News von heute: Todesschütze verklagt die Familie seines Opfers Trayvon Martin
Die Meldungen im Kurz-Überblick:
- Hamburg untersagt Feuerwerk an Silvester rund um die Binnenalster (6.05 Uhr)
- Frankreich droht Stillstand durch Generalstreik (4.24 Uhr)
- Todesschütze verklagt Familie des schwarzen Teenagers Trayvon Martin (2.28 Uhr)
- USA kritisch zu internationaler Digitalsteuer (0.55 Uhr)
- IW-Studie: Lohngleichheitsgesetz ist ein Flop (0.05 Uhr)
Die News von heute im stern-Ticker:
+++ 8.04 Uhr: Uber startet neuen Limousinen-Service "Uber Premium" +++
Der Fahrdienst-Vermittler Uber erweitert sein Angebot in Deutschland mit einem neuen Premium-Dienst. Ab sofort können Nutzer zunächst in Berlin über den neuen Service "Uber Premium" Fahrten in Limousinen der gehobenen Mittel- und Oberklasse bestellen. Bereits vor der Fahrt könnten Kunden Präferenzen an den Fahrer übermitteln, etwa welche Raumtemperatur im Fahrzeug sie bevorzugen oder ob sie Interesse an Unterhaltung haben. In Deutschland steht Uber seit langem im Clinch mit der Taxi-Branche. Laut einer einstweiligen Verfügung des Landgerichts Köln aus dem Juli darf die Firma ihr traditionelles Angebot "Uber X" eigentlich nicht mehr zur Mietwagenvermittlung in Deutschland über die App offerieren. Das Verbot gilt allerdings erst ab der Zustellung der Entscheidung an Uber in Amsterdam, die bislang noch nicht erfolgte.
+++ 7.32 Uhr: Klimaziele im Verkehr: Umweltbundesamt für drastische Maßnahmen +++
Tempo 120, höhere Steuern auf Diesel, Abschaffung der Pendlerpauschale, höhere Lkw-Maut: Um die deutschen Klimaziele im Verkehr zu erreichen, hat das Umweltbundesamt nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" bereits im Sommer in einem internen Bericht drastische Einschnitte empfohlen. Danach sollten alle Privilegien etwa für Dienstwagen und Dieselkraftstoffe wegfallen, die Pendlerpauschale abgeschafft werden, die Maut für Lkw stark steigen und auf Autobahnen rasch ein Tempolimit von 120 Stundenkilometern eingeführt werden, heißt es in dem Papier, über das die Zeitung berichtet. So würde die Steuer auf Diesel - der bislang steuerlich begünstigt wird - bis 2030 um gut 70 Cent auf 1,19 Euro je Liter steigen, Benzin würde um 47 Cent teurer.
+++ 7.22 Uhr: Tausende Frauen in Chile protestieren gegen Unterdrückung und sexuelle Gewalt +++
Tausende Frauen haben in Chile mit einer gemeinsamen Performance gegen Unterdrückung und Gewalt gegen Frauen protestiert. In der Hauptstadt Santiago de Chile versammelten sich nach Schätzungen örtlicher Medien 4000 bis 6000 Frauen aller Altersgruppen vor dem Stadion und tanzten vier Mal die Choreographie "Der Vergewaltiger bist Du". In Schwarz gekleidet, mit verbundenen Augen und einem roten Schal um den Hals riefen sie Parolen gegen den repressiven Staat und stimmten das Lied an: "Es war nicht meine Schuld! Es lag nicht daran, wo ich war! Und auch nicht daran, wie ich angezogen war! ... Der Vergewaltiger bist Du!"
+++ 6.05 Uhr: Hamburg untersagt Feuerwerk an Silvester rund um die Binnenalster +++
In diesem Jahr soll es am Hamburger Jungfernstieg kein Feuerwerk an Silvester geben. "Wir haben dort eine ziemlich problematische Entwicklung in den vergangenen Jahren", sagte SPD-Innensenator Andy Grote. Durch den unsachgemäßen Gebrauch von Feuerwerkskörpern und eine immer größere Zahl an Menschen sei die Gefahr von Verletzungen gestiegen. Bei aggressiven Reaktionen aus der Menge heraus sei auch die Situation für die Einsatzkräfte schwierig. Daher werde das Feuerwerk rund um die Binnenalster untersagt.
