Mannheim: Freundschaft über Jahrzehnte
Mannheim. (RNZ) Am Anfang standen unterzeichnete Urkunden, bald schon erwuchsen daraus Freundschaften. Heute unterhält Mannheim ein Netzwerk von 13 Städtepartnerschaften und -freundschaften in der ganzen Welt. Der Austausch zwischen Schulen und Vereinen, Kooperationen von Unternehmen und Verwaltungen und Begegnungen von Bürgern gestaltet die vielfältigen Beziehungen zwischen den Städten.
Seit 60 Jahren besteht die Partnerschaft mit der französischen Stadt Toulon, seit 30 Jahren bestehen die offiziellen Beziehungen in die Hauptstadt Chisinau der seit 1991 unabhängigen Republik Moldau, und seit 2009 gibt es eine offizielle Partnerschaft zwischen Mannheim und der israelischen Stadt Haifa. Die drei runden Partnerschafts-Jubiläen sowie 30 Jahre Freundschaft mit El Viejo in Nicaragua waren Anlass für den Förderverein Städtepartnerschaften Mannheim, einen Tag der Partnerstädte zu feiern – natürlich mit Gästen aus den Partnerstädten.
Im Stadthaus erwartete die Besucher ein Infomarkt, bei dem unter anderem Schulen und Vereine ihre Aktivitäten im Rahmen der Städtepartnerschaften präsentierten. Eine Ausstellung informierte über die Geschichte der Partnerschaften. Am frühen Abend fand zudem eine Podiumsdiskussion über die speziellen Geschichten der drei Partnerstädte und die Bedeutung der Städtepartnerschaften in der heutigen Zeit statt. Erster Bürgermeister Christian Specht beleuchtete den politisch-historischen Kontext, in dem die ersten Städtepartnerschaften entstanden sind, und hob dabei die wichtige Rolle des Rats der Gemeinden Europas und des späteren Rats der Gemeinden und Regionen Europa hervor – heute ein Zusammenschluss von über 100.000 kommunalen Gebietskörperschaften aus 39 europäischen Ländern.
Im Anschluss ging Specht auf die einzelnen Städtepartnerschaften ein. Mannheims Partnerschaft mit Toulon zähle zu den Pionieren der deutsch-französischen Zusammenarbeit. Bis heute sei diese Partnerschaft sehr dynamisch. In der Beziehung mit Chisinau habe man den Grundstein für eine städtepartnerschaftliche Innovation gelegt: die Begründung des ersten deutsch-moldauisch-ukrainischen kommunalen Kooperationsprojekts. Die Partnerschaft mit Haifa sei ganz überwiegend aus dem Engagement der Ehrenamtlichen und der Zivilgesellschaft entstanden, so Specht. Dabei stehe die Zusammenarbeit im Wirtschafts- und Wissenschaftsbereich ganz oben auf der Agenda.
Einat Kalisch-Rotem, Oberbürgermeisterin der Stadt Haifa, betonte in ihren Ausführungen, dass die internationalen Allianzen der Städte Chancen und Möglichkeiten böten, am Fortschritt und der Entwicklung der Städte zu arbeiten. Die Beziehungen der Stadt Haifa mit Deutschland gehen zurück auf das Jahr 1968. In den 1930er-Jahren flohen viele Juden nach Haifa. Inzwischen gibt es ein umfangreiches Netzwerk von Projekten in Bildung, Kultur, in der Forschung und Wirtschaft mit Deutschland.
Victor Chironda, stellvertretender Bürgermeister von Chisinau, erklärte, dass die Partnerschaft mit Mannheim nicht nur aufgrund ihrer Langjährigkeit wichtig sei, sondern auch weil sich Chisinau aktuell in einem Prozess der Veränderung befinde. Dabei könne man von Mannheim lernen und gemeinsam weitere Projekte planen.
Jacqueline Martin-Lombard, Stadträtin und Delegierte für internationale Beziehungen von Toulon, betonte, dass in einer globalen Welt die Freundschaft zwischen den Städten helfe, diese zu entwickeln. Trotz linguistischer und kultureller Unterschiede habe sich die Freundschaft zwischen Mannheim und Toulon in exemplarischer Art und Weise entwickelt. Beide Städte machten eine dynamische ökonomische Entwicklung durch: „Je mehr wir zusammenstehen, desto stärker sind wir“, erklärte Martin-Lombard.