Wiesloch: So war die "Nacht der weiterführenden Schulen"
Von Benjamin Starke
Wiesloch. Die drei beruflichen Schulen im Schulzentrum stellten sich und ihre Angebote für Schüler mit einem mittleren Bildungsabschluss bei der "Nacht der weiterführenden Schulen" vor. Dabei informierten sich zahlreiche Jugendliche und deren Eltern über die verschiedenen Bildungsgänge, die zur allgemeinen Hochschulreife (Abitur) oder zur Fachhochschulreife führen.
In einer übervollen Aula begrüßte zu Beginn des Abends die Schulleiterin der Bronner-Schule, Susanne Zimmermann, die Besucher und eröffnete den Informationsabend. Neben der kaufmännischen Johann-Philipp-Bronner-Schule präsentierte sich die gewerblich-technische Hubert-Sternberg-Schule und die sozial-pflegerische Louise-Otto-Peters-Schule. Gemeinsam bilden die drei Schulen den Wieslocher Campus mit über 20.000 Quadratmetern Schulfläche.
Aktuell werden rund 2700 Schüler von etwa 260 Lehrern betreut. Wobei die drei Schulen eng miteinander kooperieren und dadurch ein breites Fremdsprachen- (Englisch, Französisch, Spanisch und Russisch) und naturwissenschaftliches Angebot bieten können. Hinzu kommt die enge Verbundenheit in den bundesweiten Leuchtturmprojekten "Industrie 4.0" und digitalisierten Schulen. Neben einer Vielzahl von Klassenzimmern stehen den Lernenden 46 Praxisräume und 24 Computerräume für den Anschauungsunterricht zur Verfügung.
> Hubert-Sternberg-Schule: Hier warben für das Technische Gymnasium (TG) und die drei dortigen Vertiefungsbereiche um die zukünftigen Schüler. Im Eingangsbereich begrüßten die Informationstechniker des TG mit ihren selbst programmierten Jahresprojekten, wozu Kai Nuß (11. Klasse) den Personenzähler, das Star-Wars-Game und Snake vorstellte. Ihm zufolge verbinde die IT zukunftsrelevante Themen mit den Herausforderungen der heutigen Gesellschaft. Marius Kist zeigte sich von seinem Profilfach Umwelttechnik überzeugt. Neben dem Wissen über Kraftwerke könne die Umwelttechnik die Spannungen zwischen Energie- und Umweltproblematiken vielversprechend lösen, so der Schüler der 13. Klasse. "Die Mechatronik bietet die größte Abwechslung", war sich Simon Bocks sicher und sein Kurskamerad Tim Ehrlich ergänzte: "Wir bilden in der Mechatronik alle wichtigen Bereiche wie Pneumatik, Steuerungstechnik, Maschinenbau und Elektrotechnik ab."
Daneben beherbergt die Gewerbeschule das einjährige Berufskolleg (BK) Technik sowie das zweijährige BK Informations- und Kommunikationstechnik. Beide Schularten führen zum Erwerb der Fachhochschulreife. Bei einem "Hot Dog" trafen sich ehemalige und aktuelle Schüler zum Austausch. "Ich komme jedes Jahr seit dem Abi wieder zurück, die Erinnerungen an Schulzeit, Lehrer und Klassenkammeraden sind einfach zu gut", berichtete Simon Groß-Bölting. Die Schülerin Dana Kussmann bestätigte, dass Freundschaft und Zusammenhalt etwas Besonderes an der Sternberg-Schule seien. Luca Mohr, Claudius Lünneburg und Benedikt Bastisch schwärmten am Hot-Dog-Stand von den Skifreizeiten, dem zukunftsorientierten Denken und den technisch-innovativen Möglichkeiten der Zukunftsgestaltung. Hierzu passend brachte die vollautomatische Produktionsstraße der Lernfabrik "Industrie 4.0" mit selbstfahrenden Robotern und der Anwendung von Virtual-Reality-Brille die Augen der Technik-Begeisterten zum Funkeln.