+++ 5.39 Uhr: "Gezielte Manipulation" der Präsidentschaftswahl in Bolivien +++
Die Präsidentschaftwahl in Bolivien ist laut einem Expertenbericht der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) gezielt manipuliert worden. "Im Vergleich zum Ausmaß der Manipulationen und zu den entdeckten Änderungen" sei der Vorsprung, den Staatschef Evo Morales sich in der ersten Wahlrunde eingeräumt habe, minimal, erklärten die Experten der OAS in ihrem Abschlussbericht. Es seien "erdrückende Beweise" für eine ganze Reihe von Manipulationen gesammelt worden, mit denen "der an den Wahlurnen geäußerte Wille verfälscht werden sollte". Der langjährige bolivianische Staatschef Morales war am 10. November nach wochenlangen Demonstrationen infolge der umstrittenen Präsidentschaftswahl im Oktober zurückgetreten.
+++ 5.10 Uhr: Rekord-Weltmeister Phil Taylor: Rücktritt kam zur richtigen Zeit +++
Rekord-Weltmeister Phil Taylor hat seinen Rücktritt aus der aktiven Darts-Szene nie bereut. Dies sagte der 59-Jahre alte Engländer vor der WM in London. "Ja, ich genieße mein Leben nach dem Rücktritt noch immer. Der Spiel- und Terminplan ist zu hart geworden, deshalb war es für mich der richtige Zeitpunkt, damit aufzuhören", sagte "The Power", wie Taylor genannt wird. Der 16-malige Weltmeister erzählte, dass ihn noch immer viele Ex-Kollegen fragen, ob er noch einmal auf die Profi-Tour zurückkehrt. Bei der WM (13. Dezember bis 1. Januar) plant der erfolgreichste Darts-Spieler der Geschichte keinerlei Auftritte, auch nicht als TV-Experte. Als seine Top Anwärter auf den Titel nennt er den Weltranglistenersten Michael van Gerwen und Glen Durrant, den amtierenden Weltmeister der konkurrierenden "British Darts Organisation".
+++ 4.29 Uhr: Italienische Region warb um Zuwanderer: mehr als 600 Bewerbungen +++
Mit großzügigen finanziellen Anreizen hat die süditalienische Region Molise in den vergangenen zweieinhalb Monaten um neue Einwohner geworben - und damit anscheinend großen Zuspruch gefunden. Mehr als 600 Projekte von Personen, die sich in Molise niederlassen wollten, seien bis zum Stichtag 30. November eingereicht worden, bestätigte die Regionalregierung in Campobasso auf Anfrage. Die Bewerber stammten aus fünf Kontinenten. Es seien darüber hinaus 5062 E-Mails und 18.427 Telefonanrufe mit der Bitte um Informationen eingegangen. Die rund 200 Kilometer südöstlich von Rom gelegene Region bietet den Zuwanderern einen Zuschuss von 700 Euro pro Monat für einen Zeitraum von drei Jahren. Voraussetzung ist, dass sie in ein Dorf mit weniger als 2000 Einwohnern ziehen und dort mindestens fünf Jahre bleiben.
+++ 4.24 Uhr: Frankreich droht Stillstand durch Generalstreik +++
In Frankreich werden die größten Proteste seit Beginn der "Gelbwesten"-Krise vor gut einem Jahr erwartet: Ein Generalstreik im öffentlichen Dienst dürfte das Land weitgehend zum Stillstand bringen. Zudem sind fast 250 Kundgebungen angemeldet. Die Proteste richten sich gegen die Rentenreform-Pläne von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Er will Vorrechte für viele Berufsgruppen abschaffen. Das Innenministerium befürchtet Ausschreitungen und hat die Sicherheitsvorkehrungen massiv verschärft. Alleine in Paris sind rund 6000 Polizisten im Einsatz. An dem Ausstand beteiligen sich Mitarbeiter der Bahn und das Bodenpersonal an Flughäfen. Auch an Krankenhäusern, Schulen, bei der Müllabfuhr und im Pariser Nahverkehr wird gestreikt. Züge und Flüge zwischen Deutschland und Frankreich sind ebenfalls betroffen.
+++ 3.04 Uhr: Arbeitsmärkte im Aufschwung - Armutsrisiko aber hoch +++
Gut zehn Jahre nach Beginn der globalen Finanzkrise 2008 haben sich einer Studie zufolge die Arbeitsmärkte in vielen Industrieländern deutlich erholt. Das habe aber keine entscheidenden Auswirkungen auf die Armutsquoten, stellt eine Untersuchung der Bertelsmann Stiftung in 41 Ländern der EU und OECD fest. In 25 Staaten stagniere das Armutsrisiko oder sei bis 2018 sogar noch gewachsen. Und insgesamt seien Kinder häufiger betroffen als ältere Menschen, heißt es im "Social Justice Index". In dem Ranking zu sozialer Gerechtigkeit und Teilhabechancen kommt Deutschland auf Platz zehn. Die nordischen Länder Island, Norwegen, Dänemark, Finnland und Schweden sieht das Ranking auf Spitzenpositionen. Die USA gehörten mit Platz 36 zu den Schlusslichtern. Am schlechtesten schneiden die Türkei und Mexiko ab.
