Pokalfinale des DVV: Hochklassiger Volleyball und großartige Stimmung
Von Christoph Offner
Mannheim. Der Countdown läuft. Nur noch elf Tage, bis die SAP Arena wieder die Bühne für das Pokalfinale des Deutschen Volleyball-Verbands (DVV) bildet. Fans aus ganz Deutschland werden dann, zum nunmehr fünften Mal, in das "Ufo" vor den Toren Mannheims strömen. Harald Schoch und Holger Schell leiten als Präsident und Geschäftsführer seit mehr als 30 Jahren die Geschicke des Nordbadischen Volleyball-Verbands (NVV). Im RNZ-Gespräch steht natürlich das Pokalfinale im Vordergrund, es geht aber auch um die Entwicklung des Volleyballsports in der Region sowie die verpasste Olympia-Qualifikation der deutschen Volleyballer und Volleyballerinnen. In einem sind sich Schoch und Schell sicher: Am 16. Februar wird Mannheim wieder für einen Tag zur Hochburg des deutschen Volleyballs werden, wenn die Berlin Recycling Volleys auf die SWD Powervolleys Düren (Männer) und der Dresdner SC auf den Allianz MTV Stuttgart (Frauen) treffen.
Harald Schoch, Holger Schell, im Jahr 2020 findet das Pokalfinale bereits zum fünften Mal in der SAP Arena statt. Hat sich eine gewisse Routine eingestellt, oder kribbelt es immer noch?
Schoch: Ich würde sagen ja, eine positive Routine. Es kribbelt nicht mehr so sehr wie bei der ersten Ausrichtung vor fünf Jahren, aber es macht uns als Verband doch sehr zufrieden und auch ein klein bisschen stolz, dass wir eine solche Veranstaltung hier in der Region ausrichten dürfen.
Bei der ersten Auflage im Jahr 2016 kamen 12.000 Zuschauer in die SAP Arena – ein Rekord. Wird er in diesem Jahr gebrochen?
Schoch: Es sind bereits über 9.000 Tickets verkauft, wir sind also auf einem guten Weg. Aber das hängt ja immer auch ein Stück weit davon ab, welche Mannschaften im Finale stehen. Bei den Frauen zum Beispiel ist Stuttgart dafür bekannt, viele Fans mitzubringen. Dagegen bleibt abzuwarten, wie viele Anhänger aus Dresden den Weg nach Mannheim finden werden.
Schell: Beim letzten Mal, als die Dresdnerinnen im Finale standen, waren es immerhin 800 (lacht). Aus Stuttgart hört man, dass beinahe 1 500 Fans im "Blauen Block" stehen werden. Bei den Männern ist es ganz ähnlich. Während man auf Dürener Seite mit vielen Fans rechnen darf, wird sich die mitgereiste Anhängerschaft der Berliner wohl eher in Grenzen halten. Dennoch bin ich sicher, dass auch in diesem Jahr die Stimmung wieder großartig sein wird.
Wie fällt nach fünf Jahren Pokalfinale Ihr vorläufiges Resümee aus? Hat sich die Ausrichtung positiv bemerkbar gemacht, beispielsweise durch steigende Mitgliederzahlen?
Schoch: Zweifellos ist das Interesse am Volleyball gestiegen. Wie genau und in welchem Umfang sich dieses Interesse auf die Mitgliederzahlen auswirkt, ist schwer zu beziffern.
Schell: Der Heidelberger Turnverein, der bei der Ausrichtung des Pokalfinales als Partnerverein des DVV beteiligt ist, konnte einen starken Zuwachs an Mitgliedern verzeichnen, insbesondere im Jugendbereich. Ich war erst kürzlich beim Training des HTV und die Halle war proppenvoll (lacht). Insgesamt betrachtet sind die Mitgliederzahlen aber stabil bis leicht anwachsend.
Christian Dürres, Sportdirektor des DVV, sprach trotz der verpassten Olympia-Qualifikation der Herren- und Damennationalmannschaft davon, dass "die Leistungen Werbung für den Volleyball" waren...
Schoch: Diese Aussage unterschreibe ich voll und ganz. Die Teams haben tolle Spiele geliefert und hätten mit ein wenig mehr Glück auch ganz vorne sein können. Trotz der verpassten Qualifikation für Tokio sieht man, es bewegt sich etwas. Schell: Man muss auch klar sagen, das Erreichen der Finals beim olympischen Qualifikationsturnier ist bereits ein großer Erfolg. Die europäischen Nationen bilden die Crème de la Crème des Volleyballs. Das Abschneiden zeigt, welches Potenzial vorhanden ist.
Zurück zum Pokalfinale. Bei den Männern scheint Berlin der klare Favorit zu sein, bei den Frauen deutet vieles auf eine ausgeglichene Partie hin. Wie fällt Ihre Prognose aus?
Schell: Bei der Klasse Berlins wäre eigentlich alles andere als ein 3:0 eine Überraschung. Aber der Pokal schreibt bekanntlich seine eigenen Gesetze. Zwischen Stuttgart und Dresden erwarte ich dagegen eine enge Partie, dazu kommen die Verletzungssorgen auf beiden Seiten. Dennoch sehe ich Stuttgart leicht vorne.
Schoch: Ich schließe mich meinem Geschäftsführer an (schmunzelt).
Zum Abschluss aus dem Nähkästchen geplaudert. Wird das Pokalfinale auch in den kommenden Jahren in der SAP Arena stattfinden?
Schoch: Ich hoffe es sehr. Allerdings liegt diese Entscheidung nicht bei uns. Der Deutsche Volleyball Verband und die Betreiber der SAP Arena befinden sich derzeit in Verhandlungen über eine mögliche Verlängerung des Vertrags. Allerdings denke ich, dass der reibungslose Ablauf und die sehr gute Organisation des Finales seit 2016 gute Argumente für eine Verlängerung liefern.
Schell: Wie es aussieht, darf man am Wochenende des Finales mit einer Bekanntgabe über die Zukunft des DVV-Pokals in der SAP Arena rechnen. Bis dahin müssen wir uns wohl alle noch ein wenig in Geduld üben.