein Atelier in Heidelberg-Rohrbach. Er zeigt die Bilder, an denen er gerade arbeitet, aber auch einen Tisch mit vielen, vielen Farben.
"Normalerweise wäre ich jetzt in Lissabon", sagt Boecker, "als Artist in Residence". Doch der Aufenthalt in der portugiesischen Hauptstadt wurde wegen der Corona-Krise ebenso abgesagt wie sämtliche Ausstellungsprojekte. "Auch die Galerien, mit denen ich zusammenarbeite, verkaufen zurzeit nichts", so Boecker.
Finanziell ist es für ihn wie für die meisten Solo-Künstler eine schwierige Situation. Trotzdem lässt er sich nicht unterkriegen. "Es ist schon eine Qualität, so viel Zeit zum Malen zu haben."
16. April: Martin Fuchs mit seinem therapeutischen Figurentheater Fex aus Helmstadt ist der zweite Künstler, den Theater, Kulturamt und RNZ in ihrer Reihe "Solo Fantastico" vorstellen.
In seinem rund einminütigen Video gibt er zu, dass es ihm und seinen Puppen derzeit nicht so gut geht. "Bis Ende Juni haben wir bestimmt 55 Absagen zu verkraften", sagt Fuchs.
Doch der Hase, mit dem er in seinem Filmchen auftritt, lässt sich nicht so leicht unterkriegen: "Ich bin coronafrei. Also immer die Ohren steif lassen." Mit einem "Ohrentanz" werde alles gut. Vom Theater bekommt er 500 Euro.
15. April: Cholud Kassem heißt die erste Künstlerin, die sich in der Reihe "Solo Fantastico" präsentiert.
Die 1956 in Bagdad geborene Malerin gewährt in ihrem rund einminütigen Video einen Rundum-Blick in ihr Atelier im Stadtteil Kirchheim. Dabei zeigt sie – passend zur Corona-Krise – auch Werke ihrer Reihe "Schutz- und Tarnhelme", an der sie schon länger arbeitet.
Die Situation derzeit findet sie schon "sehr strange". Neulich hatte sie Besuch von einer Virologin. "Sie sagte zu mir: Es wird dauern, wird aber vorbeigehen", so Kassem in ihrem Video. Daran halte sie sich fest.