+++ 2.49 Uhr: Bauernverband fordert das Jagen von Wölfen +++
Angesichts der deutlich gestiegenen Zahl von Nutztieren, die durch Wölfe getötet oder verletzt werden, fordert der Bauernverband die Bejagung der Raubtiere. Andernfalls werde die Haltung von Schafen, Rindern oder Pferden auf Weiden unmöglich gemacht, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Er reagierte damit auf aktuelle Zahlen der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW). Demnach wurden im vergangenen Jahr bundesweit 2067 Nutztiere - überwiegend Schafe - von Wölfen getötet oder verletzt. Im Jahr davor waren es 1667. Das DBBW hatte zuvor mitgeteilt, dass mittlerweile 105 Wolfsrudel in Deutschland leben. Hinzu kommen 25 Wolfspaare und 13 Einzelwölfe.
+++ 2.28 Uhr: Todesschütze verklagt Familie des schwarzen Teenagers Trayvon Martin +++
George Zimmerman, der im Jahr 2012 den schwarzen Teenager Trayvon Martin in Florida getötet hatte, hat die Eltern des Jungen auf Schadenersatz verklagt. Zimmerman fordere umgerechnet 90 Millionen Euro, wie sein Anwalt mitteilte. Grund: Der Hauptzeuge der Anklage in dem Prozess sei ein "Betrüger" gewesen, der "Falschaussagen geliefert hat, um Zimmerman zu belasten", so der Verteidiger. Die Eltern von Trayvon Martin, ihr Anwalt Ben Crump und weitere Personen hätten sich abgesprochen, um eine Zeugenaussage zugunsten des Teenagers zu bekommen. Crump wies den Vorwurf als zurück. Zimmerman wolle "uns glauben machen, dass er ein unschuldiges Opfer einer tiefen Verschwörung ist", obwohl es keinerlei glaubwürdige Beweise gebe, "die diese haarsträubenden Behauptungen stützen". Der Nachbarschaftswächter Zimmerman hatte den unbewaffneten 17-jährigen Martin nahe Orlando im Staat Florida erschossen. Die Geschworenen stuften den Fall als Notwehr ein und sprachen ihn vom Vorwurf des schweren Totschlags frei. Der Fall löste landesweite Proteste und eine hitzige Debatte über Rassismus aus.
+++ 2.19 Uhr: E-Lastenfahrräder sollen in New York Lieferwagen Konkurrenz machen +++
Elektrisch betriebene Lastenfahrräder sollen auf New Yorks Straßen bald den Lieferwagen Konkurrenz machen. Gemeinsam mit den Unternehmen Amazon, UPS und DHL startet die Verkehrsbehörde der Metropole einen sechs Monate langen Test, wie die "New York Times" berichtet. 100 E-Lastenfahrräder sollen im südlichen Manhattan eingesetzt werden. Sie dürfen die Fahrradwege benutzen und kostenlos parken. So sollen unter anderem die verstopften Straßen der Stadt entlastet werden. In einigen Städten auf der Welt werden solche E-Lastenfahrräder schon eingesetzt.
+++ 2.04 Uhr: Boot mit Migranten vor der Küste Mauretaniens gesunken +++
Vor der Küste des westafrikanischen Staates Mauretanien sind mindestens 57 Migranten beim Kentern ihres Schiffs ums Leben gekommen. Das teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) mit. 83 Menschen seien gerettet worden, für sie werde nun gesorgt, twitterte die IOM weiter. An Bord des Schiffes, das Gambia am Vortag verlassen habe, seien rund 150 Menschen gewesen. Die Suche nach möglichen weiteren Überlebenden oder Opfern werde fortgesetzt. Über die näheren Umstände des Unglücks lagen keine Angaben vor.
+++ 0.55 Uhr: USA haben bei internationaler Digitalsteuer "große Bedenken" +++
US-Finanzminister Steven Mnuchin hat "große Bedenken" zu den internationalen Plänen für eine gerechtere Besteuerung großer Internetkonzerne geäußert. Die USA lehnten insbesondere Bestrebungen ab, künftig Steuern auf Umsätze und nicht auf Gewinne zu erheben, schrieb Mnuchin in einem Brief an die OECD. Die USA unterstützten weiterhin die OECD-Bemühungen, eine internationale Lösung für das Problem zu finden, schrieb Mnuchin weiter. Die Steuern widersprächen jedoch gängigem internationalem Recht, wonach Gewinne und nicht Umsätze besteuert werden, so Mnuchin. Der im Oktober von der OECD vorgelegte Entwurf sieht unter anderem vor, dass die Besteuerung sich nicht nur am Firmensitz orientiert.
