Edingen-Neckarhausen: Kein Zusammenhang zwischen Sprengstoff-Angriff und Autobränden
Edingen-Neckarhausen. (sti/mwg) Weiterhin ermittelt die Polizei zu den Autobränden in der Nacht auf Sonntag in Edingen-Neckarhausen. Dort waren am 2. Februar in den frühen Morgenstunden kurz hintereinander zwei Fahrzeuge in Flammen aufgegangen und trotz des schnellen Eingreifens der Freiwilligen Feuerwehr ausgebrannt. Ob es sich um Brandstiftung handelt und ob die beiden Brände zusammenhängen, werde geprüft, sagte ein Sprecher des Mannheimer Polizeipräsidiums am Dienstag.
Vom Ausmaß der Schäden zeugen die beiden Autowracks, die bis Dienstag noch an den beiden Tatorten in Edingen und Neu-Edingen standen. Die kriminaltechnische Untersuchung sei aber mittlerweile abgeschlossen, sagte der Sprecher. Die Fahrzeuge könnten daher nun entfernt werden.
Der gesamte Schaden der beiden Brände wird von der Polizei auf rund 150.000 Euro geschätzt. Ein Großteil davon entstand in der Nelkenstraße in Neu-Edingen. Dort hatte es einen BMW M 3 getroffen, der auf dem Parkplatz vor dem Gebäude einer Metallbau-Firma stand. Laut dem Besitzer hatte das Fahrzeug allein einen Wert im mittleren fünfstelligen Bereich. In Mitleidenschaft gezogen wurden außerdem ein zweites, direkt daneben geparktes Auto sowie das Firmengebäude selbst.
Das Feuer ließ mehrere Fenster der Maschinenhalle zerspringen und beschädigte zudem die Fassade. Hinzu kamen Schäden durch das Löschwasser. Die betroffene Halle ist zurzeit nach Auskunft des Firmenchefs nicht nutzbar. Der Betrieb laufe notgedrungen "auf Sparflamme", sagte er der RNZ.
Knapp 20 Minuten vor dem Einsatz in Neu-Edingen musste die Freiwillige Feuerwehr schon in der Goethestraße ein brennendes Auto löschen. Der Opel Kombi stand auf dem Parkplatz an einer Seite des Edinger Friedhofs direkt an der Straße. Dort ist das nächste Gebäude, ein Mehrfamilienhaus, glücklicherweise etwas weiter entfernt, sodass es keinen Schaden nahm. Gerade wegen der Lage des Tatorts in Edingen kamen in den vergangenen Tagen in der Gemeinde Mutmaßungen auf, die Autobrände könnten in Zusammenhang stehen mit einer Explosion, die sich knapp eine Woche zuvor nicht weit davon entfernt ereignet hatte.
Detonation war weit zu hören
Wie die Polizei erst jetzt und nur auf Nachfrage der RNZ bestätigte, explodierte am 22. Januar an einem Wohnhaus Sprengstoff, der an der Tür befestigt war. Die Detonation war so gewaltig, dass unter anderem das Vordach weggesprengt wurde; die Erschütterung war noch Straßenzüge weiter spürbar. Menschen wurden nicht verletzt.
Die Polizei habe die Anwohner kurz nach der Explosion über den Vorfall informiert, sagte ein Pressesprecher des Polizeipräsidiums in Mannheim, sonst aber nicht darüber berichtet, um die Ermittlungen nicht zu gefährden.
Diese waren mittlerweile erfolgreich: Laut dem Pressesprecher wurde der Tatverdächtige am 29. Januar festgenommen. Weil eine psychische Erkrankung bei dem Mann vorliege, wurde er in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Der Mann saß also bereits einige Tage in Haft, als die beiden Autos in Edingen und Neu-Edingen in Flammen aufgingen.
Auf die Hintergründe des Sprengstoff-Angriffs wollte der Polizeisprecher nicht näher eingehen. Der von der Explosion Betroffene, dessen Name der RNZ bekannt ist, mutmaßt derweil, es könnte sich um einen Vergeltungsakt gehandelt haben. Demnach habe er vor mehreren Jahren wegen einer Lappalie eine Zeugenaussage gegen den Tatverdächtigen abgegeben.
Info: Zeugen für die beiden Autobrände am Sonntagmorgen, 2. Februar, werden weiterhin gebeten, sich beim Kriminaldauerdienst zu melden, Telefon 0 6 21 / 1 74 44 44.