> Johann-Philipp-Bronner-Schule: An der kaufmännischen Schule kann das Abitur am Wirtschaftsgymnasium (WG) erreicht werden. Hier können die Schüler zwischen den Profilfächern "Wirtschaft" oder "Internationale Wirtschaft" wählen. Im internationalen Profil findet die kaufmännische Ausbildung größtenteils in Englisch statt. "Wem Englisch leicht fällt, der sollte sich darauf einlassen. Später hat man mit diesem besonderen Abitur beste Möglichkeiten, international tätig zu werden", so Fachlehrerin Karin Zorell. Neben dem WG kann man an der Bronner-Schule mit dem Besuch des kaufmännischen Berufskollegs (BK) die Fachhochschulreife erreichen.
Auf der erstmals angebotenen "Food- und Meeting-Plaza" bot die Schülermitverwaltung (SMV) Leckereien zwischen dem schuleigenen Fitnessstudio (hier können die Schüler täglich mit individuellen Trainingsplänen kostenlos trainieren) und dem neuen Schüleraufenthaltsraum samt Tisch-Kicker und Chill-Out-Area an. Die Schüler Franziska Schröder, Jonas Lehmann, Philipp Meyer, Marco Bitz, Sebastian Steuer und Damian Walter aus der Social-Media-AG begründeten anhand von über 40 Motiven, warum die Bronner-Schule "Mehr als nur Schule" sei.
Ausgehend von der Food- und Meeting-Plaza fanden Informationsveranstaltungen zu den beiden Schularten statt. In der Aula präsentierte sich der bunte Kanon der vielen Schulfächer. In Führungen konnte das Schulhaus erkundet werden und auch die erst einen Tag zuvor in Betrieb gegangene Übungsfirma. Dieses Großraumbüro sei nicht nur auf dem neusten Stand der Technik, so Fachlehrer Michael Ehinger, sondern mit der Unternehmenssoftware von SAP und dem Anschluss an die "Lernfabrik 4.0" der Sternberg-Schule einmalig im deutschen Schulbetrieb.
> Louise-Otto-Peters-Schule: Im Gebäude der sozial-hauswirtschaftlichen Louise-Otto-Peters-Schule stellte sich eine Vielzahl von Berufskollegs vor, die verschiedene Ausbildungsschwerpunkte (Sozialpädagogik, Soziales in Teilzeit, Biologie-Gesundheitslehre oder Gesundheit und Pflege) anbieten. Die Berufskollegs sind ein- bis dreijährig angelegt und fungieren teils als Vollzeitschule, teils in Verbindung mit Praktika. Die Schulart kann zur Fachhochschulreife führen. Daneben bietet die Schule das Sozialwissenschaftliche Gymnasium (SG) an, das sich in seinem Profilfach vor allem der Pädagogik und Psychologie widmet. Der stellvertretende Schulleiter Markus Dietz zeigte sich von dem gymnasialen Zweig begeistert: "Das SG befähigt für viele verschiedene Berufsrichtungen, denn es bietet eine hervorragende Grundbildung für alle Lebenslagen." Die kleine Schule mit ihren kurzen Wegen sorge für eine perfekte Schüler-Lehrer-Beziehung, zeigte sich Schülerin Jona Schropp überzeugt und Lara Stifunelli pflichtete bei: "Diese Schule ist einfach top!" Auch Nour El-Wakeel fühlt sich einfach nur wohl, denn die Schule sei kunterbunt und damit sehr integrativ.
Info: Aufnahmeanträge für die jeweiligen Schularten müssen bis zum 2. März über das landesweite Online-Anmeldeportal "BewO" erfolgen. Bei Fragen bietet die Johann-Philipp-Bronner-Schule am Donnerstag, 20. Februar, von 14 bis 15 Uhr, eine Unterstützungs-Sprechstunde an.