Zaisenhausen: Thomas Lampert betreibt und pflegt eine ungewöhnliche mobile Brennholzsäge
Von Franz Stoffl
Zaisenhausen. Von Weitem hört man bereits, wenn der Brennholz-Säger mit seiner nostalgischen, von einem Dieselmotor angetriebenen Säge durch die Straßen Zaisenhausens zu seinem Einsatzort tuckert. Das seltsame Gefährt ist ein echtes Unikum und seit zwei Generationen in Familienbesitz. In Zaisenhausen ist es bestens bekannt und wird oft bestaunt. Die Einsätze aber werden immer weniger.
Im Jahre 1984 hat Thomas Lampert die Sägemaschine von seinem Schwiegervater Willi Meerwarth übernommen. Thomas Lampert weiß aus Erzählungen seines Schwiegervaters, dass ihre Existenz einem handwerklich sehr geschickten Landmaschinenschlosser zu verdanken ist, der die robuste Maschine im Jahr 1950 aus verschiedenen Ersatzteilen zusammenbaute. Der Dieselmotor stammt aus dem Jahre 1932, und das Getriebe wurde damals einem schrottreifen Omnibus entnommen. Die beiden Achsen stammen von einem Lastwagen. Das Gefährt hat vier Vorwärtsgänge und einen Rückwärtsgang. Der Motor leistet knapp sieben PS.
Lampert erinnert sich, dass sein Schwiegervater die "Holzsäge" gepflegt und gewartet hat, genauso wie er es bis heute auch tut. Er kennt längst jede Schraube und Mutter und die Funktion des Fahrzeugs sehr genau. Nur eine einzige größere Reparatur musste von einem erfahrenen Mechaniker, der sich auf Oldtimer spezialisiert hat, durchgeführt werden: Dieser baute 2017 neue Kolben und eine Ölpumpe ein.
Lampert ist stolz auf die Säge, auf die all die Jahre stets Verlass war – vor allem, weil die alte Säge auch bei Oldtimer-Ausstellungen viele interessierte Besucher anzieht. Er könne die Anfragen, ob er zu den Ausstellungen kommt, nicht alle erfüllen, da die Anfahrt oft zu weit ist.
Einige Kaufanfragen hat Lampert abgelehnt. "Die Säge ist unverkäuflich", teilte er fest entschlossen mit. Als er 1984 mit dem Lohnsägen begann, war er ausgelastet, berichtete er, heute hat er nur noch einige Stammkunden. Er führt es auch darauf zurück, dass zwischenzeitlich viele eine Motorsäge haben und das Holz selbst bereits im Wald auf ofengerechte Länge bringen.