+++ 0.26 Uhr: Becker-Tochter Anna Ermakova wird 20 und fürchtet das Alter +++
Die Tochter von Boris Becker fürchtet ihren 20. Geburtstag im kommenden Jahr. "Ich mag gar nicht darüber reden, weil ich das Gefühl habe, ich werde alt. Da bekomme ich Angst, weil ich dann kein Teenager mehr bin", sagte das Model Anna Ermakova beim "Mon Chéri Babara Tag" in München. Auf dem roten Teppich trug sie ein Kleid ihrer Mutter Angela Ermakova. "Ich habe ihr immer gesagt: Wenn ich groß bin, ziehe ich es an. Und dieser Tag ist endlich gekommen."
+++ 0.24 Uhr: Französische Ex-Europaministerin der Veruntreuung öffentlicher Gelder beschuldigt +++
Gegen die ehemalige französische Europaministerin Marielle de Sarnez ist ein offizielles Ermittlungsverfahren wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder eingeleitet worden. Der Schritt erfolgte nach einer mehr als zehnstündigen Anhörung in Paris, wie die Nachrichtenagentur AFP aus informierten Kreisen erfuhr. Gegen de Sarnez, stellvertretende Vorsitzende der Zentrumspartei MoDem, und andere Parteimitglieder laufen bereits seit 2017 Vorermittlungen im Rahmen einer größeren Scheinbeschäftigungsaffäre von EU-Abgeordneten. Es besteht der Verdacht, dass die MoDem Mitarbeiter von EU-Parlamentsabgeordneten in Wirklichkeit für Parteiaufgaben einsetzte. Das würde eine Veruntreuung von EU-Mitteln bedeuten. De Sarnez' Anwälte erklärten, ihre Mandantin werde zeigen, dass die gegen sie erhobenen Vorwürfe "unbegründet" seien.
+++ 0.21 Uhr: Ruby O. Fee sieht sich nicht gerne selbst beim Schauspielen zu +++
Schauspielerin Ruby O. Fee mag sich nicht gerne selbst auf der Kinoleinwand oder im Fernsehen anschauen. "Ich seh das und denke mir, oh bitte, guckt alle weg", sagte die 23-Jährige bei der Verleihung der Audi Generation Awards in München. Trotzdem schaue sie sich die Filme immer an, allein um zu sehen, was daraus geworden ist. Die Freundin von Schauspieler Matthias Schweighöfer spielte unter anderem in der Kinoproduktion "Bibi und Tina" oder in dem Actionfilm
"Polar".
+++ 0.05 Uhr: IW-Studie: Lohngleichheitsgesetz ist ein Flop +++
Das 2017 eingeführte Lohngleichheitsgesetz ist bislang ohne erkennbaren Mehrwert für Frauen geblieben, die einen Gehaltsnachteil gegenüber ihren männlichen Kollegen vermuten. Das ist das Ergebnis einer noch unveröffentlichten Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). "Zusammenfassend erweist sich das Entgelttransparenzgesetz und insbesondere der individuelle Auskunftsanspruch in Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten gegenwärtig als ein bürokratischer Akt ohne erkennbaren Mehrwert", heißt es in der Studie. Es sei nicht nachweisbar, dass der Auskunftsanspruch über die Gehälter von männlichen Kollegen in vergleichbaren Jobs dazu führe, dass Frauen höhere Gehälter durchsetzen könnten. Ohnehin hätten einer repräsentativen Befragung der Beschäftigten von größeren Unternehmen zufolge bisher erst vier Prozent den Auskunftsanspruch genutzt und bisher machten vor allen Männer von dem Auskunftsanspruch Gebrauch.
+++ 0.05 Uhr: US-Marine stellt Lieferung iranischer Waffen sicher +++
Ein Kriegsschiff der US-Marine hat im Arabischen Meer bei der Kontrolle eines Frachters eine Lieferung iranischer Waffen und Raketenteile sichergestellt. Eine genauere Untersuchung des Vorfalls laufe noch, erklärte ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums. Es habe sich um ein "staatenloses" Schiff in internationalen Gewässern gehandelt, hieß es. Der Ort des Zwischenfalls vom vergangenen Montag ließ darauf schließen, dass es sich um eine Waffenlieferung für die Huthi-Rebellen im Jemen gehandelt haben könnte, die vom Iran unterstützt werden. Das Verteidigungsministerium machte dazu zunächst aber keine näheren Angaben.